Aus der aktuellen Ausgabe

Berliner Immunologie-Seminar tagte als Hybrid-Veranstaltung

„Virale Erkrankungen des Auges“
Das diesjährige Berliner Immunologie-Seminar fand aufgrund von pandemiebedingten Einschränkungen durch das Coronavirus SARS-CoV-2 am 12. Juni als Hybridveranstaltung, einer Kombination aus Präsenz- (traditionell im Kaiserin-Friedrich-Haus in Berlin) und Onlineveranstaltung, unter der Leitung von Prof. Uwe Pleyer, Augenklinik der Charité Berlin, statt und wurde als Livestream übertragen, sodass die zuvor angemeldeten Teilnehmer online an der Veranstaltung teilnehmen konnten. Im Zentrum des Berliner Immunologie-Seminars standen „Virale Erkrankungen des Auges – Eine interdisziplinäre Herausforderung in Pandemiezeiten“. Ein Bericht von Dr. Simon Trick (Ulm).

Korneale OCT zur Verlaufsbeurteilung nach tektonischer anteriorer lamellierender Keratoplastik

Eine drohende Perforation der Hornhaut stellt einen ophthalmologischen Notfall dar. Zur Versorgung steht unter ­anderem die tektonische anteriore lamelläre Keratoplastik (ALK) zur Verfügung. Zur prä- und postoperativen Beurteilung eignet sich die korneale OCT als hochauflösendes und kontaktfreies Diagnostikverfahren. In einer retrospektiven klinischen Untersuchung an der Augenklinik Berlin-Marzahn wurden 31 Patienten untersucht, die eine tektonische ALK von 2 bis 8 mm in Tropfanästhesie und anschließender therapeutische Kontaktlinsenanpassung erhielten. Zu den erhobenen Parametern gehörten der mittlere postoperative Visus, die Anzahl und Art der Re-Operationen, die Indi­­ka­­tio­­nen, die prä- und postoperative Pachymetrie sowie morphologische Veränderungen, die anhand der kornealen OCT evaluiert wurden. Dr. Valentin Hooijer und Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer (Berlin) stellen die Ergebnisse vor.

Zum 33. Internationalen Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC)

„Ein Forum für Goldstandards“
Vom 17. bis 19. Juni tagte erstmals im digitalen Format der 33. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC), in dessen Rahmen auch das jährliche Joint Meeting mit der ISRS/AAO stattfand. Neben aktuellen Kontroversen und Diskussionen ist die Würdigung von Kollegen und Leistungen in Form von Auszeichnungen, Lectures und der Aufnahme in die Hall of Fame ein traditioneller Höhepunkt des DOC-Kongresses. Im Symposium „Covid-19 und Auge“ wurden die Auswirkungen der Pandemie auf den Alltag von Augenärzten und Augenkliniken dargestellt. Von Katica Djaković.

IOL-Optionen bei irregulärer Hornhaut

Die irreguläre Hornhaut stellt häufig eine refraktive und chirurgische Herausforderung dar. Dies insbesondere dann, wenn zusätzlich eine Linsentrübung vorliegt und die Linse operiert werden muss (Hardten und Hardten 2021). Die Irregularität der Hornhaut kann viele Ursachen haben. Neben degenerativen Veränderungen wie Keratokonus spielen oft Traumata oder vorangegangene korneale Eingriffe wie refraktive Laserbehandlungen oder die Keratoplastik eine Rolle. Von Prof. Wolfgang J. Mayer (München).

Additive Hinterkammerlinsen – auch zur Presbyopieversorgung

Retrospektiver Vergleich der Implantationsergebnisse zweier phaker Intraokularlinsen
Die refraktive Versorgung von Patienten mit hohen Fehlsichtigkeiten oder mit Hornhäuten, die aus medizinischer Sicht ungeeignet zur Anwendung refraktiver Laserchirurgie sind, kann mit modernen additiven Hinterkammerlin sen durchgeführt werden. Im Gegensatz zum refraktiven Linsenaustausch bleibt hier die eigene Akkommodations fähigkeit des Patienten erhalten. Priv.-Doz. Dr. Suphi Taneri, FEBOS-CR (Münster) stellt eigene klinische Ergebnisse nach Implantation additiver Hinterkammerlinsen zwischen 2011 und 2020 dar.

Refraktiver Linsenaustausch mit torischen und multifokal-torischen IOL

Indikation – Achsgenaue Implantation – Nachbehandlung
Ein refraktiver Linsenaustausch erfordert höchste Präzision und macht, aufgrund der hohen optischen Anforderungen der Patienten, oft die Implantation von komplexen Optiken notwendig. Dazu gehören Premium-IOL mit optischen Eigenschaften – wie EDoF, diffraktive, asphärische, torische oder auch (pseudo-)akkommodative Linsen – die, auf das individuelle Patientenauge und die Sehgewohnheiten abgestimmt, ein gebrauchstüchtiges bis optimales Sehen in verschiedenen Entfernungen und Beleuchtungssituationen ermöglichen. Dr. Georg Gerten (Köln) erörtert die Implan tation und Nachbehandlung von IOL mit torischen und multifokalen (diffraktiven) torischen Optiken.

Modellsystem zur Simulation der IOL-Abbildungseigenschaften

Individuelle Bewertung von Intraokularlinsen zur patientenspezifischen Auswahl
Die gesamte Anatomie des abbildenden optischen Systems ist mittlerweile standardmäßig erfassbar. Die mit den verschiedenen Verfahren gewonnenen und zusammengestellten Daten können in patientenspezifische dreidimensionale Computermodelle überführt werden und zur Analyse der Abbildungsqualität einer Intraoku larlinse bei phaken, aphaken und pseudophaken Augen genutzt werden. Auch bei kornealen Eingriffen ist der Einsatz solcher patientenspezifischen Modellsysteme angedacht. Prof. Uwe Oberheide (Köln) beschreibt die Optionen bei der patientenindividuellen Modellierung.

IOL-Konzepte im Vergleich

Praxis-Kooperationsprojekt: In-Vitro-Studien auf der optischen Bank
Ein Kooperationsprojekt zweier Praxen zielt darauf ab, innovative Linsenkonzepte objektiv und fokussiert auf praxisnahe Fragestellungen zu analysieren. Hierzu wurden In-vitro-Studien auf der optischen Bank durchgeführt, um die optischen Eigenschaften des Linsendesigns herauszuarbeiten und objektiv vergleichbar zu machen. Die Ergebnisse der experimen tellen Versuchsanordnungen sollen dem niedergelassenen Kataraktchirurgen einen besseren Überblick über neuartige IOL-Generationen liefern und das praxiseigene Linsenportfolio für unterschiedliche Anwendungsgebiete und Patienten erweitern und spezifizieren. Dr. Rüdiger Schmid FEBO (Ulm) und Dr. Andreas F. Borkenstein (Graz) stellen ihr Projekt vor.

Deutsches Pilotprojekt des weltweiten „Sight for Kids“-Programms

Sight for Kids – so lautete das Motto eines Augengesundheits- und Sehtest-Programms für Kinder, das 2002 in Partnerschaft zwischen der Lions Clubs International Foundation (LCIF) und dem Unternehmen Johnson & Johnson Vision ins Leben gerufen wurde. Das Programm mobilisiert Augenärzte und augenoptische Fachkräfte zur Bereit stellung umfassender Augenbehandlungsdienste in einkommensschwachen Schulen in Asien, Afrika und auch Europa. Damit sollen Sehstörungen, Fehlentwicklungen und Sehfehler bei Schulkindern möglichst frühzeitig erkannt und einer Versorgung zugeführt werden. Die weltweit tätige Initiative wurde nun auch in einem Pilotpro jekt an einer baden-württembergischen Grundschule umgesetzt. Werner Schwenk, Thomas Weber und Kai Mothes berichten über das Projekt, das unter ihrer Beteiligung durchgeführt wurde.

Fallbericht: Morbus Wilson beim Kontaktlinsenträger

Morbus Wilson ist eine seltene autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung, die durch eine gestörte Kupferaus scheidung im Körper gekennzeichnet ist. Dr. Anja Birzer und Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) berichten über eine 68-jährige Patientin, die zur Untersuchung in der Augenambulanz vorstellig wurde. Sie trägt seit etwa 40 Jahren weiche hydrophile Linsen zum Ausgleich einer Myopie. Ihrem Anpasser fällt bei der Kontrolle ein breiter grüner Ring auf der Hornhaut beider Augen auf. Anamnestisch war der Ring der Patientin zwar bekannt, hatte aber für sie und ihren Hausarzt keine weiteren Konsequenzen.