Aus der aktuellen Ausgabe

Fallbericht: Karzinomassoziierte Retinopathie

Die Karzinomassoziierte Retinopathie ist eine seltene Variante des paraneoplastischen Syndroms. Dr. Patrick Straßburger (Chemnitz) berichtet über einen 71-jährigen Patienten, der bei der Vorstellung eine subjektive Sehverschlechterung im Sinne von Gesichtsfeldeinschränkung am linken Auge beklagte, die einige Tage zuvor eingesetzt hatte. Ausgedünnte Arteriolen und multiple Mikroembolien legten den Verdacht eines vaskulären Geschehens nahe. Nach stationärer Aufnahme erfolgte trotz Hochdosis-Steroidtherapie eine deutliche Progression der Gesichtsfelddefekte und es zeigte sich ein deutlich ausgedünntes arterielles Gefäßbild. Erst in einer Dünnschicht-Thorax-CT-Aufnahme zeigte sich ein suspekter Befund im Lungenoberlappen. 

Serie Auge und Sehen: Die Spaltlampe

Serie zur Sammlung Roth
Ein erkranktes oder verletztes Auge zu untersuchen, einen Fremdkörper im Auge aufzuspüren oder einen grauen Star auszuschließen, das gelang in der Zeit vor der Herstellung der ersten Vergrößerungsgläser kaum. Man war auf gutes Glück angewiesen, um zum Beispiel einen Splitter auf der Hornhaut oder Bindehaut zu entdecken oder gar zu entfernen. Allein der kurzsichtige Untersucher war hier im Vorteil, nur er konnte selbst im hohen Alter das Auge seines Patienten ohne Sehhilfe aus nächster Nähe betrachten. Erst die Konstruktion eines brauchbaren Augenmikroskops durch den Schweden Gullstrand brachte Anfang des 20. Jahrhunderts den Durchbruch in der Diagnostik der vorderen Augenabschnitte.

Auswahl von Premium-IOL

Einfluss von okulären und systemischen Komorbiditäten
Bei einem Linsenaustausch im Rahmen der Kataraktchirurgie bieten sich eine Vielzahl von Kunstlinsen zur Implantation an. Neben Standardlinsen, die einen guten postoperativen Visus gewähren, stellen so genannte Premiumlinsen eine Möglichkeit dar, die Abhängigkeit des Patienten von der Brille deutlich zu verringern oder sogar eine Brillenfreiheit zu erzielen. Die Erwartungen der Patienten, die sich für eine zuzahlungspflichtige IOL entscheiden, sind jedoch entsprechend höher. Sehgewohnheiten und Anforderungen müssen genau geklärt sein, da nicht jede Premium-IOL für jeden Patienten gleich gut geeignet ist. Dr. Stefanie Schmickler (Ahaus) fasst die wesentlichen Kriterien insbesondere bei Vorliegen von okulären und systemischen Komorbiditäten zusammen.

Patientenzufriedenheit nach ­MIOL-Chirurgie

Ergebnisse einer standardisierten Patientenbefragung
Die Patientenzufriedenheit ist der zentrale Indikator für den Erfolg einer refraktiven Operation innerhalb des Follow-up. Sie dient als Qualitätskontrolle und als Grundlage für Optimierungen bei der postoperativen Behandlung. Die Universitäts-Augenklinik Hamburg-Eppendorf führt drei Monate nach der Implantation anhand eines standardisierten Fragebogens eine telefonische Patientenbefragung durch, bei der unter anderem Angaben zum subjektiven Sehvermögen in der Nähe, im Intermediärbereich und in der Ferne eingeholt werden. Dr. Andreas Frings (Hamburg) stellt die Ergebnisse zur Patientenzufriedenheit nach MIOL-Chirurgie dar.

Fallbericht: Okuläre Manifestation einer intrakraniellen arteriovenösen Fistel

Intrakranielle arteriovenöse Shunts stellen kein homogenes Krankheitsbild dar und können sich verschiedenartig okulär manifestieren. Ein schwer einstellbares Sekundärglaukom ist eine häufige Komplikation und stellt eine Indikation zur Behandlung dar. Dr. Jens Heichel (Halle/Saale) berichtet über eine 76-jährige Patientin, die zur Mitbeurteilung bei Augenrötung und medikamentös nicht einstellbarem Glaukom vorstellig wurde. Der Augeninnendruck lag trotz topischer Dreifachtherapie beidseits bei über 30 mmHg.

Presbyopiekorrektur mit dem ­Raindrop-Inlay

Hornhautimplantate beziehungsweise korneale Inlays bieten eine Option zur Korrektur der Presbyopie. Bereits seit einigen Jahren verfügbar ist das KAMRA-Inlay, das das Prinzip einer stenopäischen Lücke nutzt, oder die ringförmige Flexivue-Linse. Eine neue weitere Möglichkeit stellt inzwischen das so genannte Raindrop-Inlay dar, eine durchsichtige Mikrolinse aus biokompatiblem Material, dessen Brechkraft der Kornea entspricht. Dr. Detlev Breyer (Düsseldorf) hat das Raindrop-Inlay bereits bei sechs Patienten implantiert und fasst seine Erfahrungen zusammen.

Serie Auge und Sehen: Eine Augensalbe

Serie zur Sammlung Roth
Die Therapie des erkrankten oder verletzten Auges beschäftigt die Menschen schon seit Jahrtausenden. Die Arbeiten in den Stein­brüchen oder bei der Metallbearbeitung waren einst nicht ungefährlich, Verletzungen bei der Arbeit an der Tagesordnung. Ulzera nach Fremdkörperverletzungen entzogen sich der Therapie, Perforationen führten zum Verlust des Auges. Schriftliche Überlieferungen zu irgendeiner Behandlung fehlen, das Wissen um das therapeutische Vorgehen ging verloren. Erst seit dem frühen Mittelalter kennt man brauchbare Rezepturen, sie sind meist handschriftliche Unikate. Erst nach Erfindung des Buchdrucks fanden sie eine weite Verbreitung. Eine frühe Broschüre berichtet über die entzündlichen Erkrankungen der Augen und den Gebrauch einer Augensalbe. Sie hat durchaus ­werbenden Charakter.

Interview mit DGII-Tagungspräsident Prof. Albert J. Augustin

„Dreams and Reality“
Nach Karlsruhe lädt in diesem Jahr der 29. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII). Vom 26. bis 28. Februar bietet die Jahrestagung wissenschaftliche Vorträge, Wet-Labs, Kursveranstaltungen sowie ein Programm für das Pflegepersonal. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Albert J. Augustin, dem DGII-Tagungspräsidenten und Direktor der Augenklinik des Städtischen Klinikums Karlsruhe, über die diesjährige Fortbildung zum Hauptthema „Dreams and Reality in der modernen Ophthalmochirurgie“.

XXVIII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Bonn (Teil 2)

Ophthalmogeschichte(n) in der ­ehemaligen Hauptstadt
Im Oktober tagte im traditionsreichen Bonner Hotel Dreesen zum 28. Mal die ophthalmohistorische Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) und bot mit 26 angemeldeten Vorträgen und Postern ein höchst vielseitiges und interessantes wissenschaftliches Programm. Im zweiten Teil des Tagungsberichtes fasst Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) Inhalte aus der dritten und vierten wissenschaftlichen Sitzung sowie die Posterausstellung zusammen.