Aus der aktuellen Ausgabe

Endothelschutz 2.0

Bei der femtosekundenlaserassistierten Kataraktoperation wird der Verlust von Endothelzellen reduziert, ist aber nicht gänzlich vermeidbar. Im Rahmen einer Studie sollte die Wirksamkeit eines intraoperativen ­endothelialen Schutzes mittels Kapsulotomie anhand Endothelzellmessung, Pachymetrie sowie klinischer ­Untersuchung prä- und postoperativ verglichen werden. Nick P. Piravej, Raphael Neuhann und Dr. Tobias Neuhann (München) stellen die Daten vor.

Steuern sparen beim Kauf einer Augenarztpraxis 2019

Der Erwerb einer Augenarztpraxis bringt für den Käufer hohe Kostenbelastungen mit sich, die häufig nur aufgrund der damit verbundenen steuerlichen Entlastungen getragen werden können. Deshalb ist die Kenntnis der steuerlichen Folgen beim Praxiserwerb von weitreichender Bedeutung und für die Kaufentscheidung unerlässlich. Ein Beitrag von Dipl. Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin).

Neue und praxisrelevante Aspekte des DEWS II

Definition, Diagnostik und Therapie des Trockenen Auges
Das Trockene Auge ist eine der häufigsten okulären Erkrankungen weltweit. Die Symptomatik kann zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen. Als Pathomechanismen werden ein hyperosmolarer Tränenfilm sowie eine Entzündung der Augenoberfläche und Tränendrüse diskutiert. Die Therapie hat sich von ausschließlicher Tränenersatztherapie zu einer differenzierten Stufenplanbehandlung entwickelt. Aktuelle Forschungsschwerpunkte befassen sich mit der Pathophysiologie, neuen diagnostischen Verfahren und Therapiekonzepten. 
Priv.-Doz. Dr. Christina Jacobi (Hamburg) zeigt einige neue und praxisrelevante Aspekte des DEWS II auf.

Granulomatose mit Polyangiitis

Die Granulomatose mit Polyangiitis ist gekennzeichnet durch eine fokal nekrotisierende granulomatöse Entzündung der kleinen und mittelgroßen Gefäße und kann potenziell lebensbedrohlich verlaufen. Ophthalmologische Symptome wie zum Beispiel die Skleritis können als eine mögliche Erstmanifestation dieser systemischen Erkrankung auftreten. Dabei sind eine frühzeitige Diagnosestellung und ein adäquater Therapiebeginn bedeutend für das Mortalitäts- und Morbiditätsrisiko der Patienten. Dr. Désirée Schelenz und Dr. Wesal Bayoudh, FEBO, FICO, FEBOS (Dortmund) erläutern die diagnostischen und interdisziplinären Herausforderungen.

Das Trockene Auge beim idiopathischen Parkinson-Syndrom

Der Parkinson-Patient in der augenärztlichen Sprechstunde
Das idiopathische Parkinson-Syndrom stellt die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung dar. Im Durchschnitt erkranken Patienten im Alter von 55 Jahren. Mit steigendem Lebensalter erhöht sich die Prävalenz und Inzidenz der Erkrankung. Als systemische Erkrankung des Nervensystems gibt es neben den gut bekannten motorischen Symptomen auch eine Reihe von nicht-motorischen Symptomen, die aufgrund ihres frühzeitigen Auftretens und ihrer Häufigkeit in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der Wissenschaft gerückt sind und sich durch eine Beteiligung des vegetativen Nervensystems erklären lassen. Hierunter sind Sehstörungen für den Patienten durch Erkrankungen des Tränendrüsenapparates ein sehr belastendes Symptom, das wissenschaftlich erst unzureichend verstanden ist. Matthias Börger (Abteilung Neurologie, Universitätsmedizin Göttingen) stellt die Problematik dar, aufgrund derer regelmäßige augenärztliche Untersuchungen bei Parkinson-Patienten erfolgen sollten.

Operative Therapie bei alternierender Esotropie

Beidseitige Medialis-Rücklagerung oder einseitige kombinierte Konvergenz-OP?
Ein frühkindliches Innenschielen kann als alternierende Esotropie auftreten, hat aber zusätzliche ­besondere Merkmale, die typisch sind. Wenn konservative Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind, besteht die Möglichkeit der Operation, um das Therapieziel der Geradeausstellung beider Augen zu erreichen. Allerdings sind zahlreiche Aspekte bei der Wahl des OP-Verfahrens zu berücksichtigen. An der Augenklinik Erfurt wurden alle durchgeführten Augenmuskeloperationen für die Diagnose alternierende Esotropie und frühkindliches Innenschielen in einer OP-Statistik erfasst, um zu untersuchen, ob die beidseitige Medialis-Rücklagerung vergleichbare Ergebnisse liefert wie die einseitige kombinierte Konvergenz-Operation. Dr. Jürgen Walther (Erfurt) fasst die Ergebnisse zusammen.

Mikrosekundenpuls-Laserbehandlung bei Chorioretinopathia centralis serosa

Retrospektive Analyse zum Praxiseinsatz der navigierten Laserbehandlung
Verschiedene Fallserien zu navigierter Mikrosekundenpuls-Behandlung bei chronischer Chorioretinopathia ­centralis serosa zeigten gute Resultate. Ziel einer Untersuchung an der Augenklinik OWL in Detmold war die Überprüfung, ob diese Resultate auch im praktischen Alltag erzielt werden können. In Zusammenarbeit mit externen Zuweisern wurden die Alltagsdaten von 14 Augen von 11 Patienten aus den Jahren 2016 und 2017 ausgewertet. Lubna Alkwatli und Dr. Bernd Fassbender (Detmold) berichten über ihre Praxiserfahrungen und erläutern die Ergebnisse der retrospektiven Analyse.

Die Brille in der Kunst von Rembrandt

Das Auge und noch mehr aber der Verlust der Sehfunktion als Folge einer Krankheit oder Verletzung nahmen zu allen Zeiten einen besonderen Stellenwert ein, der sich auch in der künstlerischen Darstellung nachweisen lässt. Abbildungen des Auges finden sich in alten Hochkulturen und in der Antike, aber erst die Maler des frühen Mittelalters waren künstlerisch in der Lage, das menschliche Auge in der Fläche naturgetreu darzustellen. Nun erscheint erstmals auch das Bildmotiv des kranken Auges. Die besondere Wertigkeit des Sehens in den Gemälden Rembrandts beschreiben Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Gregor Nietgen (Ulm).

Die Brille im Beruf

Serie zur Sammlung Roth (Folge 94)
Nur wenige Berufe sind für den Blinden oder Sehbehinderten geeignet, der Arbeitsplatz von heute verlangt eine überdurchschnittlich gute Sehfunktion. Das Erkennen von Buchstaben oder Zahlen in Ferne und Nähe, das sichere Differenzieren von Farben sowie das räumliche Sehen sind die Grundbedingungen für das Bedienen und Steuern von Maschinen und Fahrzeugen. Wer schlecht sieht, gefährdet sich und andere. Schon mit der ­Konstruktion der ersten Brillen gegen Ende des 13. Jahrhundert wurde rasch klar, dass diese im Nahbereich dem Bibliothekar, dem Zeichner oder Holzschneider am Arbeitsplatz eine wertvolle Hilfe sein würden.

Zoster ophthalmicus 2019 – ein Update

Zoster ophthalmicus ist ein Krankheitsbild, das zwar nicht selten auftritt – jedoch in seiner Tragweite oft­ ­unterschätzt wird. Aktuell gibt es für den klinischen Alltag einige Neuerungen zu berücksichtigen. Prof. Uwe Pleyer und Prof. Philip Maier geben ein Update und stellen Teile einer aktuellen Leitlinie (unter Beteiligung der DOG federführend formuliert durch den Berufsverband der Deutschen Dermatologen, BVDD) sowie neue präventive Möglichkeiten vor.