Kurznachrichten

Langzeitstudie zur allogenen Limbo-Keratoplastik

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg zeigen in einer Langzeitstudie, dass Patienten deutlich davon profitierten, wenn zusätzlich zur Spenderhornhaut auch die passenden Stammzellen übertragen werden. Durch das als allogene Limbo-Keratoplastik bezeichnete Verfahren kann die Sehkraft der Patienten für mehrere Jahre wiederhergestellt und erhalten werden. Das Universitätsklinikum Freiburg ist eines von wenigen Zentren in Deutschland, das das Operationsverfahren mit inzwischen 20-jähriger Erfahrung anwendet. Für die Studie, die Ende Oktober 2016 im Fachjournal Eye der Nature Publishing Group erschienen ist, werteten die Forscher Fälle der vergangenen 20 Jahre aus.

IQWiG: Bewertung zum Nutzen von CXL bei Keratokonus

Bei einem Keratokonus wölbt sich die Hornhaut des Auges nach vorne. Eine Hornhautvernetzung soll diesen Prozess stoppen. Dabei wird die Hornhaut durch lokal angewendetes Vitamin B2 in Kombination mit einer UVA-Bestrahlung versteift. Welche Vor- oder Nachteile diese Methode für Patientinnen und Patienten haben kann, hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht und am 15. November seinen Abschlussbericht veröffentlicht.

Weltdiabetestag: Früherkennung hilft, Schäden am Auge zu vermeiden

Der Weltdiabetestag am 14. November legt den Schwerpunkt auf die rechtzeitige Diagnose der Zuckerkrankheit. Denn eine frühzeitige Erkennung hilft, Folgeschäden zu verhindern. Das Motto „Eyes on Diabetes“ spielt dabei bewusst auch doppeldeutig auf das Auge an: Es ist das am häufigsten von mikrovaskulären Folgeschäden der Diabeteserkrankung betroffene Organ. Dr. Georg Spital, Generalsekretär der Initiativgruppe zur Früherkennung diabetischer Augenerkrankungen (IFDA), betont, dass Menschen mit Diabetes diese mögliche Diabetesfolgeerkrankung ganz besonders fürchten, da sie – wenn sie nicht oder erst spät behandelt wird – Sehbehinderung oder gar Blindheit zur Folge haben kann. Dabei sind heutzutage durch rechtzeitige Diagnose und adäquate Behandlung solche Folgen meist zu verhindern, worauf das Motto des Weltdiabetestages aufmerksam macht.

RWA: Ausschreibung Wissenschaftspreis

Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses unterstützt der Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) ein oder mehrere wissenschaftlicher Projekte, deren erfolgreicher Abschluss einen wesentlichen Fortschritt in der klinischen Augenheilkunde begründen wird. Bei der nächsten Versammlung im Februar 2017 in Essen soll der Wissenschaftspreis erneut vergeben werden.

Befragung von Belegärzten zeigt hohe Berufszufriedenheit

Belegärztinnen und -ärzte großer augenchirurgischer Zentren empfinden ihre Tätigkeit als anspruchsvoll und fordernd. Doch gerade weil sie gern auf höchstem Versorgungsniveau arbeiten wollen, ist die tägliche Herausforderung ein wichtiger motivierender Faktor für sie – und Grund für eine hohe Berufszufriedenheit. Das geht aus einer Veröffentlichung des „Monitor Versorgungsforschung“ hervor.

Studie: Sind intelligente Menschen häufiger kurzsichtig?

Umweltfaktoren wie Bildung und Freizeitverhalten haben einen größeren Einfluss auf die Entwicklung einer Kurzsichtigkeit (Myopie) als die Fähigkeit, logisch zu denken und Probleme zu lösen. Myopie und die sogenannte „fluide Intelligenz“ eines Menschen hängen zwar zusammen, jedoch nur indirekt über die Dauer der Bildung. Das fanden Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz im Rahmen der Studie “Myopia and Cognitive Performance: Results From the Gutenberg Health Study” heraus. Die Ergebnisse sind in der Oktoberausgabe von “Investigative Ophthalmology & Visual Science” veröffentlicht.

Augenhornhautspende und Forschung: 10 Jahre Gewebebank Schwerin

Die Kornea- und Gewebebank Schwerin feiert ihr zehnjähriges Jubiläum. Seit 2006 versorgt die gemeinnützige Gewebebank Patienten in Mecklenburg-Vorpommern und in ganz Deutschland mit Augenhornhäuten und Amnion. Sie gehöre zu den bedeutendsten Gewebebanken der Bundesrepublik, teilt die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation gGmbH (DGFG) mit. Sie hat seit 2006 über 3.500 Hornhäute und über 7.000 Amnionpräparate zur Transplantation abgegeben. Der AmnioClip+, ein Produkt jahrelanger Forschung, eröffnet der Behandlung von oberflächlichen Erkrankungen der Augenhornhaut künftig neue Möglichkeiten.