Kurznachrichten

Entspannungsübungen senken Augeninnendruck

Entspannungsübungen helfen Patienten, die unter Glaukom leiden: Studien weisen darauf hin, dass autogenes Training, Hypnose oder Musiktherapie den Augeninnendruck senken, die Durchblutung des Sehnervs verbessern und so den Krankheitsfortschritt bremsen könnten. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) sieht in Entspannungsübungen eine sinnvolle Ergänzung zur ärztlichen Therapie, keinen Ersatz. Beides sollte deshalb immer in Absprache mit dem Augenarzt und unter professioneller Anleitung erfolgen.

Stiftung Auge empfiehlt Glaukom-Vorsorgeuntersuchung

Die Augenerkrankung Glaukom beeinträchtigt das Sehvermögen und schränkt zusätzlich die Lebensqualität der Betroffenen ein. Das untermauert jetzt eine Untersuchung im Fachblatt Ophthalmology. In Deutschland leiden Schätzungen zufolge rund 970 000 Menschen am Glaukom. Bei weiteren 1,2 Millionen ist die Krankheit noch im Frühstadium, sodass sich der Sehverlust aufhalten ließe – vorausgesetzt er wird erkannt. Die Stiftung Auge fordert deshalb bessere Früherkennung und mehr Hilfsangebote, die sehbehinderten Menschen ein eigenständiges Leben ermöglichen.

Sehbehindertentag: Kontraste können Leben retten

Täglich kommt es in Deutschland zu unzähligen Stürzen auf Treppen und laut Statistischem Bundesamt enden davon jedes Jahr mehr als 1.000 tödlich. Häufig passieren Unfälle aus dem einfachen Grund, dass Treppenstufen nicht erkannt werden. Wenn die Stufenkanten sich nicht kontrastreich vom Rest der Stufe abheben, verschwimmt die Treppe zu einer Fläche und wird zur Gefahr. Darauf macht der Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) anlässlich des bevorstehenden Sehbehindertentages aufmerksam.

Netzwerkmodell simuliert Verarbeitung sensorischer Reize in der Sehrinde

Die Neurowissenschaftler Dr. Jens Kremkow und Prof. Dr. Ad Aertsen vom Bernstein Center Freiburg der Albert-Ludwigs-Universität haben gemeinsam mit einem Team des französischen Centre Nationale de la Recherche Scientifque (CNRS) in Marseille, des CNRS in Gif-Sur-Yvette und der New York State University/USA ein Netzwerkmodell erstellt, das simuliert, wie die Sehrinde sensorische Reize auswertet. Das Modell könnte dabei helfen, die Verarbeitung natürlicher Reize im Sehsystem besser zu verstehen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Frontiers in Neural Circuits“ veröffentlicht

Gesunder Lebensstil verhindert Trübung der Augenlinse

Fast zehn Millionen Menschen sind hierzulande von Katarakt betroffen. Gesunde Ernährung mit viel Vitamin C kann das Risiko für die Trübung der Augenlinse um rund ein Drittel senken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Londoner Zwillings-Studie, die kürzlich im Fachblatt „Ophthalmology“ erschien. Die DOG rät zu einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung, um der Trübung der Augenlinse vorzubeugen. Vor allem Senioren sollten zu Lebensmitteln greifen, die reich an Vitamin C sind. Nahrungsergänzungsmittel zeigten allerdings keinen zusätzlichen schützenden Effekt.

Schlüsselfunktion im Prozess der retinalen Regeneration

Anders als beim menschlichen Auge ist der Fisch in der Lage, Verletzungen der Netzhaut auf zellulärer Ebene zu regenerieren. Wie diese Regenerationsreaktion ausgelöst wird, haben jetzt Wissenschaftler am Centre for Organismal Studies (COS) der Universität Heidelberg mit Untersuchungen am Modellorganismus des Medaka-Fisches entschlüsselt. Danach löst überraschenderweise nur ein einziger genetischer Faktor zwei zentrale Schritte im Prozess der Regeneration aus – die Zellteilung und die Ausdifferenzierung von Vorläuferzellen in die verschiedenen retinalen Zelltypen. Diese Forschungsergebnisse besitzen nach den Worten von Prof. Dr. Joachim Wittbrodt eine hohe biomedizinische Relevanz. Sie wurden im Fachjournal „Development“ veröffentlicht.

DBSV kritisiert Bundesteilhabegesetz

„Blinde, sehbehinderte und taubblinde Menschen dürfen nicht zu Verlierern des Bundesteilhabegesetzes werden!“ So steht es in einer Resolution, die der Verwaltungsrat des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) am vergangenen Wochenende in Berlin einstimmig verabschiedet hat. Das Forderungspapier nennt zehn Themenbereiche, in denen der Verband massiven Nachbesserungsbedarf sieht – vom völligen Ausschluss sehbehinderter Menschen von der Eingliederungshilfe über Bildungseinschränkungen bis zu Benachteiligungen bei der Blindenhilfe, teilt der DBSV mit.

“anderes Sehen”: Europa bremst Bildungszugang für blinde Kinder aus

8.000 neue Kinderbücher erscheinen in Deutschland im Jahr, jedes vierte ist ein Bilderbuch. Diese Welt bleibt blinden und stark sehbehinderten Kindern weitgehend verschlossen: “Kaum eine Hand voll fühlbar illustrierter Kinderbücher erscheint jährlich”, stellt Ellen Schweizer vom gemeinnützigen Verein “Anderes Sehen” fest. Der Wunsch eines Kindes nach einem bestimmten Buch oder Thema ist damit unerfüllbar. Zusammen mit einem französischen Verlag hat die Organisation eine taktil illustrierte Buchreihe für junge Leser begonnen, die inzwischen neun Bände umfasst. “Eine Geschichte mit den Fingern erfühlen zu können, ist für alle Kinder schön und entwicklungsfördernd”, erläutert Diplomdesignerin Schweizer den Ansatz inklusiver Bücher. Gleichzeitig behindert die rechtliche Lage den Fortschritt: In Brüssel kommt die Freigabe der Nutzungsrechte für blinde Kinder seit Jahren nicht voran.