Aus der aktuellen Ausgabe

Retina: Lichtbeugung im Raumgitter (Teil 1)

Die Retina des Auges enthält als kortikale Schicht drei zelluläre Körnerschichten, die den Rezeptoren lichtwärts vorgelagert sind. Die dritte Schicht stellt ein Raumgitter dar, das als Resonator im Fresnel-Nahfeld stehende Raumwellen erzeugt, die Zapfen oder Stäbchen empfangen können. Dr. Norbert Lauinger vom Institut für Optosensorik in Wetzlar erörtert anhand von Berechnungen, ob die Optik oder die Pigmente der Fotorezeptoren das menschliche Farben- und Dämmerungssehen bestimmen. Die praktische Relevanz der Daten wird im Zusammenhang mit der Entwicklung zukünftiger Retina-Implantate auf der Grundlage der Fresnel-Nahfeld-Raumgitteroptik gesehen.

Der Augenarzt im Bild

Serie zur Sammlung Roth
Abbildungen von Menschen bei ihrer Arbeit oder in ihrem Beruf gibt es viele. Frühe Holzschnitte, Kupferstiche oder die ersten Portraits als Ölgemälde zeigen bevorzugt das Bild des Priesters, des Landesherren, des Gelehrten und seit der Renaissance auch das des einfachen Bauern beim Pflügen. Darstellungen des Mediziners am Patienten waren damals wohl nicht gefragt, Ratsherren machten sich zu Zeiten Rembrandts besser auf der Staffelei. So ist es nicht verwunderlich, dass sich erst ab der Mitte des 19. Jahrhundert Abbildungen ­finden lassen, meist sind es nur Grafiken in den Gazetten, die sich mit dem Arzt und seinem Patienten beschäftigen. Äußerst selten aber ist es ein Augenarzt, dessen Berufsbild vom Maler dargestellt wird.

Die Bildgebung der Haut der Lider

Ophthalmology meets Dermatology
Die Lider sind aufgrund ihrer Funktion und der Anatomie ihrer dem Augapfel zugewandten Seite als Adnexe des Auges Teil der Ophthalmologie; die sie bedeckende Haut, das Integument, ist primär ureigenstes Gebiet der Dermatologie, nimmt aber oft auch an dem Krankheitsgeschehen des Auges teil. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) gibt ein Update zu aktuellen Möglichkeiten der Bildgebung bei Erkrankungen der Haut der Lider.

Einkommensteuerliche Vergünstigungen bei Praxis-Veräußerung

Der bei Veräußerung oder Aufgabe einer Augenarzt-Praxis entstehende Buchgewinn unterliegt der Einkommensbesteuerung (§ 16 EStG). Das ist für den Praxisinhaber, insbesondere wenn er seine Praxis aus Altersgründen nicht mehr weiterführen kann oder will, ein Kostenfaktor, den er häufig nicht in Rechnung stellt und der ihn insofern unvorbereitet trifft. Mangelnde Vorsorge für diesen Fall bringt nicht selten erhebliche Probleme für die Betroffenen mit sich. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert anhand von Beispielen die möglichen einkommensteuerlichen Vergünstigungen bei Praxis-Veräußerung.

Berliner Immunologie Seminar 2017

Akute Entzündungen des Auges
Das diesjährige Berliner Immunologie Seminar (BIS) fand am 17. Juni traditionell im Kaiserin Friedrich Haus Berlin unter der Leitung von Prof. Uwe Pleyer, Augenklinik der Charité Berlin, Campus Virchow Klinikum statt. Das Thema umfasste „die Konzertdramaturgie“ bei den Entzündungen am Auge. Ein Bericht von Dr. Dominika Pohlmann (Berlin).

Glaukomdiagnostik und Trendanalyse mit OCT

Anwendung der OCT in der Diagnostik des Glaukoms (Teil 1)
Primäres Offenwinkelglaukom, Normaldruckglaukom und weitere Glaukome sind als neurodegenerative Erkrankungen gekennzeichnet durch progredienten Verlust der Fasern des Nervus opticus. Eine rechtzeitige Diagnose dieser Glaukomformen sollte daher nicht nur funduskopische, gonioskopische, tonometrische, pachymetrische und perimetrische Befunde umfassen, sondern im Idealfall auf dem Nachweis des progredienten Nervenfaserverlustes basieren. In der Regel lässt sich mit Hilfe der Optischen Kohärenztomographie der glaukomatöse Verlust von retinaler Nervenfaserschicht oder inneren Netzhautschichten zu einem frühen Zeitpunkt nachweisen. Dr. Georg Niepel (Stolberg) erörtert die für die Glaukomdiagnostik entscheidenden Parameter im OCT.

Deep Sclerokeratodissection (DSKD)

Neue Variante einer nichtpenetrierenden Glaukomoperation
Die Deep Sclerokeratodissection (DSKD) stellt eine neue Variante der nichtpenetrierenden Glaukomoperation dar, bei der – im Unterschiede zur tiefen Sklerektomie, der Deep Sclerectomy – nur ein skleraler Deckel präpariert und darauf verzichtet wird, sklerales Gewebe zu exzidieren. Dr. Anna Sophie Mursch-Edlmayr, Prof. Daniel S. Mojon, FEBO, und Priv.-Doz. Dr. Matthias Bolz (Linz) stellen das von Professor Mojon entwickelte chirurgische Vorgehen vor und berichten über Ergebnisse einer ersten Pilot-Studie zur DSKD, die zukünftig eine Option vor allem bei der Operation von Augen mit dünner Sklera (zum Beispiel bei hoher Myopie) oder bei Revisionen nach Glaukomoperationen darstellen könnte.

Das STARflo-Glaukomimplantat

Erste Resultate einer prospektiven klinischen Beobachtungsstudie
Das STARflo-Glaukomimplantat ist ein drainagefreies System, das für die operative Behandlung des therapierefraktären Offenwinkelglaukoms (PCOWG) entwickelt wurde. Die ersten Ergebnisse einer prospektiven klinischen Beobachtungsstudie über die Implantation bei Patienten mit einem moderaten bis fortgeschrittenen Offenwinkelglaukom sind vielversprechend als alternativer Eingriff zur konservativen Glaukomchirurgie. Dr. Sofia Fili, FEBO, Dr. Peter Wölfelschneider und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) stellen das Vorgehen und die Resultate an der Klinik für Augenheilkunde im St.-Johannes-Hospital Dortmund vor.

Aktuelle Glaukomchirurgie – eine Einordnung

In den letzten Jahren sind in der Glaukomchirurgie eine ganze Reihe neuer Operationsverfahren und verschiedener Miniimplantate eingeführt worden, die durch ihre Vielzahl, aber auch durch die unterschiedlichen Konzepte selbst Glaukomspezialisten den Über- und Durchblick erschweren. In den meisten Fällen handelt es sich nicht um wirklich neue Operationskonzepte, sondern zumeist um technische Innovationen von Mikroinstrumentarien beziehungsweise filigran gefertigte Mikroimplantate aus besonderen Materialien. Prof. Thomas Dietlein (Köln) gibt einen Überblick über die derzeitigen Glaukomverfahren und geht der Frage nach, welche Eingriffe wirklich angeboten werden sollten.

Pupillometrie: Präzise Messung mit neuem Verfahren

Eine exakte Darstellung der Pupillenweite ist vor allem bei geringer Leuchtstärke des Umfelds schwierig, weil die zur Messung erforderliche Lichtmenge die Ergebnisse überlagert. Mittels einer hochauflösenden Spiegelreflexkamera und einer ausgeklügelten Beleuchtungseinrichtung zur Ausleuchtung der vorderen Augenabschnitte über einen dimmbaren Leuchtdiodenring lassen sich nicht nur die Pupillenweite, sondern auch das Pupillenspiel optisch erfassen und über eine entsprechende Software am Computer auswerten. Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Shakir Al-Dulaimi (Ulm) erläutern eine Möglichkeit der präzisen Messung mittels einer einfachen und praxistauglichen Technik