Kurznachrichten

UKM implantiert Netzhautchip

Lichtmuster und Silhouetten, die Hoffnung geben: Eine erblindete Patientin hat durch ein am UKM (Universitätsklinikum Münster) eingesetztes Netzhautimplantat wieder eine orientierende Sehfähigkeit zurückerlangt. Die 69-Jährige leidet an Retinitis pigmentosa (RP) und ist eine von 25 Patienten, bei der dieses neue Therapieverfahren in Deutschland eingesetzt worden ist. Seit 15 Jahren konnte sie nur noch hell und dunkel wahrnehmen und keine Formen mehr erkennen. „Durch die Wahrnehmung von Kontrasten und Strukturen können Patienten, die einen vollständigen Sehverlust erlitten haben, ihren Alltag wieder mobiler gestalten. Das Implantat hilft blinden Patienten bei der Orientierung und gibt ihnen beispielsweise auch einen Tag-Nacht-Rhythmus zurück“, erklärt Prof. Dr. Nicole Eter, Direktorin der Klinik für Augenheilkunde am UKM, die den mehrstündigen Eingriff vorgenommen hat. „Es ist für uns Mediziner eine spannende Zeit, da wir erstmals Blinden wieder zu einer Wahrnehmung verhelfen können.“

Woche des Sehens: Augen-Kontrolluntersuchungen wahrnehmen

Nur jeder fünfte Deutsche war in den letzten fünf Jahren beim Augenarzt. Dabei kann eine regelmäßige Untersuchung helfen, Sehstörungen und sogar Erblindungen zu vermeiden. Die Stiftung Auge weist anlässlich der Woche des Sehens (8. bis 15. Oktober) auf die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern und Erwachsenen hin. Die erste augenärztliche Untersuchung sollte vor dem zweiten Geburtstag erfolgen. „Bei Kindern, die beispielsweise schielen sollte die augenärztliche Untersuchung bereits im 1. Lebensjahr erfolgen. Auch Kinder, deren Eltern schielen oder eine Brille tragen, sollten schon im 1. Lebensjahr beim Augenarzt vorgestellt werden“, erklärt Privatdozentin Dr. med. Christina Beisse von der Universitäts-Augenklinik Heidelberg. Auch unauffällige Kinder sollten zum Augenarzt. Nur so kann etwa eine lebenslange Schwachsichtigkeit, Amblyopie genannt, verhindert werden.

14. Oktober: Chat zu „Diabetes und Auge“

„Auf Augenhöhe – gemeinsam für gutes Sehen“: Dem diesjährigen Thema der Woche des Sehens (8. bis 15. Oktober) entsprechend werden am Mittwoch, 14. Oktober beim Chat auf http://www.woche-des-sehens.de Fragen rund um diabetische Augenkrankheiten auf Augenhöhe thematisiert. Dr. Georg Spital, Generalsekretär der Initiativgruppe „Früherkennung diabetischer Augenerkrankungen“ gibt von 14 bis 16 Uhr Hinweise, wie Patienten mit Diabetes langfristig ihr Augenlicht erhalten können. Darauf weist der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) hin.

Anstieg der Kurzsichtigkeit bei Kindern prognostiziert

Augenärzte rechnen in Deutschland mit einem deutlichen Anstieg von Kurzsichtigkeit bei Kindern. Ursachen sind vermutlich veränderte Spiel- und Freizeitaktivitäten. Auch weltweit sei eine deutliche Zunahme der Myopie zu beobachten. „Besonders die asiatischen Länder sind von dem unscharfen Sehen in der Ferne betroffen“, erklärt Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt, Kongresspräsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Tübingen im Vorfeld des diesjährigen Kongresses. In China etwa sind in manchen Regionen bis zu 90 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen kurzsichtig.

Mehr Aufklärung über diabetische Netzhauterkrankungen gefordert

Sehbehinderungen aufgrund diabetischer Netzhauterkrankungen können Diabetes-Patienten den Umgang mit ihrer chronischen Erkrankung erschweren. Darauf deuten Vorab-Ergebnisse einer internationalen Untersuchung hin, die in Nizza beim EURETINA-Kongress erstmals präsentiert wurden. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und die Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) fordern deshalb mehr Aufklärung über diabetische Netzhauterkrankungen sowie barrierefreie Hilfsmittel und gezielte Reha-Maßnahmen für blinde und sehbehinderte Diabetespatienten.

DOG kritisiert “Masterplan Medizinstudium 2020”

Der derzeit geplante „Masterplan Medizinstudium 2020“ der Bundesregierung geht zulasten der Augenheilkunde, mahnt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Das Ziel des Plans, den Fachbereich Allgemeinmedizin im Studium zu stärken dürfe nicht auf Kosten wichtiger Spezialgebiete gehen, so die DOG. Insbesondere die Augenheilkunde müsse stärker gefördert werden als bisher. Denn Erkrankungen, die das Augenlicht gefährden, nehmen in den nächsten Jahren weiter zu. Sehschwächen und Blindheit machen viele Menschen hilflos – was auch erhebliche Kosten für das Gesundheitssystem bedeutet.
Augenkrankheiten, die das Sehen stark beeinträchtigen, betreffen Millionen Menschen in Deutschland und verursachen rund drei Viertel aller Erblindungen.

Multiple Sklerose: Erstsymptome häufig am Auge

Plötzlich schmerzt ein Auge, wenn es bewegt wird, wenige Tage später folgt eine Sehverschlechterung. Mit solchen Beschwerden kann sich eine Multiple Sklerose bemerkbar machen, an der in Deutschland jährlich etwa 2.500 Menschen erkranken, davon 70 Prozent Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren. Auf der Vorab-Pressekonferenz zum 113. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) erläutern Experten, warum die Erkrankung häufig beim Augenarzt erkannt wird.

Augenmedikamentein der Schwangerschaft meist ungefährlich

Augentropfen und -salben können in der Regel während Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. So können werdende Mütter etwa Herpes, bakterielle Entzündungen oder Allergien am Auge behandeln, ohne gesundheitliche Nachteile für das Kind zu befürchten. Entwarnung geben Experten auch für Sehverschlechterungen, die sich bei vielen Schwangeren einstellen. Kurzsichtigkeit und Kontaktlinsenunverträglichkeit bilden sich nach der Entbindung meist von selbst wieder zurück, betont die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) im Vorfeld ihres 113. Kongresses. Mit Fragen zu Medikamenten können sich Schwangere an spezielle Beratungszentren wenden.