Autor: Katica Djakovic

Das Augensalbenstäbchen

Serie zur Sammlung Roth (Folge 127)
Die Therapie von Augenerkrankungen oder Verletzungen erforderte eine besondere Sorgfalt. Vor allem Splitterverletzungen der Hornhaut oder Bindehaut bedurften der vorsichtigen Entfernung vom Auge, möglichst ohne weiteres Gewebe zu schädigen oder eine nachfolgende Infektion zu provozieren. Zur Entfernung eines Fremdkörpers gab es schon früh bearbeitete Knochensplitter, aus späterer Zeit sind uns Fremdkörperlanzen und Pinzetten aus Bronze erhalten. Unbekannt ist uns, ob beziehungsweise wie die Wunde anschließend medikamentös versorgt wurde.

Im Pool oder See besser auf Kontaktlinsen verzichten

Die Temperaturen steigen, die Freibäder öffnen und Pools und Seen laden zum erfrischenden Bad ein. Doch wer Kontaktlinsen nutzt, sollte die Haftschalen beim Schwimmen nicht tragen und den Kopf besser über Wasser halten, rät ein Experte der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) zum Auftakt der Badesaison. Denn Kontaktlinsen sind das größte Risiko für eine Hornhautentzündung mit Akanthamöben – und dieses Risiko wird durch Schwimmen noch einmal gesteigert, wie eine neue Langzeitstudie aus Österreich bestätigt. Die parasitären Einzeller tummeln sich bevorzugt in abgestandenem Wasser, kommen aber auch in Leitungswasser vor.

Notfall Netzhautablösung: Kurzsichtige bleiben auch nach Laser-Behandlung besonders gefährdet

Löst sich die Netzhaut des Auges ab, handelt es sich um einen Notfall, der sofort augenärztlich behandelt werden muss. Kurzsichtige Menschen sind besonders häufig davon betroffen – auch nach einer operativen Beseitigung der Kurzsichtigkeit. Warum Lasern oder Linsentausch nicht vor der Gefahr der Netzhautablösung schützen, auf welche Warnzeichen alle Kurzsichtigen achten sollten und welche Behandlungen helfen, erklärt ein Experte der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).

Diabetes? Ab in die Augenarztpraxis!

Für Menschen mit Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit, sind regelmäßige Augenuntersuchungen wichtig, damit Folgekrankheiten am Auge früh erkannt und Sehminderungen verhindert werden können. Doch bis zu 50 Prozent der Menschen mit Diabetes erhalten bisher kein Screening; das geht aus Untersuchungen von Krankenkassen hervor. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) und die Initiativgruppe zur Früherkennung diabetischer Augenerkrankungen (IFDA) fordern verstärkte Anstrengungen zur Aufklärung und Schulung der Betroffenen.

Rolle der Meibomdrüsen für Therapieoptionen beim Trockenen Auge

Experimentelle Modelle zur Untersuchung der (Patho-)Physiologie
Da die Prävalenz der Meibomdrüsendysfunktion und der damit einhergehenden evaporativen Form des Trockenen Auges sehr hoch ist, ist es von großem klinischen Interesse, tiefere Einblicke in die Pathogenese zu gewinnen. Experimentelle Modelle der Meibomdrüsen sind hierbei essentielle Voraussetzungen, um pathologische Veränderungen und Prozesse auf molekularer Ebene zu identifizieren. Außerdem können experimentelle Modelle dazu dienen, neuartige Therapieoptionen zu entwickeln und zu evaluieren. Dr. rer. nat. Jana Dietrich (Erlangen) stellt eine aktuell in Laboren intensiv verwendete Zelllinie der Meibomdrüse sowie eine vor kurzem etablierte lebende Organschnittkultur humaner Meibomdrüsen vor.

Perspiratio insensibilis der Hornhaut

Trockenes Auge, ein Bilanzproblem? Wo bleiben unsere Tränen?
Im Ex Vivo Eye Irritation Test (EVEIT) kann eine Hornhaut unter vitalen Bedingungen mit verschiedenen chemischen und physikalischen Reizen belastet und währenddessen die Reaktion der Hornhaut mittels OCT und Thermo-graphie verfolgt werden. So lässt sich an einer stabilen in Kultur genommenen Ex-vivo-Hornhaut die Perspiratio insensibilis als physikalisches Phänomen des Wasserverlustes an einer Grenzfläche quantifizieren. Da der Mechanismus ohne Lidschlag und Benetzung beobachtet werden kann, lässt sich so eine isolierte Betrachtung dieses Effektes herstellen. Thomas Schrage, Claudia Panfil, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Norbert Schrage und Marc Urbach vom Aachener Centrum für Technologietransfer in der Ophthalmologie (ACTO e.V.) erläutern das EVEIT-Verfahren.

Virtuelle Tagung der Baden-Württembergischen Augenärztlichen Vereinigung

„Digitalisierung in der Augenheilkunde“
Am 5. März fand die 106. Tagung der Baden-Württembergischen Augenärztlichen Vereinigung (B-W AV) von Tübingen aus als rein virtuelle Veranstaltung ohne Parallelsitzungen mit dem Hauptthema „Digitalisierung in der Augenheilkunde“ statt. Es gab mehr als 30 Beiträge, die sich auf sechs Sitzungen verteilten. In seiner Begrüßung gedachte der Ärztliche Direktor der Universitäts-Augenklinik Tübingen, Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt, der Ukraine. Prof. Jens Martin Rohrbach (Tübingen) fasst die Tagung zusammen.

Die Digitalen Gesundheits­anwendungen (DiGA)

Schon heute nutzen viele Patienten Apps, die sie etwa dabei unterstützten, ihre Arzneimittel regelmäßig einzunehmen oder ihre Blutzuckerwerte zu dokumentieren. Im Gegensatz zu Gesundheits-Apps, die man ohne Rezept bekommt, gelten Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) jedoch als Medizinprodukte zur Behandlung von Erkrankungen. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen sich Patienten solche DiGA von ihrem Arzt verschreiben lassen können. Dr. Friederike Kortüm, MSc (Tübingen) erläutert Voraussetzungen für die Verordnungsfähigkeit einer digitalen Gesundheitsanwendung und deren Erstattung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Fallbericht: Der Nachstar

Die Cataracta secundaria gilt als häufigste Komplikation nach Kataraktoperation. Für den Patienten nimmt die postoperativ zunächst gute Sehschärfe nach einiger Zeit wieder ab. Dr. Simon Trick und Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) berichten über den Fall eines 76-jährigen Patienten, der in der augenärztlichen Ambulanz wegen Visusminderung auf dem linken Auge vorstellig wurde. Der Patient gibt an, die Sicht sei seit einigen Wochen links wie durch ein beschlagenes Brillenglas. Er könne kaum noch lesen, seine Blendungsempfindlichkeit sei vor allem bei Gegenlicht deutlich erhöht.

Der Erfinder der Lichtkoagulation

Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Gerhard Meyer-Schwickerath
Die geniale Entwicklung der Lichtkoagulation durch Prof. Gerhard Meyer-Schwickerath hat für die Prophylaxe der Netzhautablösung und viele andere Netzhauterkrankungen eine immense Bedeutung und hat gänzlich neue Wege der Therapie von Augenerkrankungen eröffnet. Die Erstbeschreibung dieser neuen Methode fand sich im 33. Heft 1959 der Beihefte der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde. Dr. Norbert Bomholt (Recklinghausen) würdigt seinen wissenschaftlichen Lehrer mit einem Ereignis aus dem Jahr 1965.