Kurznachrichten

Stiftung Auge: Bei Legasthenie-Verdacht Augenarzt zu Rate ziehen

Rund fünf Prozent der Schülerinnen und Schüler in Deutschland leiden Schätzungen zufolge an einer Lese- und/oder Rechtschreib-Schwäche (LRS), auch Legasthenie genannt. Betroffenen fällt es schwer, gesprochene Sprache in geschriebene Sprache umzuwandeln. Bei Kindern fällt die LRS meist im Laufe des ersten Schuljahres auf, oft geht sie mit Konzentrationsstörungen einher. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine der möglichen und nicht seltenen, aber oft unterschätzten Ursachen sind Sehstörungen. Um Klarheit über die Hintergründe der LRS zu bekommen und mit entsprechenden Maßnahmen wirksam gegensteuern zu können, kommt es auf eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Augenärzten und Kinder- und Jugendmedizinern bei der Diagnosestellung an. Darauf weisen Experten der Stiftung Auge hin.

Silvesterfeuerwerk: DOG begrüßt das neuerliche Verkaufsverbot für Pyrotechnik

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) begrüßt das neuerliche Verkaufsverbot für Pyrotechnik zu Silvester. Wie eine Umfrage der DOG an 75 deutschen Kliniken zeigt, reduzierte das Verkaufsverbot zum Jahreswechsel 2020/2021 die Zahl der Augenverletzungen im Vergleich zu den Vorjahren um mehr als 80 Prozent. Um schwere, langfristige Schäden durch Raketen, Böller und Co über die Zeit der Pandemie hinaus zu vermeiden, plädieren die Augenärzte dafür, privates künftig durch gemeinschaftliches, professionell organisiertes Feuerwerk zu ersetzen.

Augenärzte raten: Beim Kauf von Weihnachtsgeschenken auf Sicherheit achten

Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. rät beim Kauf von Weihnachtsgeschenken besonders auf die Sicherheit zu achten. Bei Unfällen kann es zu schwerwiegenden Augenverletzungen mit langfristigen Folgen für die Betroffenen kommen. Die Augen sind besonders empfindlich und können, wenn sie von einem Geschoss getroffen werden, schwer verletzt werden. Spielzeugwaffen, mit denen sich Geschosse (ob Schaumstoffbälle, Pfeile mit Saugnapf oder anderes) verschießen lassen, werden oft unterschätzt.

Pro Retina: AMD-Aktionswoche vom 20.-27. November

Fast sieben Millionen Menschen in Deutschland sind von einer frühen Form der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) betroffen. Obwohl die Netzhauterkrankung damit zu den Volkskrankheiten gehört, ist sie weitgehend unbekannt. Um das zu ändern, startet die gemeinnützige Organisation Pro Retina Deutschland e. V. am 20. November 2021 eine bundesweite AMD-Aktionswoche unter dem Motto „Gut sehen – (k)eine Frage des Alters“. Die Schirmherrschaft hat die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke, übernommen.

Goldene Verdienstmedaille des BVA für Prof. Bernd Bertram

Prof. Dr. Bernd Bertram erklärte bei der Delegiertenversammlung des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA), die am 6. und 7. November online stattfand, seinen Rücktritt vom Amt des 2. Vorsitzenden. Für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Augenärztinnen und Augenärzte in Deutschland ehrte ihn die Delegiertenversammlung mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden und der Verleihung der goldenen Verdienstmedaille. Zum neuen 2. Vorsitzenden des BVA wählten die Delegierten Dr. Bernhard Bambas, bisher weiteres Mitglied des Vorstands. Neu in den Vorstand wurde Daniel Pleger gewählt.

Ausschreibung des RWA-Wissenschaftspreis 2022

Der Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) hat den Wissenschaftspreis 2022 ausgeschrieben, der bei der nächsten RWA-Versammlung im Januar in Bielefeld verliehen werden soll. Mit dem Wissenschaftspreis soll der wissenschaftliche Nachwuchs in Nordrhein-Westfalen gefördert werden und ein oder mehrere wissenschaftliche Projekte unterstützt werden, „deren erfolgreicher Abschluss einen wesentlichen Fortschritt in der klinischen Augenheilkunde begründen wird“.

Studie zur Vermeidung von Kurzsichtigkeit bei Kindern startet

In einer bundesweiten Studie unter Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) soll bei Kindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren überprüft werden, ob und welche Atropin-Dosierung optimal ist, um Kurzsichtigkeit zu vermeiden oder ihre Entwicklung zu bremsen. Studieninteressierte werden gesucht. Fast jedes zweite Kind in Europa wird bis ins junge Erwachsenenalter kurzsichtig. Diese Kurzsichtigkeit entsteht durch übermäßiges Wachstum des Augapfels. Dass dieses Wachstum durch Atropintropfen aus der Tollkirsche gebremst werden kann, ist seit mehr als 100 Jahren bekannt. Doch aufgrund von Nebenwirkungen wie Blendung oder Nahsichtunschärfe war eine Therapie lange unmöglich. Erste Studien aus Asien und Vorstudien am Universitätsklinikum Freiburg zeigten, dass hochverdünntes Atropin gute Effekte ohne diese unangenehmen Nebenwirkungen zeigt.

DOG vergibt Ehrenmitgliedschaften an die Professoren Hoffmann und Wiederholt

Auch in diesem Jahr hat die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) wieder zwei ihrer Mitglieder für herausragende Verdienste um die Augenheilkunde gewürdigt und zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die besondere Auszeichnung wurde im Rahmen des Online-Kongresses „DOG 2021“ an die Berliner Professoren Friedrich Hoffmann und Michael Wiederholt verliehen, in Anerkennung wegweisender Arbeiten in ihren jeweiligen Spezialgebieten. Während Wiederholt zu den physiologischen Vorgängen im Auge, wie etwa der Kammerwasserregulation forschte, widmete Hoffmann sich vor allem der Transplantation der Hornhaut.

Welttag des Sehens: Wasser rettet Augenlicht

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) und das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit (DKVB) weisen zum Welttag des Sehens am 14. Oktober darauf hin, wie fatal mangelnde Hygiene für die Augengesundheit ist. Die Augeninfektion Trachom hat ihre Ursache in mangelnder Hygiene und führt unbehandelt zu Blindheit. Während der Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober machen die CBM und das DKVB auf diese Missstände aufmerksam.

Stiftung Auge: Sport verringert Risiko für Entstehung von Augenerkrankungen

Athletinnen und Athleten aus der ganzen Welt haben diesen Sommer bei den paralympischen Sommerspielen in Tokio sportliche Höchstleistungen gezeigt. Auch im Bereich des Freizeit- und Breitensports bieten sich Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung vielfältigen Möglichkeiten, sich körperlich fit zu halten. Denn Sport verringert nicht nur das Risiko für die Entstehung von Augenerkrankungen, sondern kann auch deren Verlauf positiv beeinflussen. Darauf weist die Stiftung Auge hin und gibt zugleich Tipps, auf welche Punkte blinde und sehbehinderte Menschen bei der Suche nach der richtigen Sportart achten sollten.