Kurznachrichten

Forschungsprojekt: “Künstlicher Glutamatschalter” bei degenerierten Photorezeptoren

Eine interdisziplinäre Forschergruppe arbeitet an der Entwicklung eines “autonomen neurochemischen Implantats“, das durch eine gezielte und steuerbare Freisetzung des Botenstoffs Glutamat die Funktion degenerierten Photorezeptoren ersetzen soll. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit insgesamt 1,4 Millionen Euro.

Forschung: Hydrogele zur Therapie von Netzhauterkrankungen

Im Rahmen eines Regensburger Forschungsprojekts sollen neuartige Hydrogele für den Einsatz von Proteinen und Nukleinsäuren im Glaskörper hergestellt und getestet werden. Ziel sei dabei unter anderem, bessere Voraussetzungen für die Behandlung von Erkrankungen der Netzhaut zu schaffen. So sollen die Forschungen langfristig dazu beitragen, Substanzen für Therapien verfügbar zu machen, die man derzeit aufgrund ihrer geringen Stabilität im Auge noch nicht einsetzen kann.

Schlüssel-Gen für die Sehfähigkeit

Stammzellforscher um Prof. Dr. Magdalena Götz, Helmholtz Zentrum München, untersuchten die Wirkung des Transkriptionsfaktors AP2gamma auf die Reifung von Vorläuferzellen zu Nervenzellen während der Embryonalentwicklung von Mäusen. Dabei zeigte sich, dass AP2gamma für die Ausbildung einer funktionierenden Sehrinde der Tiere unbedingt erforderlich ist. Da das AP2gamma-Gen bei Primaten besonders stark in den Vorläuferzellen für die entwicklungsgeschichtlich jungen oberen Schichten der Hirnrinde aktiv ist, könnten diese Ergebnisse auch neues Licht auf die Evolution des menschlichen Gehirns werfen.

Internationaler Tag des Weißen Stockes

Seit 40 Jahren findet jährlich am 15. Oktober der „Internationale Tag des Weißen Stockes“ der Vereinten Nationen statt, an dem blinde Menschen auf ihre Möglichkeiten und Probleme in der Gesellschaft aufmerksam machen. Anlässlich des Jubiläums weisen der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) auf die „unsichtbaren“ Betroffenen hin.

BVA kritisiert Berichterstattung über fehlerhafte Abrechnungsdiagnosen

Die Wochenzeitschrift DER SPIEGEL berichtete in der Ausgabe 41/2009 (S. 48-51) ausführlich über Fehlcodierungen in verschiedenen Arztgruppen sowie entsprechend falsch verteilte Kassenzuschläge aus dem Gesundheitsfonds. Angeführt wurde in diesem Zusammenhang eine Häufung von augenärztlichen Fehlcodierungen, die zahlreiche Patienten mit der Diagnose HIV-Infektion versehen hatten. In allen Fällen sei eine in der ophthalmologischen Branche weit verbreitete Praxis-Software eines bestimmten Anbieters benutzt worden. Der Berufsverband der Augenärzte (BVA) kritisiert die Berichterstattung, die den Eindruck erwecke, Ärzte und Kassen hätten ein gleichgerichtetes Interesse an“solchen Vorgängen“.