Kurznachrichten

Vorpräparierte Hornhautlamellen für DMEK verringern Reoperationsrate

Die Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) hat sich bei der Behandlung von Hornhauterkrankungen, denen ein Funktionsverlust des Hornhautendothels zu Grunde liegt, in den vergangenen zehn Jahren zum Goldstandard entwickelt. Bisher haben Ärzte die hauchdünnen Transplantate direkt selbst im OP und vor dem Eingriff präpariert. Zunehmend greifen Operateure nun auf in der Hornhautbank vorpräparierte Transplantate zurück. Sie bieten nicht nur aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) deutliche Vorteile sowohl hinsichtlich Handhabung als auch Transplantatüberleben.

Vorsicht bei farbigen Kontaktlinsen

Farbige Kontaktlinsen sind gerade zur Karnevalszeit ein beliebter Hingucker. Wer die freiverkäuflichen Fun- oder Crazylinsen aber zu lange trägt oder nicht auf die nötige Hygiene achtet, riskiert schwere Verletzungen und Infektionen der Augenhornhaut. Davor warnt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Experten raten dazu, die Linsen nur wenige Stunden zu tragen und bei roten, brennenden oder tränenden Augen sofort einen Augenarzt aufzusuchen.

Augenklinik Sulzbach erweitert Spezialambulanz

Die Sektion Lidchirurgie der Augenklinik Sulzbach ist die größte im Saarland und spezialisiert auf minimal-invasive Verfahren. Mit modernen Biomikroskopen und computergestützten bildgebenden Verfahren stellt die Sektion für Lidchirurgie nahezu alle relevanten Organstrukturen in der Augenheilkunde dar. Unter Leitung von Pirv.-Doz. Dr. med Gesine Szurman setzt die Lidchirurgie neue Impulse für schonendere Operationen am Auge und erweitert das Angebot der Spezialambulanz. Erstmals im Saarland ist jetzt die schonende Behandlung der Volkskrankheit “Tränendes Auge” mit dem Mikro-Endoskop möglich. Ermöglicht wird das durch eine minimal-invasive Behandlungsoption.

Neue Regelung zur Brille als Kassenleistung

Bei mehr als 6 Dioptrien wird die Brille zur Kassenleistung, teilt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) mit. Der Bundestag habe damit einer Forderung des DBSV entsprochen und eine gravierende Lücke bei der Sehhilfenversorgung gesetzlich Krankenversicherter geschlossen. Bei Kurz- und Weitsichtigkeit werden zukünftig Sehhilfen mit mehr als 6 Dioptrien von der Kasse gezahlt, bei Hornhautverkrümmung reichen mehr als 4 Dioptrien. Diese Regelung wurde mit dem heute vom Bundestag verabschiedeten Gesetz zur Stärkung der Heil-und Hilfsmittelversorgung (HHVG) beschlossen.

Lebensstil kann Katarakt beeinflussen

Fast zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden an Katarakt. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Zigarettenrauch und starkes Übergewicht sind wichtige Risikofaktoren, die die Trübung der Augenlinse beschleunigen bis schließlich eine Operation nötig wird. Patienten mit einer beginnenden Linsentrübung müssen über diese Risikofaktoren aufgeklärt und bei der Umsetzung eines gesünderen Lebensstils unterstützt werden, fordern Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).

Tübinger Studie zur Signalverarbeitung in der Netzhaut

Was wir sehen, wird nicht erst im Gehirn verarbeitet. Bereits in der Netzhaut sind zahlreiche verschiedene Zelltypen dafür verantwortlich, visuell Wahrgenommenes in seine Komponenten zu zerlegen und diese auf verschiedenen Kanälen an das Gehirn weiterzuleiten. Dabei spielen die Bipolarzellen eine zentrale Rolle, denn sie verarbeiten die Reize aus den lichtempfindlichen Zellen des Auges als erstes. Ihre Arbeitsweise haben Tübinger Neurowissenschaftler nun in einer Studie detailliert untersucht und im Fachmagazin Nature veröffentlicht.

Halobacterium salinarum: Die einzellige Urform des Sehens

Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind. Endeckt wurde es am 24. Januar 1917 von Heinrich Klebahn, der mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs stach, ihn auf festen Nährboden übertrug und dort einige Wochen später rote Kolonien eines „Salzbakteriums“ fand. Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM).

Die Netzhaut als Indikator für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Inwieweit kann die Gefäßstruktur der Netzhaut Aufschluss über das individuelle Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung geben? Dies ist die zentrale Frage der Promotionsarbeit von Dr. Alexander Karl-Georg Schuster, für die er den Promotionspreis des Hermann-Wacker-Fonds erhalten hat. Dr. Schuster konnte in dieser Arbeit zeigen, dass von einem Zusammenhang zwischen kardiovaskulären Risikofaktoren wie beispielsweise Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz und der Gefäßstruktur der Netzhaut auszugehen ist. Der Promotionspreis des Hermann-Wacker-Fonds ist mit 1.000 Euro dotiert, so die Universitätsmedizin Mainz.

Möglicher Ansatzpunkt für die Therapie der Progressiven Supranukleären Blickparese

Die seltene Hirnerkrankung „Progressive Supranukleäre Blickparese“ ist bislang nicht heilbar und ihre Symptome lassen sich nur begrenzt lindern. Sie kann unter anderem die Bewegung der Augen, das Gleichgewicht und die Sprechfähigkeit beeinträchtigen. Wissenschaftler des DZNE und der Technischen Universität München (TUM) haben nun in Laborstudien einen molekularen Mechanismus gefunden, der vielleicht zu besseren Behandlungsmethoden verhelfen könnte. Im Mittelpunkt steht ein Protein namens PERK (Protein Kinase RNA-like Endoplasmic Reticulum Kinase). Ein Forscherteam um Prof. Günter Höglinger berichtet darüber im Fachjournal „EMBO Molecular Medicine“, teilt das Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE) mit.

UK Essen: Neues Klinikgebäude für die Augenklinik

Am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) starten die Bauarbeiten zur Modernisierung und Erweiterung der Augen- sowie Hals-, Nasen- und Ohrenklinik. Bis Ende 2018 entstehen hier ein hochmoderner Operationstrakt mit insgesamt acht Operationssälen und neuen Ambulanzen. Darüber hinaus wird das bisherige Gebäude modernisiert. Gemeinsam mit dem Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen, dem Ärztlichen Direktor und Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Jochen A. Werner und dem Kaufmännischen Direktor Thorsten Kaatze legte NRW-Ministerin Svenja Schulze heute Nachmittag den Grundstein für eines der innovativsten medizinischen Zentren Europas.