Autor: Ulrike Lüdkte

Leipzig: Forschungsprojekt untersucht Leistungsfähigkeit von Kinderaugen

Sehfehler wie Kurz- oder Weitsichtigkeit sind auf dem Vormarsch – immer mehr Kinder und Jugendliche brauchen eine Brille. Mit einer neuen Untersuchung widmet sich deshalb das Leipziger Forschungsprojekt LIFE Child der Leistungsfähigkeit von Kinderaugen. Ab Mitte des Jahres wird in dem Teilprojekt des „Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen – LIFE“ das Sehen und die Entwicklung der Augen bei Leipziger Kindern geprüft.

Studie zur Wiederherstellung funktioneller Netzwerke im Gehirn von Teilerblindeten

Eine Studie von Wissenschaftler der Universität Magdeburg zeigt, dass ein Sehverlust nach Schädigung der Netzhaut mit dem Kollaps eines gehirnweiten funktionellen Netzwerkes einhergeht, das normalerweise die Aktivität verschiedener Hirnareale untereinander koordiniert. Wie die Arbeitsgruppe um Prof. Bernhard Sabel in der Zeitschrift NEUROLOGY der „American Academy of Neurology“ berichtet, kann nach ihren Untersuchungen dieses Netzwerk durch eine neuartige Behandlung mit schwachen rhythmischen Strömen wiederhergestellt und somit die verlorene Sehleistung wieder verbessert werden. Darauf weist das Universitätsklinikum Magdeburg hin.

Steuerung des Augenfolgereflexes

Beim Zugfahren den Blick in die Ferne schweifen lassen – was nach reiner Entspannung klingt, erfordert in Wirklichkeit eine Höchstleistung unseres Augenbewegungsapparates. Um ein Verschwimmen des vorbeiziehenden Bildes zu verhindern, müssen unsere Augen mit einer Vielzahl kurzer, wiederholter Bewegungen der Umgebungsgeschwindigkeit folgen. Wissenschaftler um Prof. Stefan Glasauer am Bernstein Zentrum und der Ludwig-Maximilians-Universität in München haben nun in Zusammenarbeit mit Kollegen aus dem Washington National Primate Research Center der University of Washington in Seattle herausgefunden, dass Nervenzellen im hinteren Scheitellappen eine wichtige Rolle bei der Umwandlung der Landschaftsreize in ein Steuersignal für die Augenmuskulatur spielen.

IVOM ab Oktober im EBM

Die intravitreale Medikamenteneingabe zur Behandlung von Augenerkrankungen wie unter anderem der feuchten altersbedingten Makuladegeneration wird zum 1. Oktober als neue Leistung in den EBM aufgenommen. Wie die KBV nach Einigung mit dem GKV-Spitzenverband mitteilt, wird die Leistung extrabudgetär vergütet.

Vibrationssignale als neues technologisches Hilfsmittel für Blinde

Wie kann man blinden oder sehbehinderten Menschen helfen, sich in einer unbekannten Umgebung zurechtzufinden? Dies ist eine Frage, mit der sich Forscher an der Hochschule Furtwangen (HFU) beschäftigen. In dem vom Bundministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt „Intelligente, vibrotaktil induzierte Wahrnehmung“, kurz: iView, entwickeln Forscher ein Informationssystem, das den Berührungssinn anspricht und dem Träger des Systems über Vibrationssignale Umgebungsinformationen übermittelt.

BVA warnt eindringlich vor Anwendung eines „Wundermittels“ am Auge

Ein als Im wird ein Mittel mit der Bezeichnung angepriesen. Prof. Dr. Norbert Schrage vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands warnt ausdrücklich vor der Verwendung des des Produktes „Miracle Mineral Supplement“ (MMS), das in jüngster Zeit im Internet und bei Workshops als „Wundermedizin“, unter anderem auch zur Anwendung am Auge angeboten werde. „Die verkaufte Lösung enthält 28 Prozent Natriumhypochlorit. Sie darf keinesfalls auf die Augen getropft werden. Wenn es zum Augenkontakt kommt muss das Auge sofort ausgespült werden, Es drohen sonst Verätzungen der Augen mit einem erheblichen Erblindungsrisiko.“

Aktionsbündnis „Sehen im Alter“ gegründet

Im Rahmen der Fachtagung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) „Sehen im Alter: Neue Herausforderungen – gemeinsame Antworten“  am 27. bis 28. Juni in Bonn-Bad Godesberg haben der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) eine „Bonner Erklärung“ verabschiedet und ein Aktionsbündnis gegründet, das zum gemeinsamen Handeln aller beteiligten Fachgebiete einlädt – von der Augenoptik über Pflege, Industrie, Medizin, Selbsthilfe und Rehabilitation bis hin zu Politik und Kostenträgern. Altersbedingte Augenerkrankungen haben mit über sieben Millionen Betroffenen in Deutschland die Dimension von Volkskrankheiten erreicht, stellt die „Bonner Erklärung“ fest. „Menschen, die einen Sehverlust erleiden, verlieren den Zugang zu bis zu 80 Prozent der zuvor verfügbaren Informationen“, warnt Renate Reymann, Präsidentin des DBSV.

Univ.-Augenklinik Bonn: Zehn Jahre Patientensprechstunde der Pro Retina

Vor zehn Jahren berieten erstmalig in Deutschland Patienten mit einer Netzhauterkrankungen in einem Pilotprojekt ehrenamtlich ratsuchende Gleichbetroffene direkt in der Klinik. Die Initiatoren waren die Selbsthilfeorganisation Pro Retina Deutschland e.V. und die Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn. Mittlerweile entstanden bereits an anderen Standorten wie Tübingen, Münster und Köln weitere Sprechstunden nach diesem Vorbild.

“Sehen im Alter” – Modellprojekt präsentiert Ergebnisse der Pilotphase

Wie hoch ist der Anteil sehbehinderter und blinder Menschen in Senioreneinrichtungen? Mit dieser und weiteren Fragen startete im März 2013 das Modellprojekt „Sehen im Alter“ der Blindeninstitutsstiftung zunächst als Pilotprojekt. Nachdem in neun der kooperierenden Senioreneinrichtungen des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg e. V. Sehschärfenbestimmungen und augenärztliche Untersuchungen durchgeführt worden sind, steht fest: rund 30 Prozent der bisher untersuchten 250 Bewohnerinnen und Bewohner sind sehbehindert oder blind.