Autor: Ulrike Lüdkte

Serie Auge und Sehen: Praxis-Phiolen

Serie zur Sammlung Roth
Nicht nur die Erfindung des Augenspiegels im Jahr 1851 beeinflusste als wichtiges diagnostisches Instrument den Weg der Augenheilkunde zum eigenen Fachgebiet, sondern es waren auch die Chemie und Pharmazie, welche in diesen Jahren die Entwicklung der Ophthalmologie förderten. So gab es in der Mitte des vorletzten Jahrhunderts noch nicht einmal ein Dutzend Medikamente zur Anwendung am Auge, gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts hatte sich ihre Zahl bereits vervielfacht.

Fall: Seltene Ursache einer einseitigen Protrusio

Der solitäre fibröse Tumor ist eine seltene mesenchymale Neoplasie mit meist benignem Wachstumsverhalten. Dr. Susanne Kaskel-Paul und Maria José García Velasco schildern den Fall einer 35-jährigen Patientin, die sich mit einem seit etwa vier Monaten bestehenden schmerzlosen linksseitigen massiven Exophthalmus, einer Visusminderung und Doppelbildern beim Blick nach oben an der Augenklinik am Klinikum Lüdenscheid vorstellte.

“Atlas of Ophthalmology” nun zertifizierter Anbieter von Online-Fortbildungspunkten

Der Atlas of Ophthalmology (http://www.atlasophthalmology.com) ist seit 1.8.11 Anbieter von offiziellen Online-Fortbildungspunkten der Kategorie D. Die Inhalte und der Ablauf der Online-Fortbildung wurden von der Bayerischen Landesärztekammer zertifiziert, teilt der Herausgeber Prof. Dr. Georg Michelson mit: “Die Inhalte der Fortbildung sind Fallbeispiele von Erkrankungen des Auges und der Sehbahn. Die Bilder und Fälle sind frei zugänglich. Sie repräsentieren das ganze Spektrum der Augenheilkunde. Insgesamt umfassen die Fälle in Summe ca. 6000 Fälle oder Diagnosen. Die 19 „Module“ umfassen Falldarstellungen aus allen Bereichen der Augenheilkunde, von Erkrankungen der Lider, Hornhaut und Glaukom bis hin zur Neuroophthalmologie.”

Interview mit Prof. Dr. Thomas Reinhard zum DOG-Kongress 2011

“Herausforderung, aber vor allem auch große Chance”
„Herausforderungen in der Augenheilkunde“ lautet das Thema der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Traditionell wird in Berlin getagt und nachdem der letztjährige DOG-Kongress im Rahmen des frühsommerlich tagenden WOC stattfand, kehrt er nun mit herbstlichem Termin (29. September bis 2. Oktober) wieder ins gewohnte Fahrwasser zurück. Neu hingegen ist die Programmgestaltung der diesjährigen Tagung. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem amtierenden DOG-Präsidenten Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg) über die Neuerungen im Programm und Herausforderungen des Faches.

Das europäische Facharztexamen

Um europaweit die ophthalmologischen Ausbildungsprogramme zu standardisieren und jungen Ophthalmologen eine kontinuierliche medizinisch hochwertige Ausbildung zu ermöglichen, wurde 1995 das vom European Board of Ophthalmology (EBO) getragene europäische Facharztexamen etabliert. Daniel M. Handzel, FEBO (Fulda), erläutert die Anforderungen an die EBO-Absolventen sowie die Akzeptanz der Prüfung auf nationaler Ebene.

Hausberufung in Heidelberg

Interview mit Prof. Dr. Gerd U. Auffarth zu seiner Hausberufung in Heidelberg
Seit dem 1. April leitet Prof. Dr. Gerd U. Auffarth (46) als Ärztlicher Direktor die Universitäts-Augenklinik Heidelberg, an der er bereits seit 15 Jahren mit Schwerpunkt intraokulare Linsen und Kataraktchirurgie tätig ist, habilitierte, und der er zuletzt zwei Jahre kommissarisch als ärztlicher Direktor vorgestanden hatte. Diese in Deutschland seltene Hausberufung erfolgte nach einer externen Ausschreibung und einem externen akademischen Auswahlverfahren der Universität Heidelberg. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Dr. Gerd U. Auffarth über den im hiesigen Wissenschaftsbetrieb akademischen Ausnahmefall.

18. Berliner Immunologie Seminar (BIS) 2011

Komplikationen entzündlicher Augenerkrankungen
Infektionen und Entzündungen des Auges können zu Komplikationen führen, die rasche Entscheidungen erfordern. Oft stellen sie Notfallsituationen dar, deren Verlauf und Ausgang entscheidend von Sofortmaßnahmen abhängt. Im Mittelpunkt des diesjährigen Berliner Immunologie Seminars (BIS) zum Thema „Komplikationen entzündlicher Augen-erkrankungen“ standen daher die Vermittlung von Grundlagen und konkreten Handlungshinweisen zur Prävention und Behandlung von Komplikationen. Priv.–Doz. Dr. Dieter E. Moeller (Berlin) fasst die Inhalte zusammen.

Kommunikationstraining in der Hornhautspendenakquise

Bedarfsanalyse und Entwicklung eines speziellen Trainings für Augenärzte
Gespräche mit der Bitte um das stellvertretende Einverständnis von Angehörigen in eine Hornhautspende scheinen eine große Belastung – nicht nur für Angehörige, sondern auch für das Fachpersonal. In einer Fragebogenerhebung bei Augenärzten, die in der Spendenakquise tätig sind, wurde eine Bedarfsanalyse für ein Kommunikationstraining erhoben und anschließend ein darauf basierendes Training entwickelt. Das Training wurde inzwischen erfolgreich implementiert, mit zahlreichen Mitarbeitern aus unterschiedlichen Hornhautbanken in Deutschland durchgeführt und aktuell mittels Begleitforschung auf Wirksamkeit überprüft. Ein Beitrag von Dr. Stephanie Stiel, Sabine Salla, Dr. André Steinfeld, Prof. Dr. Lukas Radbruch, Prof. Dr. Peter Walter und Dr. Martin Hermel.

Nichtentzündliche Hornhauterkrankungen

Differenzialdiagnostische Entscheidungswege und therapeutische Möglichkeiten
Bei jeder Hornhautpathologie muss zunächst entschieden werden, ob ein entzündliches (insbesondere infektiöses) oder nichtentzündliches Geschehen vorliegt. Definitionsgemäß gehen nichtentzündliche Keratopathien primär mit einem „weißen Auge“ ohne konjunktivale Injektion und ohne Vorderkammerreizzustand einher und es finden sich primär keine kornealen Neovaskularisationen. Prof. Dr. Berthold Seitz, FEBO, (Homburg/Saar) zeigt im Folgenden differenzialdiagnostische Entscheidungswege bei nichtentzündlichen Hornhauterkrankungen sowie therapeutische Möglichkeiten auf.

Hornhauttransplantation: Augenärzte kritisieren EU-Regelung

Vielen Patienten mit getrübter Hornhaut des Auges hilft nur noch eine Hornhautspende. Ärzte könnten bis zu 72 Stunden nach dem Tod eines Organspenders die Hornhaut entnehmen. Doch eine Regelung der Europäischen Union verschärft die Knappheit von Transplantaten: Demnach muss das Blut des Spenders binnen 24 Stunden nach dem Tod entnommen werden, um es auf Krankheiten zu untersuchen. Erfolgt die Blutentnahme später, dürfen Ärzte das Körpergewebe nicht mehr verwenden. Diese Vorgabe erhöht die Sicherheit der Hornhautempfänger kaum, bedingt aber, dass Deutschland weiterhin Hornhauttransplantate vor allem aus den USA einführen muss. Daher fordert die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Hornhautgewebe von der Regelung auszunehmen. Das Thema ist ein Schwerpunkt des DOG-Kongresses Ende September in Berlin.