Kurznachrichten

Mindestens jeder fünfte Seniorenheim-Bewohner leidet unnötig unter Sehbeeinträchtigungen

Etwa 32 Millionen Mal pro Jahr suchen Patienten in Deutschland die bundesweit 5.500 niedergelassenen Augenärzte auf. „Damit behandeln Ophthalmologen nach Hausärzten und Gynäkologen die meisten Patienten“, erklärt Professor Dr. med. Horst Helbig, Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Zugleich wird der augenärztliche Bedarf aus demographischen Gründen in den nächsten zwei Jahrzehnten um zwanzig Prozent steigen – bereits jetzt leidet jeder fünfte Bewohner eines Seniorenheims unnötig unter Sehbeeinträchtigungen, wie erste Erhebungen zeigen. Was das für die Forschung bedeutet, diskutieren Experten auf dem 114. Kongress der DOG unter dem Motto „Augenheilkunde – ein großes Fach“. Dort stellen Forscher unter anderem neue Therapieansätze für die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), den Grauen und Grünen Star vor. Der Kongress findet vom 29. September bis 2. Oktober 2016 in Berlin statt.

Mit Blinzelreflex synchronisierte Form der Augenbewegung

Ein Neurowissenschaftler-Team unter Leitung von Professor Peter Thier von der Abteilung Kognitive Neurologie des Hertie-Instituts für Klinische Hirnforschung hat eine neue Art Augenbewegung entdeckt, bei der das Auge, wenn es verdreht ist, wieder in die Ausgangslage zurückbewegt wird. Bei schnellen Bewegungen der Augen wird das Sehen jedes Mal kurz unterbrochen, wodurch wir für einen Moment effektiv blind sind. Die neuentdeckte Augenbewegung tritt aber immer gerade dann auf, wenn wir blinzeln. So fallen die Sehunterbrechungen durch Augenbewegung und Blinzeln zusammen. Effektiv werde dadurch einige Zeit eingespart, in der wir nichts sehen würden – bis zu 15 Minuten am Tag, so die Wissenschaftler zu ihrer Studie.

Augenklinik Bonn und Sankara Eye Foundation Indien vereinbaren Kooperation

Zwischen der Universitäts-Augenklinik Bonn und der größten Augenklinikskette in Indien, der Sankara Eye Foundation India, wurde während eines hochrangigen Besuchs der Foundation am 17., 18. und 19. Mai 2016 in Bonn eine zukünftige Kooperation vereinbart. Dr. Kaushik Murali, Präsident der Sankara Eye Foundation Indien, und Prof. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, haben Kooperationsprojekte auf den Gebieten Ausbildung, Forschung und Technologie abgesprochen.

CBM: 140. Geburtstag von Ernst Jakob Christoffel

Menschen mit Behinderungen heilen und befähigen – Der deutsche Pfarrer Ernst Jakob Christoffel setzte sich sein ganzes Leben gegen die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen ein: In seinen Heimen in Malatia (Türkei) und später in Täbris und Isfahan (Iran) erhielten blinde und anders behinderte Menschen die Chance zu lernen, zu arbeiten und so gesellschaftlich akzeptiert zu werden. Vor 140 Jahren, am 4. September 1876, wurde in Mönchengladbach der Gründer und langjährige Leiter der Christlichen Blindenmission im Orient und späteren Christoffel-Blindenmission (CBM) geboren.

DGFG: 100. vorpräparierte Augenhornhautlamelle vermittelt

Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) hat die 100. vorpräparierte Augenhornhautlamelle an einen Patienten aus Rostock vermittelt. Damit ist die DGFG die derzeit einzige Einrichtung in Deutschland, die in der Gewebebank vorbereitete Hornhautlamellen für DMEK anbieten kann. Bisher präparieren Ärzte die Transplantate erst unmittelbar vor dem Eingriff im OP, was mit Risiken für das Transplantat verbunden ist, so die DGFG.

Aufbereitung von Augenhornhäuten in Rostocker Gewebebank

Ein Jahr nach der Gründung hat die gemeinnützige Gewebebank Mecklenburg-Vorpommern (GBM-V gGmbH) mit Sitz in Rostock von der Arzneimittelüberwachungs- und -prüfstelle des Landesamtes für Gesundheit und Soziales MV (LAGuS M-V) die Erlaubnis für die Aufbereitung von Augenhornhäuten erhalten. Das ist die Grundvoraussetzung, um entnommene Gewebe bearbeiten, konservieren, lagern sowie anschließend als verpflanzbare Transplantate Krankenhäusern und ambulanten OP-Zentren zur Verfügung stellen zu können. Direkt davon hängt auch die Genehmigung für die Abgabe von Gewebetransplantaten der aufbereiteten Spenden ab, die für Ende August vom zuständigen Paul-Ehrlich-Institut in Langen (PEI) erwartet wird.

Menschliches Auge kann einzelnes Photon sehen

Forscher am Wiener Institut für Molekulare Pathologie (IMP) und an der Rockefeller University in New York wiesen erstmals nach, dass Menschen ein einzelnes Photon wahrnehmen können. Für ihre Experimente verwendeten sie eine Quanten-Lichtquelle und kombinierten sie mit einem ausgeklügelten psycho-physikalischen Ansatz. Die Ergebnisse wurden im Wissenschaftsjournal “Nature Communications” veröffentlicht.

OcuNet: Anti-Korruptionsgesetz ist keine Gefahr für Belegabteilungen

Das Anti-Korruptionsgesetz führt dazu, dass zahlreiche Krankenhäuser ihre Kooperationen mit niedergelassenen freiberuflichen Ärzten überprüfen. Ärztinnen und Ärzte in Belegabteilungen haben jedoch keine Nachteile durch das neue Gesetz zu befürchten. Darauf weist die OcuNet-Gruppe hin, ein Zusammenschluss von 19 bundesweit tätigen Zentren zur augenmedizinischen Versorgung.

Versteckte Fremdkörper mit Ultraschall aufspüren

Beim Hämmern und Schleifen riskieren Heimwerker, dass ihnen kleine Splitter ins Auge gelangen. Bleiben diese unentdeckt, können sie eine langwierige Augenentzündung bis hin zur Erblindung verursachen, warnt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Die Experten der Fachgesellschaft empfehlen insbesondere bei einseitigen Bindehautentzündungen, Fremdkörper als mögliche Ursache in Betracht zu ziehen. Versteckte Partikel im Augeninneren lassen sich mithilfe der Hochfrequenzsonografie aufspüren. Grundsätzlich sollten bei Arbeiten, bei denen feine Partikel in die Luft gelangen, Schutzbrillen getragen werden.