Autor: Katica Djakovic

Hyperoper Shift nach DMEK

Evaluation von präoperativen Hornhautparametern
Nach Descemet Membrene Endothelial Keratoplasty (DMEK) zur chirurgischen Therapie der Fuchsschen Endotheldystrophie zeigt sich eine Brechkraftänderung der Hornhaut in Richtung der Hyperopie. Dr. Raphael Diener und Prof. Maged Alnawaiseh (Münster) untersuchten in einer retrospektiven Studie die Fähigkeit unterschiedlicher präoperativer Parameter, Augen mit einem postoperativen hyperopen Shift nach DMEK zu identifizieren.

Der Starstich

Serie zur Sammlung Roth (Folge 105)
Der Graue Star ist ohne Zweifel die älteste Augenerkrankung, von der uns berichtet wird. Die meisten seiner Ursachen waren schon in der Antike bekannt. Zum einen war es das Alter, das zur Eintrübung der Augenlinse führte, zum andren waren es von außen kommende Ereignisse wie Augenverletzungen oder Entzündungen, die den Betroffenen rasch erblinden ließen. Schon früh war bekannt, dass nur eine Entfernung der eingetrübten Linse die Sehkraft wieder ganz oder teilweise herstellen konnte. Dazu war es nötig, die Augen-linse zu entfernen und so den Blick ins Auge zu öffnen. Allerdings war es nötig, die nun fehlende Brechkraft im Auge von etwa plus 19 Dioptrien durch eine Brille, später durch eine Kontaktlinse, oder, wie heute üblich, durch ein Implantat zu ersetzten, um dem Patienten wieder eine volle Sehfunktion zu ermöglichen. Die operativen Verfahren waren, aus heutiger Sicht betrachtet, einst abenteuerlich.

Coronavirus: Offensichtlich keine Übertragung über Tränenflüssigkeit

Mehr als 1,2 Millionen Menschen sind nach Zahlen der Johns Hopkins Universität, Baltimore/USA, mittlerweile weltweit positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet. Da es sich dabei um ein neuartiges Virus handelt, sind wissenschaftliche Erkenntnisse zu Übertragungswegen bislang rar. Von der Tränenflüssigkeit geht laut einer aktuellen Studie aus Singapur eine nur geringe Ansteckungsgefahr aus. Die Stiftung Auge informiert darüber, wie sich das Virus nach derzeitigem Kenntnisstand verbreitet, wie sich im Alltag eine Infektion über die Augenschleimhäute vermeiden lässt und was bei anstehenden Behandlungen beim Augenarzt zu beachten ist.

Veränderungen und Risiken neuer immunbasierter Tumortherapien

Mit der Initiative „Nationale Dekade gegen den Krebs“ hatte sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Sterblichkeit zu reduzieren und die Heilungschancen bei bösartigen Tumorerkrankungen zu verbessern. Inzwischen zeichnen sich erste Erfolge ab, so konnten unter anderem nahezu spektakuläre Erfolge mit so genannten Checkpoint-Inhibitoren erreicht werden. Ebenfalls deutlich lebensverlängernd wirken so genannte selektive BRAF-Inhibitoren (BRAFi). Gleichzeitig sind mit der zunehmend häufigeren Anwendung dieser Wirkstoffe auch die unerwünschten Wirkungen deutlicher in den Vordergrund gerückt. Die Nebenwirkungen der neuen Wirkstoffe unterscheiden sich völlig von den bisher bekannten zytotoxischen Wirkungen konventioneller Chemotherapien oder strahlentherapeutischer Maßnahmen. Aufgrund seiner immunologischen Besonderheiten ist das Auge eines der Target-Organe für diese unerwünschten Wirkungen. Prof. Uwe Pleyer, FEBO und Dr. Anne Rübsam (Berlin) stellen die Veränderung und Risiken neuer immunbasierter Tumortherapien dar.

Rolle der Chirurgie bei entzündlichen Augenerkrankungen

Zu Beginn einer Uveitis stehen diagnostische und auch medikamentöse chirurgische Interventionen im Vordergrund. Nur in Ausnahmefällen wie bei der bakteriellen Endophthalmitis hat die Chirurgie schon zu Beginn ihren Platz. Später werden die visuelle Rehabilitation und das Management von Komplikationen wichtiger und hier ist auch der hauptsächliche Bereich, wo die Chirurgie ihren Platz hat. Priv.-Doz. Dr. Pascal W. Hasler, FEBO (Basel) stellt die Rolle der Chirurgie bei entzündlichen Augenerkrankungen im Hinblick auf die Indikation zur Intervention dar.

Behandlung von Glaskörpertrübungen mit der YAG-Laser-Vitreolyse

Neue Klassifizierung als Entscheidungshilfe für eine kritische Indikationsstellung
Bei der YAG-Laser-Vitreolyse ist eine kritische Indikationsstellung obligat. Als Entscheidungshilfe soll eine neue Klassifizierung dienen, die sich an dem histoanatomischen Ursprungsort der jeweiligen Glaskörpertrübung orientiert. Sie zielt zudem darauf ab, dass Verständnis für Glaskörpertrübungen zu schärfen. Insbesondere soll sie auch als Grundlage dienen, um sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen der YAG-Laser-Vitreolyse besser zu erforschen. Dr. Karl Brasse, MRCOphth (Eibergen) erörtert die kritische Indikationsstellung unter dem Aspekt der Histopathologie der Glaskörpertrübungen.

Neue digitale Therapie- und Diagnostikmethoden für Amblyopie

Neben der Standarddiagnostik und -therapie für Amblyopie wird aktuell über viele neue Methoden unter Verwendung moderner Technologien berichtet. In den Medien ist das Thema sehr präsent. Dadurch kommen häufiger Anfragen von Patienten oder Eltern auf Praxen und Kliniken zu. Prof. Maria Fronius (Frankfurt/Main) gibt einen Überblick über neue digitale Therapie- und Diagnostikmethoden für Amblyopie.

Fallbericht: Zentrales Meningeom als Zufallsbefund bei rezidivierender Chorioretinopathia centralis

In einer ambulanten augenärztlichen Gemeinschaftspraxis wurde ein 36-jähriger Mann erstmalig im April 2017 mit akutem Visusabfall am linken Auge vorstellig. Über zwei Jahre kam es vermehrt zu Rezidiven einer Chorioretinopathia centralis serosa nach Kataraktoperation. Im Verlauf entwickelte der Patient Stauungspapillen aufgrund eines faustgroßen Meningeoms parietal rechts. Dr. Anne-C. Zajonz, Olga Riemer, Dr. Anja Viestenz, Max H. Griebsch, Prof. Arne Viestenz und Dr. Hubertus von Below stellen den außergewöhnlichen Fall vor.

Das Büro des Kaufmanns

Serie zur Sammlung Roth (Folge 104)
Frühe Abbildungen einer Brille sind selten, sieht man von einigen Wandgemälden, Altarbildern oder Kirchenfenstern ab, so gibt es kaum Darstellungen in ihrer ursprünglichen Form. Noch seltener sind ihre Originale. Bislang sind die Brillen aus dem Kloster Wienhausen wohl die ältesten Sehhilfen der Welt, man datiert sie in die Zeit um 1350. Aus gleicher Zeit sind wohl auch erste Darstellungen in der Freskomalerei, zu sehen in dem Dominikanerkloster von San Nicolo in Treviso. Sie zeigen eine Nietbrille und ein Stielglas. Die älteste im Buchdruck dargestellte Brille stammt von Anton Koberger aus Nürnberg, der in seiner Weltchronik von 1493 mehrfach den gleichen Holzschnitt einer Nietbrille zeigt.

AAD-Kongress 2020 abgesagt

Der Vorstand des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) und das Geschäftsführende Präsidium der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) geben heute bekannt, dass die 21. Augenärztliche Akademie Deutschlands (AAD) vom 24. bis 28. März in Düsseldorf nicht stattfinden kann. Demnach hat das Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf die Durchführung des AAD-Kongresses 2020 in Anbetracht der fortbestehenden Risikosituation bei der Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus (Coronavirus) neu bewertet und den Kongress nun abgesagt. Dies steht in Einklang mit der Mitteilung von Ministerpräsident Armin Laschet und Minister Karl-Josef Laumann, der Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern nicht durchzuführen, im Land Nordrhein-Westfalen folgen zu wollen.