Autor: Ulrike Lüdkte

Tübingen: Interdisziplinäre Schulsprechstunde der Augenklinik

Bis Ende 2009 gab es an der Universitäts-Augenklinik eine viel genutzte, interdisziplinäre Schulsprechstunde für sehbehinderte Kinder, die unter anderem Beratungen zu Schulfragen und Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten anbot. Die Kindersprechstunde musste eingestellt werden, da vom Land keine Mittel zur Verfügung gestellt wurden. Jetzt spenden der Rotary Club Reutlingen-Tübingen Nord und die Zeltwanger Holding GmbH Tübingen je 5.000 Euro, mit denen die Sprechstunde ab 11. Mai ihre Beratung wieder aufnehmen kann, teilte die Universität mit.

Fünfter Junius-Kuhnt-Award für Regensburger Wissenschaftler

Der Humangenetiker Prof. Bernhard Weber (Regensburg) wurde für seine grundlegenden Arbeiten zu den genetischen und molekularen Ursachen der Altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) zum fünften Mal mit dem Junius-Kuhnt-Award geehrt. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird gemeinsam von der Universitäts-Augenklinik Bonn sowie dem Pharma-Unternehmen Novartis verliehen und wurde beim diesjährigen Makula Update in Berlin überreicht.

Schilddrüsenhormon reguliert lebenslang die Farbsehpigmente

Bisher ging man davon aus, dass die Farbempfindlichkeit der Zapfen in der erwachsenen Retina festgelegt ist. Forscher am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main konnten nun jedoch gemeinsam mit Kollegen der Universität Frankfurt am Main und von Universitäten in Wien zeigen, dass bei Mäusen und Ratten auch in bereits ausgereiften Zapfen die Produktion des Sehpigments durch Schilddrüsenhormone reguliert wird. Es sei zu vermuten, heißt es seitens des Max-Planck-Institutes, dass dieser Regelkreis bei allen Säugetieren einschließlich des Menschen vorliegt. Ein im Erwachsenenalter auftretender Schilddrüsenhormonmangel (Hypothyreose) würde sich dann auch auf das Farbensehen auswirken.

NCL: Screening für Wirkstoffe beginnt

Die Juvenile Neuronale Ceroid-Lipofuszinose (JNCL) ist eine seltene Krankheit, für die es bisher keine Therapie gibt. Die Arbeitsgruppe um Dr. Mika Ruonala erforscht seit vier Jahren im Center for Membrane Proteomics der Goethe-Universität Frankfurt, welche Folgen der zugrunde liegende Gendefekt auf der zellulären Ebene hat. Inzwischen haben die Forscher genügend Angriffspunkte für Medikamente gefunden, so dass sie nun in Kooperation mit der Harvard Medical School in Boston, USA, ein Screening für Wirkstoffe beginnen können, teilt die NCL-Stiftung mit.

DOG fordert mehr Forschung angesichts zunehmender Blindheit und Sehbehinderung

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) rechnet bis zum Jahr 2030 mit 25 Prozent mehr Blinden und Sehbehinderten in Deutschland. Denn die Deutschen werden immer älter – Blindheit und Sehbehinderung sind hierzulande vor allem ein Problem des Alters. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Diese Trends sind Ergebnis der Auswertung von Daten des Blindengeldarchivs des Landschaftsverbands Rheinland durch ein Forscherteam der Universitäts-Augenklinik Bonn, teilt die DOG mit.

„Rote Augen“: Nicht immer sind die Pollen schuld

Kaum blühen rundum die ersten Bäume und Blumen, beginnt für viele Menschen eine Leidenszeit: Die Augen jucken, tränen und schwellen an, die Bindehaut wird rot. Die Diagnose „allergische Bindehautentzündung“ liegt nahe. Der Berufsverband der Augenärzte (BVA) empfiehlt in diesem Fall eine augenärztliche Untersuchung, um sicher zu stellen, dass sich keine ernstere Ursachen hinter den Symptomen verbergen. Und: Mit Augentropfen kann der Augenarzt die lästigen Symptome in der Regel schnell in den Griff bekommen, betont der BVA.

Überlagerte Aktivitätsmuster übermitteln unterschiedliche Seh-Informationen

Fährt mein Zug an oder der am Gleis gegenüber? Welcher Zug sich in Bewegung setzt, erkennt man oft erst dann, wenn man beim Blick aus dem Fenster Relativbewegungen von Konturen an verschiedenen Orten erfasst hat. Doch wie werden diese unterschiedlichen Informationen gleichzeitig durch dasselbe Netzwerk aus Millionen aktivierter Nervenzellen im Gehirn geschleust? Darauf haben Wissenschaftler der Ruhr-Universität in Bochum eine Antwort gesucht.

Urteil zur Auseinzelung von Lucentis

Der 3. Zivilsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts (AZ 3 U 12/09) hat einer Apotheke untersagt, das nach europäischem Recht zugelassene Medikament Lucentis® (Ranibizumab) durch Umfüllen in Fertigspritzen „auszueinzeln“, teilt der Hersteller Novartis mit. Unter Berufung auf deutsches Recht habe die Apotheke aus einer Ein-Portion-Packung jeweils mehrere Fertigspritzen hergestellt und an Augenärzte versandt. Dies sei ohne eigene Arzneimittelzulassung erfolgt. Nach europäischem Recht ist für diesen Herstellungsschritt eine Zulassung zwingend erforderlich. Nach Mitteilung des Unternehmens ist in den zugelassenen Originalflaschen aus Sicherheitsgründen mehr Wirkstoffflüssigkeit enthalten als pro Behandlung erforderlich ist.