Autor: Katica Djakovic

117. DOG-Kongress tagte in Berlin

„Zukunft der Augenheilkunde durch Forschung gestalten“
Unter dem Leitthema „Augenheilkunde: Unser Fach mit Zukunft“ lud der diesjährige Tagungspräsident Prof. Claus Cursiefen vom 26. bis 29. September zum DOG-Kongress nach Berlin ein. Mit mehr als 5.100 Teilnehmern, davon 3.169 Fachbesucher, konnte die älteste augenfachärztliche Gesellschaft der Welt eine Rekordbeteiligung in ihrer 162-jährigen Geschichte verbuchen. Neu in diesem Jahr waren die Sitzungsformate „Highlights in Translational Science“ und „DOG International Experts Day“. Mit dem „Forum digital“ griff der Kongress das letztjährige Tagungsmotto auf und bot eine Plattform für digitale Anwendungen, Datensicherheit und Big Data. Von Katica Djaković.

Rechtliche Aspekte der Floaterbeseitigung mittels Laser

Während bei allgemeinmedizinischen Erkrankungen häufig die Herstellung von Beschwerde- und Schmerzfreiheit Gegenstand des ärztlichen Behandlungsvertrages ist, kommt der Funktionsrehabilitation in der Augenheilkunde eine besondere Bedeutung zu, insbesondere auch bei der chirurgischen Indikationsstellung. Auch wenn das chirurgische Procedere durch den Einsatz eines Lasers dann häufig berührungsfrei erfolgt, besteht kein Zweifel daran, dass es sich um interventionell-chirurgische Behandlungen handelt. Hierbei erhebt sich immer wieder auch die Frage der Indikationsstellung, der Abrechnung und nicht zuletzt der Erstattungspflicht durch private Krankenversicherungen. RA Michael Zach (Mönchengladbach) stellt rechtliche Aspekte der Floaterbeseitigung mittels Laser dar.

Diagnostik hereditärer Netzhautdystrophien

Interdisziplinärer Dialog zwischen Augenärzten und Genetikern
Aufgrund der hohen klinischen Variabilität (mehr als 100 klinische Krankheitsbilder sind bekannt) und der meist unspezifischen Symptomatik bei Krankheitsbeginn, ist die Diagnose einer hereditären Netzhautdystrophie für den Augenarzt schwierig. Die hohe klinische und genetische Variabilität erfordert eine enge interdisziplinäre Kommunikation zwi­schen Augenärzten und Genetikern, um zu einer gezielten Diagnostik und korrekten Interpretation der genetischen Befunde zu gelangen. Von Prof. Ulrich Kellner, Prof. Heidi Stöhr, Dr. Simone Kellner, Silke Weinitz, Ghazaleh Farmand und Prof. Bernhard H.F. Weber.

Tick-Test zur Frühdiagnose des Keratokonus an der Spaltlampe

Der Goldstandard in der Diagnostik des frühen Keratokonus ist heute ohne Zweifel die Hornhauttopografie. Die bekannten klinischen Zeichen des Keratokonus an der Spaltlampe (Munsonzeichen, Vogtsche Linien und Eisenlinien) findet man eher in fortgeschrittenen Stadien. Dr. Marcus-Matthias Gellrich (Kellinghusen) stellt ein kürzlich von ihm eingeführtes klinisches Zeichen (Tick-Test) vor, mit dem an der Spaltlampe in der Regel die Diagnose auch eines frühen Keratokonus gelingt. Das Tick-Zeichen beruht auf einer Verschiebung des 2. Purkinjereflexes durch die typische Hornhautdeformation.

Retinologische Befunde bei misshandlungsbedingten Schädel-Hirn-Verletzungen im Säuglings- und Kindes

Retinale Blutungen als unspezifische Befunde sind bei der Diagnosestellung eines so genannten Schütteltrauma-Syndroms ein wesentliches Indiz, wenn der Verdacht auf Kindesmisshandlung im Säuglings- und Kleinkindesalter besteht. Sie bilden in Verbindung mit der subduralen Blutung und einer diffusen Enzephalopathie eine hierfür typische und nahezu pathognomonisch geltende Symptomtrias. Insbesondere bei klassischerweise in vielen Fällen komplett fehlender oder inadäquater und inkonsistenter Unfallanamnese sowie oftmals gleichzeitig abwesenden oder nur subtilen äußerlichen Verletzungszeichen, können retinale Blutungen wegweisend sein. Dr. Alexander Decker, FEBO, und Dr. Markus S. Ladewig, FEBO, (Saarbrücken) erläutern Charakteristika und adäquate Dokumentation retinologischer Befunde bei misshandlungsbedingten Schädel-Hirn-Verletzungen im Säuglings- und Kindesalter.

70 Jahre Intraokularlinsen

Harold Ridley und sein Traum von der Heilung der Katarakt
Sir Harold Ridley, der die Intraokularlinse (IOL) erfand, implantierte vor 70 Jahren die erste seiner Linsen in ein menschliches Auge und veränderte damit das Leben von Millionen von Kataraktpatienten auf der ganzen Welt entscheidend. Viele Jahre lang wurde Ridley für seine Erfindung vom akademischen Establishment ignoriert. 
Erst im hohen Alter erhielt er alle die Ehrungen und Auszeichnungen, die er für seine Leistungen verdient hatte. Heute ist die IOL-Implantation nach einer Kataraktoperation ein allgemein akzeptierter Routineeingriff, obwohl Ridleys Operationen, vermutlich auf Grund seiner OP-Technik zu vielen Infektionen und Explantationen führten, und deshalb als sehr umstritten galten. Von Dr. Sibylle Scholtz und Prof. Achim Langenbucher.

Schleifmaschine für Brillengläser

Serie zur Sammlung Roth (Folge 100)
Mineralisches Glas ist nur schwer zu bearbeiten, selbst der Bergkristall, der Beryll, der anfänglich auch für die Herstellung von Brillengläsern benutzt wurde, zeichnet sich durch eine besondere Härte aus. Wer also eine Glasscheibe zu einem optisch wirkungsvollen Brillenglas umwandeln wollte, brauchte ein besonderes Maß an Geduld und Ausdauer. Von der Präzision seiner Arbeit hing es ab, ob das Glas letztendlich auch ein verzerrungsfreies Bild lieferte. So ist es nicht verwunderlich, dass man im ausgehenden Mittelalter nach Methoden suchte, Brillengläsern möglichst ohne die Nutzung menschlicher Arbeitsleistung den notwendigen Schliff zu geben. Hierbei halfen, soweit möglich, die Wind- und Wasserkraft. Die Industrialisierung ließ dann im vorletzten Jahrhundert mit ihren motor-getriebenen Maschinen die Herstellung von Brillengläsern zur Routine werden.

Dr. Peter Heinz neuer BVA-Vorsitzender

Die Delegiertenversammlung des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) hat am Samstag in Berlin einen neuen Vorstand gewählt. Dr. Peter Heinz, seit acht Jahren 2. Vorsitzender, tritt nun an die Spitze der berufspolitischen Vertretung der deutschen Augenärzte. Der bisherige 1. Vorsitzende Prof. Bernd Bertram wird ihn in den kommenden vier Jahren als 2. Vorsitzender unterstützen. In den Vorstand neu gewählt wurde Dr. Bernhard Bambas, ausgeschieden ist Dr. Stephan Schneider.

Prof. Frank Holz neuer Präsident der EURETINA

Prof. Frank G. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, ist für eine zweijährige Amtszeit zum Präsidenten der EURETINA (European Society of Retina Specialists) gewählt worden. Er war bereits zuvor langjährig im Vorstand der Gesellschaft tätig, die den mittlerweile weltweit größten internationalen Kongress für Netzhautspezialisten ausrichtet, zuletzt vom 5. bis 8. September 2019 in Paris mit über 5.000 Teilnehmern.