Autor: Ulrike Lüdkte

DOG: Verdacht auf Legasthenie: vom Augenarzt abklären lassen

Nicht jede Lese-Rechtschreib-Schwäche muss eine echte Legasthenie sei, darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) hin. Manchmal liegt die Ursache in einer Sehstörung. Eine Brille kann dann häufig helfen. Im Vorfeld ihres Kongresses (29. September bis 2. Oktober in Berlin) rät die DOG deshalb beim Verdacht auf eine Lese-Rechtschreib-Schwäche stets zu einer augenärztlichen Untersuchung. Gleichzeitig warnt die Fachgesellschaft vor wissenschaftlich nicht fundierten Therapien wie der Verordnung von Prismengläsern oder Brillen mit Farbfiltern.

DOG-Kongress: AMD – Augenärzte diskutieren neue Behandlungsansätze

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist hierzulande die häufigste Ursache für schwere Sehbehinderungen und Erblindung im Alter. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich seit der Verfügbarkeit der Medikamente Avastin und Lucentis deutlich gebessert. Derzeit untersuchen Wissenschaftler in Studien, welche weiteren Therapien – von neuen Medikamenten bis hin zur Strahlentherapie – den Sehverlust aufhalten können. Diese neuen Behandlungsansätze diskutieren Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) vom 29. September bis zum 2. Oktober 2011 auf ihrem Kongress in Berlin.

BVA betont Bedeutung von Glaukom-Früherkennung

Beim Glaukom sterben nach und nach die Zellen des Sehnervs ab. Die Ursachen sind vielfältig, oft spielt ein zu hoher Augeninnendruck eine wichtige Rolle. Der Patient hat – von wenigen Ausnahmefällen abgesehen – keine Schmerzen und kann die vom Glaukom verursachten Ausfälle im Gesichtsfeld erst dann erkennen, wenn schon ein großer Teil des Sehnervs unwiederbringlich zerstört ist. Eine Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt ist die einzige Möglichkeit, die Krankheit schon in einem frühen Stadium aufzuspüren und dann erfolgreich zu behandeln. Darauf weist der Berufsverband der Augenärzte (BVA) hin.

Augenuntersuchungen verbessern Früherkennung von Multipler Sklerose und Alzheimer

Untersuchungen des Auges sollen künftig die Diagnose und Therapie neurodegenerativer Erkrankungen verbessern. Denn die Netzhaut liefert schon früh Hinweise auf krankhafte Veränderungen des zentralen Nervensystems. Wie bildgebende Untersuchungen des Auges Erkrankungen wie Multiple Sklerose und Morbus Alzheimer aufdecken, diskutieren Experten auf dem 109. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG.

Regensburg erhält weitere Forschungsgelder für Therapien gegen Erblindung

Seit 2008 untersuchen Forscherinnen und Forscher der Universität Regensburg die molekularen Ursachen, die zum Verlust der Sehfunktion führen. Die Forschergruppe FOR 1075 „Regulation und Pathologie von homöostatischen Prozessen der visuellen Funktion“ um Prof. Dr. Ernst Tamm vom Institut für Anatomie hat dabei in den letzten Jahren große Erfolge verbuchen können. Die Fortschritte der Regensburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wurden nun abermals von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gewürdigt, die den Forschungsverbund für weitere drei Jahre mit 2,9 Millionen Euro fördert.

Glaukom minimal-invasiv operieren

Das Glaukom ist die zweithäufigste Erblindungsursache in Deutschland. Bei der Erkrankungen gehen – in der Regel durch einen zu hohen Augeninnendruck verursacht – die Nervenfasern des Sehnervs zugrunde. Eine schonende Möglichkeit, den Augeninnendruck langfristig zu senken, ist die minimal-invasive Operation mit dem so genannten Trabektom. Vorteile dieser Behandlungsmethode und andere chirurgische Techniken beim Glaukom diskutieren Augenärzte anlässlich des 109. Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), der vom 29. September bis 2. Oktober in Berlin tagt.
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Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft in Aachen

Austausch zwischen experimentellen und klinischen Retinologen
Am 17. und 18. Juni fand im Technologiezentrum am Europaplatz in Aachen die 24. Jahrestagung der Retinologi-schen Gesellschaft statt, zu der Grundlagenforscher und Retinologen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden sowie weiteren europäischen Ländern anreisten. Insgesamt 62 Vorträge bunt durch die Retinologie verteilt, mit einem hohen Anteil grundlagenorientierter Forschungsbeiträge, luden ein zu einer konstruktiven Kommunikation zwischen Klinikern und Wissenschaftlern über ein weites Spektrum der experimentellen sowie klinischen Retinologie. Im Tagungsprogramm wurden weiterhin die aktuellen Aspekte der intraokularen Pharmakotherapie im Rahmen eines IVOM-Zertifizierungskurses aufgearbeitet. Ein Beitrag von Dr. Antonis Koutsonas (Aachen).

Ergebnisse der Umfrage 2010 von BDOC, BVA, DGII und DOG

Aktuelle Trends in der ambulanten Intraokularchirurgie
Jedes Jahr werden von der DGII in Zusammenarbeit mit dem BVA und BDOC, diesmal auch von der DOG mitgetragen, Fragebögen an alle deutschsprachigen Ophthalmochirurgen zum Operationsverhalten versandt. Ausgewertet wurde der Rücklauf in diesem Jahr von Prof. Dr. Martin Wenzel (Trier), Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg), Prof. Dr. Thomas Kohnen (Frankfurt), Dr. Armin Scharrer (Fürth), Dr. Kaweh Schayan-Araghi (Dillenburg) und Dr. Johannes Klasen (Dillenburg). Einige Ergebnisse werden in dieser Ausgabe vorgestellt.

Methoden zur Quantifizierung von Nachstar

Klinisch werden zwei unterschiedliche Arten von Nachstar differenziert: Zum einen der fibrotische und zum anderen der häufiger auftretende, regeneratorische Nachstar, der die Hauptursache für einen Visusverlust nach der Implantation einer Kunstlinse darstellt. Dr. Nino Hirnschall und Prof. Dr. Oliver Findl erläutern die Entstehung des regeneratorischen Nachstars und stellen zwei Messmethoden zur Quantifizierung vor.

Meibomdrüsendysfunktion

Lipidmangel und Trockenes Auge – Neue Optionen für Diagnostik und Therapie
Das Trockene Auge ist eines der häufigsten Krankheitsbilder in der ophthalmologischen Praxis und bietet diagnostische und therapeutische Herausforderungen. Nach neueren Erkenntnissen beruht es überwiegend auf einem Mangel der Lipidphase des Tränenfilms durch eine Verstopfung der Öl produzierenden Meibomdrüsen im Augenlid. Diese Meibomdrüsendysfunktion ist chronisch-diffus und primär nichtentzündlich, führt aber, neben der Symptomatik eines evaporativen Trockenen Auges, zu einer verborgen fortschreitenden Drüsenzerstörung mit Funktionsverlust. Prof. Dr. Erich Knop und Dr. Nadja Knop (Berlin) erläutern die Bedeutung einer rechtzeitigen Diagnose und effizienten Therapie.