Aus der aktuellen Ausgabe

Fallbericht: Zentrales Meningeom als Zufallsbefund bei rezidivierender Chorioretinopathia centralis

In einer ambulanten augenärztlichen Gemeinschaftspraxis wurde ein 36-jähriger Mann erstmalig im April 2017 mit akutem Visusabfall am linken Auge vorstellig. Über zwei Jahre kam es vermehrt zu Rezidiven einer Chorioretinopathia centralis serosa nach Kataraktoperation. Im Verlauf entwickelte der Patient Stauungspapillen aufgrund eines faustgroßen Meningeoms parietal rechts. Dr. Anne-C. Zajonz, Olga Riemer, Dr. Anja Viestenz, Max H. Griebsch, Prof. Arne Viestenz und Dr. Hubertus von Below stellen den außergewöhnlichen Fall vor.

Das Büro des Kaufmanns

Serie zur Sammlung Roth (Folge 104)
Frühe Abbildungen einer Brille sind selten, sieht man von einigen Wandgemälden, Altarbildern oder Kirchenfenstern ab, so gibt es kaum Darstellungen in ihrer ursprünglichen Form. Noch seltener sind ihre Originale. Bislang sind die Brillen aus dem Kloster Wienhausen wohl die ältesten Sehhilfen der Welt, man datiert sie in die Zeit um 1350. Aus gleicher Zeit sind wohl auch erste Darstellungen in der Freskomalerei, zu sehen in dem Dominikanerkloster von San Nicolo in Treviso. Sie zeigen eine Nietbrille und ein Stielglas. Die älteste im Buchdruck dargestellte Brille stammt von Anton Koberger aus Nürnberg, der in seiner Weltchronik von 1493 mehrfach den gleichen Holzschnitt einer Nietbrille zeigt.

1. Baltic Sea Eye Conference

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Thomas Fuchsluger (Rostock) und Prof. Anna Machalinska (Szczecin/Stettin) fand am 14. Dezember die „1. Baltic Sea Eye Conference“ in Rostock statt. Mit der Etablierung dieser „Deutsch-Polnischen Winterakademie“ soll die Zusammenarbeit zwischen beiden Nachbarländern verstärkt und vertieft werden. Für seine Verdienste um die Augenklinik wurde Prof. Rudolf Guthoff mit der neu geschaffenen und damit ersten Carl-Wilhelm-von-Zehender-Ehrenmedaille geehrt. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) fasst die Tagung zusammen.

Die Kataraktoperation – Wegbereiter eines neuen Zeitalters im Glaukommanagement

Es ist die Kataraktoperation, bei der sich seit kurzem eine neue und faszinierende Option für die Kontrolle, die Behandlung und die wissenschaftliche Erforschung einer der problematischsten Augenerkrankungen anbietet: des Glaukoms. Prof. Burkhard Dick (Bochum) berichtet über den permanent im Auge verbleibenden Drucksensor Eyemate-IO, den die Universitäts-Augenklinik Bochum als eine der ersten Kliniken bei der Kataraktoperation von Glaukompatienten implantiert hat und zu dem jüngst erste Langzeiterfahrungen publiziert wurden. Der tägliche Umgang mit dieser neuen Art des Druckmonitoring wurde von den Patienten durchweg als positiv eingestuft.

Kataraktoperationen bei Patienten mit AMD und Uveitis

Auswertung von Studiendaten zum Einfluss der Katarakt-OP auf Entstehen und Progression
Welche Auswirkung hat die Kataraktoperation auf das Entstehen oder das Fortschreiten einer altersbedingten Makuladegeneration? Wie steht es um die Visusergebnisse der Kataraktoperation bei Uveitis-Patienten? Zur Beantwortung dieser Fragestellungen unterziehen Dr. Jakob Schweighofer und Prof. Yosuf El-Shabrawi (Klagenfurt) vorhandene Studiendaten einer genauen Betrachtung.

ZMÖ-Prophylaxe nach Katarakt-OP bei Diabetikern ohne Retinopathie

Ergebnisse einer prospektiven Kontrollstudie zu topischem Nepafenac
Das zystoide Makulaödem (ZMÖ) ist als Komplikation nach Kataraktoperation ein zwar seltenes, gleichermaßen aber unerwünschtes Ereignis. Die adjuvante perioperative Applikation von topischem Nepafenac im Rahmen einer Kataraktoperation stellt eine durch mehrere Studienergebnisse verifizierte und etablierte Prophylaxe bezüglich der Reduktion der Inzidenz des ZMÖ bei diabetischer Retinopathie dar. Eine Einschätzung der Wirksamkeit bei – in der täglichen Routine der operativen Praxis zahlreich anzutreffenden – Patienten ohne diabetische Retinopathie kann anhand der aktuellen Studienlage nicht zufriedenstellend geleistet werden. Die prospektive, randomisierte MaKaDi-Studie möchte einen Beitrag leisten, die postulierte Wirkung von Nepafenac AT bei Diabetikern ohne Vorliegen einer klinischen diabetischen Retinopathie beziehungsweise Makulopathie anhand von standardisiert dokumentierten Parametern wie ZMÖ-Inzidenz, zentraler Foveadicke und Visusverlauf zu beurteilen. Oliver Vij, Fritz Olbrich (Recklinghausen), Dr. Werner Jerke und Sabrina Lucaß (Herten) stellen die Ergebnisse vor.

Prognostische Marker im Krankheitsverlauf der Retinopathia centralis serosa

Verschiedene Risikofaktoren wurden bisher mit der Retinopathia centralis serosa (RCS) in Verbindung gebracht, einschließlich Typ-A-Persönlichkeit und endogener Hyperkortisolismus sowie Verwendung von Kortikosteroiden; jüngste Studien haben jedoch letzteres in Frage gestellt. In einer retrospektiven Studie an der Augenklinik am Klinikum der Stadt Ludwigshafen wurden als primärer Endpunkt die Anwesenheit und der Typ einer Pigmentepithelabhebung als Chronizitätsmarker in Relation zur Dauer der RCS analysiert. Als sekundärer Endpunkt wurde die Inzidenz des Kortikosteroidkonsums als Risikofaktor der Entwicklung einer RCS in der Patientenkohorte untersucht. Dr. Argyrios Chronopoulos (Ludwigshafen) erörtert die Ergebnisse.

Neueste Generation trabekulärer Mikro-Bypass Stents

Anwenderbericht zum iStent inject-System
In den letzten Jahren hat sich die minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS) mehr und mehr etabliert und das Behandlungsspektrum deutlich erweitert. Zahlreiche Langfriststudien belegen, dass die MIGS eine wirksame und sichere Behandlungsoption für zahlreiche Glaukompatienten eröffnet. Die Implantation von trabekulären Mikro-Bypass Stents stellt die physiologischen Abflussverhältnisse bei Glaukompatienten wieder her. Prof. Dr. Dr. Fritz Hengerer (Frankfurt) implantiert seit 2014 trabekuläre Mikro-Bypass Stents und berichtet über seine Erfahrungen mit dem iStent inject-System.

Das Kaleidoskop

Serie zur Sammlung Roth (Folge 103)
Beim Betrachten eines Bildes spielt die Harmonie eine ebenso wichtige Rolle, wie beim Hören von Musik. Dies gilt nicht nur für die Zusammenstellung der Farben, auch ihre Zuordnung zueinander ist von besonderer Bedeutung. Man kann das an einem kleinen optischen Gerät studieren, das zugleich ein sehr schönes Kinderspielzeug ist. Jeder kennt es. Es besteht aus einer Röhre, ähnlich wie beim Fernrohr, aber diese Röhre dient nicht dem Blick hindurch, sondern dem Blick hinein ins Innere. Das Ereignis spielt sich innen ab. Blickt man hinein, so sieht man um den Mittelpunkt herum angeordnet bunte symmetrische Bilder, die sich durch Drehen der Röhre vor dem Auge verändern. Durch ihre unendlich erscheinende Variationsvielfalt vermögen sie immer wieder zu faszinieren. Das Gerät trägt daher den griechischen Namen Kaleidoskop, was sich am besten mit „nach schönen Bildern schauen“ übersetzen lässt. Heute weiß man, dass das Betrachten schöner Dinge im Zustand der Ruhe, Herz und Seele stimuliert. Ähnlich wie bei den klassischen indischen Mandalas, die der spirituellen Vertiefung dienen.

XXXIII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Düsseldorf (Teil 2)

„Geschichte braucht Zukunft“
Unter der Tagungskoordination von Prof. Guido Kluxen und Prof. Gerd Geerling fand vom 11. bis 13. Oktober das 33. Treffen der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Düsseldorf statt. Im ersten Teil fasste Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) die ersten beiden Sitzungen und die neu etablierte Podiumsdiskussion zusammen. Im folgenden zweiten Teil stellt sie weitere Beiträge aus der Posterausstellung und der dritten wissenschaftlichen Sitzung vor und berichtet über die Ergebnisse der Vorstandswahl.