Kurznachrichten

Diabetes: Netzhautperipherie signalisiert Krankheitsprognose

Veränderungen des Augenhintergrunds bei Diabetes mellitus, die die Sehkraft bedrohen, bilden sich meist erst aus, wenn die Erkrankung bereits einige Jahre besteht. Da die Patienten die Miterkrankung ihrer Augen zu Beginn selbst nicht bemerken, ist es sehr wichtig, dass die Netzhaut, also jene Struktur des Auges, an der die krankhaften diabetischen Veränderungen zu Tage treten, regelmäßig durch den Augenarzt untersucht wird. Nur so kann die Erkrankung im Frühstadium erkannt und behandelt werden. Eine aktuelle Studie unterstreicht jetzt die Bedeutung in der Netzhautperipherie gelegener krankhafter Veränderungen für das Fortschreiten der diabetischen Retinopathie. Darauf macht der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. aufmerksam.

Sportcheck-Studie: Retinale Blutgefäße zeigen, ob Kinder fit sind

Körperliche Fitness und Aktivität, das Verhältnis von Fett und Muskel (Körperkomposition) sowie Blutdruckwerte können bereits bei sechs- bis achtjährigen Schülern zu Veränderungen der Gefäßgesundheit führen, die man am leichtesten in der Netzhaut untersuchen kann. Das zeigt die Sportcheck-Studie der Universität Basel, die auf dem Kongress der Europäischen Kardiologischen Gesellschaft (ESC) in London vorgestellt wurde.

Räumliches Sehen schulen

Entfernungen abschätzen, Objekte in ihrer ganzen Tiefe wahrnehmen: Die meisten Menschen halten es für selbstverständlich, dass sie ihre Umwelt räumlich sehen. Dass dabei ihre Augen wie zwei Hochleistungskameras in ständiger Abstimmung miteinander stehen und die dabei aufgenommenen Daten im Gehirn erst zu einem räumlichen Seheindruck verrechnet werden, ist ihnen nicht bewusst. „Diese Dimension des Sehens ist etwas, das wir in frühester Kindheit erst lernen müssen“, erinnert Prof. Dr. med. Joachim Esser vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands.

Viele Tierversuche in der Augenheilkunde verzichtbar

Experten halten viele Tierversuche in der Augenheilkunde für überflüssig. Stattdessen könnten viele neue Medikamente an Netzhäuten geschlachteter Rinder und Schweine erprobt werden. Inwieweit Experimente an Mäusen, Ratten und Kaninchen verzichtbar sind und welche Alternativen infrage kommen, diskutieren Experten auf dem 113. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), dern vom 1. bis 4. Oktober 2015 in Berlin tagt.

Hypertonie und Glaukom: ärztliche Zusammenarbeit erforderlich

Jeder zweite Patient mit Glaukom, auch als Grüner Star bekannt, leidet auch an Bluthochdruck. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Hochdrucktherapie die Entstehung eines Glaukoms fördern kann: Insbesondere Medikamente, die zu einem starken nächtlichen Abfall des Blutdrucks führen, können Sehnerv und Netzhaut schädigen. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und die Deutsche Hochdruckliga (DHL) befürworten eine enge Zusammenarbeit zwischen Augenärzten, Hausärzten und Hypertensiologen, um beide Erkrankungen langfristig optimal zu behandeln. Darauf macht die DOG aufmerksam.

UKL setzt erstmals Netzhautprothese ein

An der Universitäts-Augenklinik Leipzig wurde erstmals ein retinales Implantat eingesetzt. „Es wird wieder hell“, beschreibt der 62-jährige Patient Bernd Burkhardt, der an Retinitis pigmentosa (RP) erkrankt ist, seine neue Wahrnehmung. “Ich sehe jetzt unstrukturierte Lichtflecke, die ich lernen muss zu interpretieren“, so Burkhardt nach Einschalten des Netzhautchips. Burkhardt ist seit seiner Jugend stark sehgeschwächt, seit 15 Jahren völlig blind.

Choroideremie: Erste Gentherapie startet in Deutschland

An der Augenklinik der Universität Tübingen erhalten voraussichtlich noch in diesem Jahr Patienten mit der seltenen Augenerkrankung Choroideremie eine Gentherapie. Für die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) markiert der Versuch den Beginn einer neuen Ära. Die Fachgesellschaft der deutschen Augenärzte erwartet die Entwicklung weiterer Gentherapien, die deshalb auch ein Schwerpunkt des diesjährigen DOG-Kongresses sind. Die Tagung findet vom 1. bis 4. Oktober 2015 in Berlin statt.

Alternativen zu Tierversuchen in der Augenheilkunde

Ein Forschungsprojekt an der Universität Leipzig beschäftigt sich in den kommenden drei Jahren mit der Entwicklung und Etablierung von Langzeit-Kulturmethoden von adultem Augengewebe. „Die verwendeten Augengewebe werden nicht von Labortieren gewonnen, wie es bisher üblich war, sondern von Schlachthöfen geliefert, wo sie als Abfall anfallen“, erklärt die Physikerin und Projektkoordinatorin Dr. Mareike Zink. In Kooperation mit dem Physiker Prof. Dr. Stefan Mayr und dem Biologen Dr. Mike Francke wird ein neuartiger Ansatz verfolgt, der es ermöglichen soll, Augengewebe außerhalb des Körpers über längere Zeit in seiner organotypischen Struktur zu kultivieren.

Gemeinsamkeiten im Sehsystem von Insekten und Säugetieren

Auf den ersten Blick haben die Augen von Säugetieren und Insekten nicht allzu viel gemein. Ein Vergleich der neuronalen Schaltpläne zum Erkennen von Bewegungen zeigt jedoch erstaunliche Parallelen zwischen Fliegen und Mäusen. Eine aktuelle Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience beschreibt die Gemeinsamkeiten im Vergleich der Sehsysteme, teilt das Max-Planck-Institut für Neurobiologie mit.

Protein kontrolliert retinales Gefäßwachstum

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben ein Molekül gefunden, dass das krankhafte Wachstum von Blutgefäßen im Auge möglicherweise stoppt: Das Protein Semaphorin 3C (Sema3C) hemmt im Tiermodell effektiv das unkontrollierte retinale Gefäßwachstum, teilt das Deutsche Krebsfoschungszentrum mit. Sema3C wird vom Körper selbst produziert und hat die Aufgabe, das Wachstum von Nervenzellen zu kontrollieren.