Kurznachrichten

Amnionmembran-Transplantation am Universitätsklinikum Essen

Bis zu 300 Patienten mit Defekten an der Hornhaut wird am Universitätsklinikum Essen pro Jahr mit Hilfe der sogenannten Amnionmembran-Transplantation geholfen. Bei der Amnionmembran handelt es sich um einen Hornhautersatz, der aus der Plazenta gewonnen wird. Viele Mütter erklären sich sehr gerne bereit – nach Information über den großen Nutzen – die nach der Geburt nicht mehr benötigte Eihaut für die betroffen Menschen zur Verfügung zu stellen, teilt das Universitätsklinikum Essen mit.

Weißbuch der DOG: Anstieg der Patientenzahlen bis 2030 um mehr als ein Drittel

Auf jeden ambulanten Augenarzt entfallen durchschnittlich 5.459 Patientenkontakte im Jahr – das sind über 60 Prozent mehr als der Durchschnitt aller ambulanten Vertragsärzte. Obwohl die Augenärzte damit bereits an der Belastungsgrenze arbeiten, wird der ophthalmologische Behandlungsbedarf aufgrund der Altersstruktur der Gesellschaft bis zum Jahr 2030 um 35 Prozent ansteigen. Das geht aus dem neuen Weißbuch der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) hervor, das erstmals die augenärztliche Versorgungssituation in Deutschland für die Jahre 2010 und 2030 untersucht hat und anlässlich der DOG 2012 von Prof. Dr. Norbert Pfeiffer und Dr. Christian Wolfram (Universitäts-Augenklinik Mainz) vorgestellt wurde.

RWA: Ausschreibung Dr. Georg-Preis

Bei der nächsten Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte im Februar 2013 in Bochum soll erneut der Dr. Georg-Preis im Wert von 10.000 Euro verliehen werden. Herr Dr. Fritz Georg (1913 – 2001), als Gründer und Leiter der Augenklinik Dr. Georg in Bad Rothenfelde, hat die Stiftung „Dr. Georg-Blindenstiftung” gegründet. Begünstigt wurden neben zahlreichen Blindenvereinen und Blindenschulen u. a. auch der Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Demnach soll nach dem Ableben von Herrn Dr. Georg alle zwei Jahre aus den Erträgen des Stiftungsvermögens ein “Dr. Georg-Preis” in Höhe von 10.000 Euro für Verdienste auf dem Gebiet der Operationen im Bereich der Augenheilkunde an einen Augenarzt einschl. Ärzte im Praktikum und der Weiterbildung vergeben werden. Da dieser Preis zur Förderung des Nachwuchses und auch für niedergelassene Ärzte gedacht ist, sind Leiter von Universitätskliniken und Hauptabteilungen, sowie habilitierte Oberärzte dieser Einrichtungen ausgenommen. Der Status zum Zeitpunkt der Ausschreibung des Preises (Einladung zur Tagung) ist ausschlaggebend.

Tag des weißen Stockes und Abschluss der Woche des Sehens

Anlässlich des „Internationalen Tags des weißen Stockes“ der Vereinten Nationen am 15. Oktober schlagen drei Selbsthilfeorganisationen Alarm: Nach ihren Schätzungen fehlen in Deutschland 400 Blinden- und Sehbehindertenlehrer. So müssen blinde Kinder von Lehrern unterrichtet werden, die keine Blindenschrift können, und sehbehinderte von solchen, die sich mit Sehschärfe, Gesichtsfeld und Blendempfindlichkeit kaum auskennen. Nur fünf Hochschulen vermitteln hierzulande das nötige Fachwissen, um Schülern mit Seheinschränkung alles beizubringen, was ihre sehenden Altersgenossen auch erfahren. Doch die wenigen Sonderpädagogen, die jedes Jahr ihren Abschluss machen, reichen bei weitem nicht aus, um die freien Stellen zu besetzen. Verschärft wird das Problem dadurch, dass sich Deutschland durch die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet hat, für die Inklusion behinderter Menschen auch in der Beschulung zu sorgen. Das bedeutet, dass in Zukunft noch mehr Blinden- und Sehbehindertenpädagogen gebraucht werden als heute. Darauf macht der Berufsverband der Augenärzte (BVA) zum Abschluss der Woche des Sehens aufmerksam.

Blindengerechten Audioguides gehört die Zukunft

Audioguides sind aus Museen nicht mehr wegzudenken: Bei vielen Ausstellungen nutzt mehr als die Hälfte der Besucher den „tragbaren Experten am Ohr“. Was liegt näher, als die beliebten Geräte mit geringem Aufwand so auszustatten, dass auch Besucher mit Seheinschränkung etwas davon haben? Auf einer zusätzlichen Tonspur können problemlos die nötigen Informationen vermittelt werden, die blinde und sehbehinderte Menschen benötigen – welche Frisur trägt die Frau auf dem Bild, welche Abmessungen hat das Kunstwerk? Auch Informationen zur Orientierung im Museumsgebäude sind eine wertvolle Unterstützung. Die Koordinierungsstelle Tourismus im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) wird deshalb am 12. Oktober im Rahmen der Woche des Sehens auf einer Fachtagung in Mainz Empfehlungen zur barrierefreien Gestaltung von Audio- und Multimediaguides verabschieden.

Hilfswerke fordern mehr Augenärzte in Entwicklungsländern

Zum Welttag des Sehens (11. Oktober) weisen die Christoffel-Blindenmission (CBM) und das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit (DKVB) auf einen starken Mangel an Augenärzten und augenärztlichem Personal in Entwicklungsländern hin. Menschen, die von Blindheit bedroht sind, und sehbehinderte Menschen werden dort nicht ausreichend versorgt. So sei in Malawi zum Beispiel ein Augenarzt für 1,4 Millionen Menschen zuständig, während in Deutschland ein Augenarzt durchschnittlich nicht mehr als 20.000 potentielle Patienten hat. Darauf weist der Berufsverband der Augenärzte (BVA) hin. Die internationalen Hilfswerke sehen deshalb die Aus- und Weiterbildung einheimischer medizinischer Fachkräfte als wichtigen Bestandteil einer effizienten Entwicklungszusammenarbeit. Oftmals fehle es aber am Geld für die notwendige Ausbildung. Die Hilfswerke vergeben deshalb Stipendien und bauen Ausbildungszentren auf.

E-FAB: Neues Expertenforum verweist auf vermeidbare Blindheit in Europa

Am heutigen Welttag des Sehens 2012 zeigt eine Umfrage der E-FAB (European Forum Against Blindness; Europäisches Forum gegen Blindheit) unter mehr als 5.000 Menschen in fünf EU-Ländern, dass 53 % der Befragten sich eher darüber Sorgen machen, dass sie ihre Sehkraft verlieren könnten, als darüber, dass sie andere Krankheiten entwickeln könnten, wie etwa Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Atemwegserkrankungen. In der Umfrage zeigte sich, dass der Verlust des Sehvermögens gleich nach dem Gedächtnisverlust die primäre gesundheitliche Sorge der Menschen beim Älterwerden darstellt. darauf weist die E-FAB in einer Mitteilung hin.

EU unterstützt Tübinger Forschungsprojekt

Mit nahezu fünf Millionen Euro unterstützt die Europäische Union in den nächsten drei Jahren einen Zusammenschluss aus Firmen und Wissenschaftlern unter der Führung des Forschungsinstituts für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen. Ziel des Forschungsprojektes „Drugsford“ ist es, neue Wege für die Behandlung von erblichen Seherkrankungen zu finden, teilt die Universität Tübingen mit.

Aufklärungskampagne “Woche des Sehens” startet heute

Ab heute informieren bundesweit Selbsthilfegruppen, Augenärzte und -kliniken sowie internationale Hilfswerke über die Bedeutung von gutem Sehen, die Ursachen von Sehbehinderung und Blindheit sowie über die Möglichkeiten, das Augenlicht zu erhalten. „Wir sehen uns“ heißt es vom 8. bis 15. Oktober 2012 bei der elften Woche des Sehens.
Die Fernsehjournalistin Gundula Gause ist, wie bereits in den Vorjahren, Schirmherrin der Initiative.

Künstliche Hornhaut vor klinischer Erprobung

Eine Arbeitsgruppe vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam entwickelt in enger Zusammenarbeit mit dem Aachener Centrum für Technologietransfer ACTO e. V. künstliche Hornhäute. Wissenschaftliche Partner im Projekt „ARTCORNEA“ sind die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das ACTO e. V. und die Augenklinik Köln-Merheim, an der in Kürze die klinische Erprobung beginnen soll. „Wir entwickeln zwei unterschiedliche künstliche Hornhäute, eine davon können wir als einfachen Transplantatersatz den Patienten einsetzen, die eine Spenderhornhaut gut vertragen, aber wegen des großen Mangels keine erhalten“, sagte Dr. Joachim Storsberg, Projektleiter am IAP.