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Kongress AAD 2017

Fortbildung im Zeichen des demografischen Wandels
Ein höheres Lebensalter und chronische, alterstypische Augenerkrankungen – keine andere Facharztgruppe erlebt so sichtbar den demografischen Wandel in Klinik und Praxis wie die Ophthalmologie. Anlass, in diesem Jahr die gemeinsame Fortbildungstagung vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) unter das Leitthema „Demografischer Wandel – Herausforderungen und Perspektiven für die Augenheilkunde“ zu stellen, so der BVA-Vorsitzender Prof. Bernd Bertram zum Auftakt der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD). Welche Auswirkungen diese strukturellen gesellschaftlichen Veränderungen für die Versorgung und die Augenheilkunde haben, begleitete als Fragestellung das fachwissenschaftliche Vortragsprogramm. Von Ulrike Lüdtke M.A.

Ein Versorgungsmehrbedarf, der gedeckt werden muss, und gestiegene Ansprüche an das Sehen, denen genügt werden will – so könnte die Quintessenz des berufspolitischen Statements lauten, das der BVA-Vorsitzende Prof. Bernd Bertram zum Auftakt der diesjährigen Fortbildungstagung formulierte. Mehr als 40 Prozent der augenärztlichen Patienten sind mittlerweile älter als 70 Jahre und bis 2030 muss mit 7,7 Millionen zusätzlichen Behandlungsfällen aufgrund altersbedingter Augenerkrankungen gerechnet werden. Aber auch die innovativen Verfahren, insbesondere OCT und IVOM, schaffen einen gestiegenen Versorgungsbedarf und sorgen für hohen Aufwand. Entsprechend weist die Augenheilkunde im Vergleich zu anderen Facharztbereichen eine besonders hohe Anzahl Patientenkontakte auf: Jeder Vierte sucht pro Jahr mindestens einmal einen Augenarzt auf, in der Altersgruppe ab 60 Jahren sogar jeder Zweite. Aus berufspolitischer Sicht, so machte Bertram deutlich, erfordert dies eine konsequente Auseinandersetzung mit den Themen: Förderung des augenärztlichen Nachwuchs und Etablierung effizienter Strukturen in der – vor allem auch interdisziplinären – Versorgung der älteren, meist chronisch erkrankten Patienten mit Komorbiditäten. Aber auch fachwissenschaftlich stellt der Wandel in der Altersstruktur der Gesellschaft und eine sich verändernde Anspruchshaltung an die Machbarkeit der Medizin im Allgemeinen und eine hohe Qualität des Sehvermögens im Besonderen, eine zukünftige Herausforderung.

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL Mai 2017.

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