Kurznachrichten

„Dunkel ist schneller als hell“

„Da hat sich doch etwas bewegt?“ Jeder kennt die Situation: man blickt in Richtung eines Geräuschs, kann aber beim besten Willen kein Objekt erkennen. Erst dessen Bewegung, und sei sie minimal, erlaubt dessen Wahrnehmung. Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben dieses Phänomen untersucht und konnten zum ersten Mal zeigen, dass gleichzeitige Lichtänderungen zwischen Objektgrenzen und Hintergrund Aktivitätswellen in der visuellen Großhirnrinde auslösen. Diese könnten ein empfindliches Signal zur Wahrnehmung von Bewegung sein. Die Ergebnisse der Wissenschaftler wurden in „The Journal of Neuroscience“ veröffentlicht.

Bonn: DFG-Förderung für Aderhautmelanom-Forschung

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein Projekt zur Interaktion zwischen Makrophagen und Tumorzellen beim Aderhautmelanom an der Universitäts-Augenklinik Bonn. Der Schwerpunkt der Untersuchungen von Frau Priv.-Doz. Dr. Martina C. Herwig liegt auf der Herkunft und Polarisation der Makrophagen sowie der Bildung gefäßähnlicher Strukturen („Vasculogenic Mimicry“) durch den Tumor.

Fotorezeptordegeneration: Proteinmenge steuert den Defekt

Eine der häufigsten Ursachen genetisch bedingter Netzhauterkrankungen beim Menschen sind Mutationen des Gens Peripherin-2 (PRPH2), das ausschließlich in Fotorezeptoren aktiv ist. „Wir konnten nun erstmals zeigen, dass PRPH2 Mutationen die in den Fotorezeptoren produzierten Proteinmengen beeinflussen – und zwar auf ganz unterschiedliche Weise“, sagt der Pharmakologe Professor Martin Biel von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), der mit seinem Team die zellulären Vorgänge untersuchte, die eine Mutation auslöst. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin PLOS Genetics.

Neuer Vorsitz beim VSDAR

Seit Jahresbeginn ist der Kölner Augenarzt Dr. Georg Gerten Präsident des VSDAR. Er folgt in dieser Funktion Dr. Stefanie Schmickler, deren Amtszeit turnusgemäß nach zwei Jahren endete. Gerten ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Fachgesellschaften und betreut zusammen mit dem Laserzentrum Hannover und der FH für Angewandte Optik und Elektronik (AOE) in Köln verschiedene Forschungsprojekte.

Funktionale Unterscheidung retinaler Ganglienzellen

Tübinger Wissenschaftler haben in einer Studie die Kanäle untersucht, über die Informationen aus dem Auge ins Gehirn geleitet werden. Dabei identifizierten sie zahlreiche neue Zelltypen und stellten zudem fest, dass die Netzhaut über bis zu 40 verschiedene Kanäle ins Gehirn verfügen dürfte – doppelt so viele wie bislang angenommen. Die Ergebnisse werden nach Mitteilung der Universität Tübingen im Fachjournal „Nature“ veröffentlicht.

Nystagmus: Defekt in der Netzhaut identifiziert

Eine Arbeitsgruppe am Friedrich Miescher Institut for Biomedical Research (FMI) hat einen eindeutig definierten Neuronentyp und dessen Verschaltung in der Retina mit der Pathophysiologie des angeborenen Augenzittern (Nystagmus) in Verbindung gebracht. In einem Mausmodell der Erkrankung, das vergleichbare klinische Symptome wie betroffene Patienten zeigt, führt ein Defekt der Starburst-Zellen, der durch ein dysfunktionales FRMD7-Gen ausgelöst wird, zum Verlust des horizontalen optokinetischen Reflexes.

Zwischenhirn ergänzt optische Reize um Zusatzinformationen

Das Zwischenhirn leitet nicht nur – wie bislang angenommen – optische Reize an das Großhirn weiter, sondern sendet auch Zusatzinformationen. Diese sind essenziell, um das Gesehene richtig einordnen und angemessen reagieren zu können. Prof. Sonja Hofer und ihr Forschungsteam am Biozentrum der Universität Basel erforschen die Verarbeitung von Sehreizen im Gehirn und wie Kontextinformationen übermittelt werden. Ihre neusten Forschungsergebnisse wurden nun im Fachjournal “Nature Neuroscience” veröffentlicht.

AMD: Zusammenhang zwischen Schlüsselfaktoren entdeckt

Ein Forscherteam aus Augenärzten und Immunologen des Bonner Universitätsklinikums hat einen gemeinsamen Mechanismus verschiedener Prozesse entschlüsselt, die an der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) beteiligt sind. Die Ergebnisse aus der Grundlagenforschung bieten auch Ansatzpunkte für neuartige Therapien. Die Studie wurde im „Journal of Biological Chemistry“ veröffentlicht.

Welt-Braille-Tag: Brailleschrift als Schlüssel zu Bildung

Sechs in Papier geprägte Punkte öffnen Menschen mit Sehbehinderungen täglich die Tür zu Schule und Beruf. Denn Schreiben und Lesen ist für sie nur mit der Brailleschrift möglich. Die Christoffel-Blindenmission (CBM) weist deshalb am heutigen Welt-Braille-Tag auf die Bedeutung der Blindenschrift hin und erinnert die Politik an ihre Verantwortung. Denn immer noch haben viele Kinder und Erwachsene mit Sehbehinderungen nicht die Möglichkeit, die Brailleschrift zu lernen. Dies könne sich jetzt mit der 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung ändern, die die Vereinten Nationen im September verabschiedet haben. Darin verankert sei inklusive und gleichberechtigte Bildung, so die CBM.

Silvesternacht: Vorsicht beim Feuerwerk

Raketen und Böller sind gefährlich: Ein Fünftel aller Verletzungen durch Feuerwerkskörper betrifft die Augen, mahnt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Die Folgen sind mitunter schwerwiegend – bis hin zur Erblindung. Der VSDAR rät deshalb mit Blick auf den Jahreswechsel zur Vorsicht im Umgang mit Knallkörpern. Wenn in der Silvesternacht Raketen den Himmel erleuchten und Knallkörper die Trommelfelle erschüttern, haben Augenkliniken Hochbetrieb. Das Spektrum der eingelieferten Fälle reicht von Schäden an Binde- oder Hornhaut durch Funken und Fremdkörper bis hin zu schwersten Verletzungen durch Böller mit geborstenem Augapfel, die in einer Notoperation enden.