Kurznachrichten

Von der Fotosynthese zu neuen Wirkstoffen gegen Augenkrankheiten

Nicht nur Pflanzen und Algen betreiben Fotosynthese. Auch gewisse Bakterien können die Energie des Sonnenlichts für Wachstum und Fortpflanzung nutzen. Forschern, die vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) unterstützt werden, ist es nun gelungen, Vorgänge mit atomarer Auflösung aufzuzeichnen, die sich in einer lichtgetriebenen molekularen Pumpe von purpurroten Halobakterien abspielen. Sie konnten damit die genaue Funktionsweise dieser Pumpe klären, die während Jahren für intensive Debatten sorgte (Nango E. et al (2016). A Three Dimensional Movie of Structural Changes in Bacteriorhodopsin. Science online: doi: 10.1126/science.aah3497). Die Erkenntnisse werden auch helfen, die diesem Protein ähnlichen Fotorezeptoren im menschlichen Auge besser zu verstehen.

BVA: Der demographische Wandel als Herausforderung für die Augenheilkunde

Mehr als ein Viertel der Menschen in Deutschland gehen mindestens einmal pro Jahr zum Augenarzt. Vor allem ältere Personen profitieren von hochentwickelter Diagnostik und wirksamen Therapien, die dazu beitragen, das Sehvermögen auch im Falle einer Augenkrankheit zu erhalten. Die Nachfrage nach einer qualifizierten, wohnortnahen augenärztlichen Versorgung wird in den nächsten Jahren noch steigen. Darauf weist Prof. Dr. Bernd Bertram, der 1. Vorsitzende des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) hin.

DGFG: Zahl der Gewebespender in 2016 deutlich gestiegen

Über 3.000 Menschen können dank einer Hornhauttransplantation wieder besser sehen. Die Zahl der Gewebespender im Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) ist 2016 um 12,1 Prozent angestiegen. Noch nie zuvor in der Geschichte der DGFG haben so viele Menschen Gewebe gespendet. Insgesamt 2.341 Menschen haben mit Augenhornhäuten, Herzklappen oder Blutgefäßen anderen Menschen durch ihre Spende selbstlos geholfen, teilt die DGFG mit. Mit diesem Ergebnis hat die DGFG über 4.000 Patienten in ganz Deutschland zeitnah und sicher mit einem Gewebetransplantat versorgt.

Neue Präventionsmaßnahme „Gutes Sehen“ in Pflegeeinrichtungen

In Bayern startet eine neue Präventionsmaßnahme, die darauf zielt, das Bewusstsein für gutes Sehen in Pflegeeinrichtungen zu schärfen und Barrieren im Alltag abzubauen. Die Präventionsmaßnahme „Gutes Sehen“ richtet sich zunächst an die Bewohner von vollstationären Pflegeeinrichtungen, aber auch an deren Angehörige. Dafür arbeitet das speziell qualifizierte Team der Blindeninstitutsstiftung eng mit der Pflegeeinrichtung zusammen.

Signifikante Sehverbesserungen bei erblindeten Menschen

In einem Übersichtsartikel, der in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ publiziert wurde, berichtet ein internationales Forschungsteam unter der Leitung Prof. Hendrik Scholl, dem neuen Chefarzt der Augenklinik des Universitätsspitals Basel, über den gegenwärtigen Forschungsstand in der Therapie von erblichen Netzhautdegenerationen und weist auf einen Durchbruch in der Therapie hin: Bei erblindeten Patienten konnten signifikante Sehverbesserungen erzielt werden konnten: Denn dank der genauen Kenntnis der molekularen Mechanismen lässt sich das Sehpigment pharmakologisch wiederherstellen. Das Medikament (Zuretinol Acetate) wurde in einer ersten Phase bereits erfolgreich getestet. Nun wird die Wirkung in einer weltweiten Phase-3-Studie unter der Leitung von Prof. Scholl weiter erforscht.

Knappschafts-Gewebebank Saar darf Augenhornhäute bundesweit abgeben

Die Knappschafts-Gewebebank Saar der Augenklinik Sulzbach (Saarland) verfügt seit November über die Genehmigung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zur Vermittlung vorpräparierter Hornhauttransplantate für die DMEK (descemet membrane endothelial keratoplasty). Somit sind die Knappschafts-Gewebebank Saar und die DGFG-Gewebebank Hannover die derzeit einzigen Einrichtungen in Deutschland, die in der Gewebebank vorbereitete Hornhautlamellen für die DMEK anbieten und bundesweit an Patienten abgeben dürfen.

Welt-Braille-Tag: Sechs Punkte eröffnen neue Perspektiven

Lesen, lernen und sich mit anderen austauschen können – das war das Ziel des blinden Louis Braille, als er 1825 mit gerade mal 16 Jahren eine tastbare Punkteschrift entwickelte. Seither ermöglicht die nach ihm benannte Brailleschrift blinden und sehbehinderten Menschen Zugang zu Informationen und damit bessere Chancen für ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben. Die Christoffel-Blindenmission (CBM) fordert deshalb zum Welt-Braille-Tag (4. Januar), mehr Texte auch in Brailleschrift zugänglich zu machen. Wie die sechs in Papier gedruckten Punkte Menschen neue Perspektiven eröffnen können, zeigt ein Beispiel aus Indien.

Erste Langzeitergebnisse zum SMILE-Verfahren

Zur Korrektur der Kurzsichtigkeit mittels SMILE wurden erste Langzeitergebnisse veröffentlicht. Das SMILE-Verfahren (Small Incision Lenticule Extraction) wurde erstmals im Jahr 2008 eingesetzt und gilt heute als eine dem Lasik-Verfahren gleichwertige, aber weniger invasive Methode zur Korrektur der Kurzsichtigkeit. Bei dem minimal-invasiven Augenlaserverfahren wird mit dem Femtosekundenlaser ein kleines, linsenförmiges Scheibchen vom Hornhautgewebe freipräpariert und durch einen winzigen, ebenfalls vom Laser vorgenommene Schnitt am Hornhautrand entfernt. Im Gegensatz zur weiterverbreiteten LASIK-Methode bleiben die oberen Schichten der Hornhaut und die Hornhautnerven unberührt. Bisher wurden Ergebnisse vieler Studien veröffentlicht, die sich einzelnen Aspekten des Verfahrens, wie beispielsweise der Stabilität der Hornhaut oder dem Auftreten von „trockenen Augen“ widmeten.

DOG untersucht Augenverletzungen durch Raketen und Böller

Der Internationale Verband der Ophthalmologen (ICO) hat zu einem weltweiten Verkaufsverbot von Silvesterraketen und -böllern an Laien aufgerufen. Mit einer Umfrage an deutsche Universitätskliniken will die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) das Ausmaß von Augenverletzungen durch Feuerwerkskörper in Deutschland erfassen. Zudem fordert die Fachgesellschaft mehr Aufklärung und bessere Schutzmaßnahmen, um Augenschäden durch Feuerwerkskörper zu verhindern.