Aus der aktuellen Ausgabe

Kontaktlinsenanpassung bei Kindern

Bis vor einigen Jahren war die Kontaktlinsenanpassung bei Kindern auf medizinische Indikationen beschränkt. Doch auch junge und jugendliche Brillenträger wünschen zunehmend optisch korrigierende Kontaktlinsen oder versorgen sich selbst mit Billiglinsen. Um Komplikationen zu vermeiden, sollte daher eine Kontaktlinsenanpassung möglichst frühzeitig, gut kontrolliert und mit höchster Qualität des Materials stattfinden. Das ideale Alter hierfür liegt bei Kindern zwischen dem sechsten und dem elften Lebensjahr, für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Dr. Dorothea Kuhn (Riedlingen), stellvertretende Vorsitzende des Ressort Kontaktlinsen des BVA, erläutert, worauf bei der Kontaktlinsenanpassung bei Kindern zu achten ist.

Fallbericht: Caspofungin zur intravitrealen Therapie bei mykotischer Endophthalmitis

Mykotische Endophthalmitiden sind selten, sie machen nur acht bis 18 Prozent aller Endophthalmitiden aus. ­Dennoch sind sie wegen ihrer schweren Verläufe sehr gefürchtet, denn nicht selten enden Pilz-Endophthalmitiden mit dem Verlust des Auges. Dr. Burkhard von Jagow, FEBO, (Berlin) berichtet über zwei Patienten mit Pilz-­Endophthalmitis, die nach Keimnachweis durch eine Pars-plana-Vitrektomie mit intravitrealen Gaben von ­Caspofungin, einem neueren synthetischen Mykostatikum, behandelt wurden.

Anpasssatz für Kontaktlinsen

Serie zur Sammlung Roth (Folge 82)
Die ersten Versuche, Brechungsfehler wie Myopie, Hyperopie oder Astigmatismus mit ­Gläsern, die dem Auge direkt aufsitzen, auszugleichen, scheiterten nahezu alle. ­Die mühsam aus einer Glaskugel herausgearbeiteten Sklerallinsen, ursprünglich als Kontaktbrillen ­bezeichnet, konnten nur für wenige Stunden am Auge getragen werden. Die Linsen saugten sich fest, Bindehautreizung und Hornhautödem führten zum Abbruch der Behandlung. Dennoch war gerade beim Hornhautstaphylom, wie man einst den Kerato­konus nannte, die Kontaktschale oder -linse oft die einzige Möglichkeit, den Patienten vor der Erblindung zu bewahren. Erst die Erkenntnis, dass die Hornhauttopographie bei jedem Menschen individuell geformt ist und daher bei jeder Anpassung eine andere Innen­krümmung der Kontaktlinse erforderlich war, brachte den Durchbruch.

Künstliche Intelligenz zur Prognose individueller AMD-Progression

Bei Patienten mit früher oder intermediärer AMD stellt die Prognosestellung hinsichtlich des Risikos und des genauen Zeitpunktes eines zukünftigen Fortschreitens der Erkrankung für den Augenarzt eine diagnostische Herausforderung dar. Seit mehr als fünf Jahren werden an der Medizinischen Universität Wien mit großem Erfolg Technologien aus dem Bereich der Artificial Intelligence eingesetzt. Priv.-Doz. Sebastian Waldstein (Wien) stellt neueste Ergebnisse aus dem Einsatz von Artificial Intelligence in der OCT-Analyse vor, die eine individuelle Vorhersagbarkeit der Krankheitsentwicklung in früher AMD und somit eine deutlich verbesserte Prognosestellung erlauben.

Frühe Brille im Kirchenfenster

Serie zur Sammlung Roth (Folge 81)
Die frühe Geschichte der Brille liegt im Dunkeln, wer sie erfunden oder gar als Erster getragen hat, ­ist unbekannt. Sicher ist nur, dass sich die älteste Abbildung einer Lesebrille in einem Fresko im Kloster San Nicoló von Treviso findet. Sie soll aus der Zeit um 1350 stammen. Die Nähe zu Venedig und der Insel Murano, im Mittelalter für die Produktion hochwertiger Gläser bekannt, lässt vermuten, dass dort die Geburtsstätte der optisch brechenden Gläser zu suchen ist. Funde aus den Phara­onengräbern in Ägypten lassen allerdings erahnen, dass die vergrößernden Eigenschaften sphärisch geschliffener Bergkristalle durchaus schon vor 3000 Jahren bekannt waren und genutzt wurden.

XXXI. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Linz

Ophthalmohistorie und „Linzer Augen“ (Teil 2)
Die XXXI. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) hatte in diesem Jahr nach Linz, in die ­Hauptstadt Oberösterreichs eingeladen. Im zweiten Teil des Tagungsberichtes fasst Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) weitere Themen aus dem breiten ophthalmohistorischen Vortragsprogramm mit Einblicken in vergangene ­Pionierleistungen und Lebenswege herausragender Persönlichkeiten der Augenheilkunde zusammen.

Swept-Source-OCT-gestützte Biometrie

Linsenkalkulation bei kombinierter Phakovitrektomie mit ILM-Peeling
Bei kombinierten Eingriffen wie der Phakovitrektomie bleibt die Berechnung der Linsenstärke immer noch schwer vorhersagbar, da die zusätzliche Entfernung des Glaskörpers sowohl die Achsenlänge als auch die „effektive ­Linsenposition“ beeinflusst. Dr. Efstathios Vounotrypidis, FEBO, Dr. Daniel R. Muth und Priv.-Doz. Dr. Wolfgang J. Mayer (München) erläutern Ergebnisse eines klinischen Vergleichs zwischen der optischen und der neuen Swept-­Source-OCT-gestützten Biometrie für die Linsenkalkulation bei kombinierten Phakovitrektomie mit ILM-Peeling.

IOLCon – Eine neue Datenbank zur Optimierung von IOL-Konstanten

Die Kunstlinsenkonstanten werden meistens anhand einer großen Stichprobe refraktiver Operationsergebnisse ermittelt. Der Mittelwert oder Median über die gesamte Stichprobe ergibt in der Regel eine hinreichend gute Schätzung für zukünftige Linsenberechnungen. Diese Optimierung stellt oft einen guten Ausgangspunkt für den Einstieg mit einer neuen IOL und die weitere „Feinjustage“ der Konstanten für den jeweiligen Operateur dar. Daher sollten solche „globalen“ Konstanten möglichst auf einer großen Datenbasis errechnet werden und zudem öffentlich zugänglich sein. Priv.-Doz. Dr. Timo Eppig, Simon Schröder, Michael Schwemm und Prof. Achim Langenbucher (Homburg/Saar) haben mit IOLCon eine nichtkommerzielle, frei zugängliche, unabhängige ­Plattform entwickelt, auf der entsprechende Daten gesammelt werden.

Individuelle IOL-Korrektur der sphärischen Aberration

Asphärische Intraokularlinsen ermöglichen eine Reduzierung der okulären sphärischen Aberration (SA).­Verschiedene Hersteller gehen dabei von unterschiedlichen Ansätzen aus, wobei die jeweiligen Intraokularlinsen immer nur für einen Teil der behandelten Augen eine effektive Korrektur bieten können, da die SA der Hornhaut eine hohe ­interindividuelle Variabilität aufweist. Dr. Jens Schrecker (Glauchau) stellt einen neuen Ansatz vor, der die ­Berechnung und Herstellung einer an die individuelle SA der Hornhaut angepassten IOL über eine Erweiterung der üblichen präoperativen Biometrie um zusätzliche Daten aus einer Hornhauttomografie ermöglichen soll.

Glaukomdiagnostik und Trendanalyse mit OCT

Grenzfälle und uneindeutige Befunde (Teil 5)
Mit Hilfe der Optischen Kohärenztomographie (OCT) lässt sich der progrediente Nervenfaserverlust bei ­Glaukom bereits zu einem frühen Zeitpunkt nachweisen. In den ersten Teilen des Beitrages wurden die für die Glaukom­diagnostik entscheidenden Parameter im OCT erläutert, die Möglichkeiten der Trendanalyse im Rahmen der Dia­gnostik anhand von Fallbeispielen mit verschiedenen OCT-Systemen dargestellt sowie Differentialdiagnosen und patientenindividuelle Verlaufsbeobachtungen des Glaukoms unter Therapie aus der Praxis dargestellt. Im letzten Teil seines Beitrags veranschaulicht Dr. Georg Niepel (Stolberg) an ausgewählten Fallbeispielen Grenzfälle und uneindeutige Befunde aus der Praxis, bei denen die OCT zu diagnostischer Klarheit verholfen hat