Aus der aktuellen Ausgabe

Die Augenmedikation des Mittelalters

Teil 2: Augensalben, Pulver, Pillen
Ausgehend von Hildegard von Bingen und der Überlieferung zahlloser ihrer Rezepturen zeigte es sich, dass die von ihr und anderen Heilkundigen ihrer Zeit beschriebenen Pflanzen beziehungsweise ihre Inhaltsstoffe selbst heute nach 900 Jahren noch immer die Grundlage einer Therapie mit Augentropfen sind. Lediglich die damalige Methode der Herstellung ist heute in den meisten Fällen als obsolet anzusehen. Die Behandlung des kranken Auges im Mittelalter mit Tropfen wurde im ersten Teil dargestellt. Der Augenarzt Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) und die Journalistin Gabriele Goettle (Berlin) beschreiben im ­zweiten Teil des medizingeschichtlichen Beitrages Augensalben, Pulver und Pillen, die in der Medikation des Mittelalters bei erkrankten Augen zum Einsatz kamen.

Fallbericht: Spontane massive Makulablutung

Eine retinale Makulablutung bei jungen Patienten mit einem zuvor gesunden Auge ist selten. In diesen Fällen werden Trauma, retinale Vaskulitis und Terson-Syndrom vermutet, eine sehr seltene Ursache ist eine Valsalva-Retinopathie. Amine Maamri, Dr. Alaa Din Abdin, Prof. Berthold Seitz und Shady Suffo (Homburg/Saar) berichten über einen 25-jährigen Patienten, der sich in der Hochschulambulanz wegen seit drei Tagen bestehender Sehverschlechterung am rechten Auge vorstellte. Er hatte keine ophthalmologischen Erkrankungen, aber seine ersten Symptome traten nach dem Heben schwerer Gewichte auf.

Das Auge im Comic

Serie zur Sammlung Roth (Folge 118)
Die Bedeutung des Auges als wichtige Informationsquelle ist unersetzbar. In den Comics seit der Mitte des letzten Jahrhunderts wird insbesondere das Auge zum Merkmal eines Charakters, es projiziert dem Betrachter den körperlichen oder geistigen Zustand. Diese auf den ersten Blick lustige, aber dennoch nachdenklich stimmende Postkarte stammt aus den USA, wo der Comic wie auch das Pin Up in der Mitte des letzten Jahrhunderts eine besondere Stellung in der Kunst und Kultur hatte.

Kongress AAD 2021 online

„Gelungene Premiere“, aber „keine Neuauflage“ mehr
Die Veranstalter zeigten sich mit dem Ergebnis der ersten Online-Tagung der Augenärztlichen Akademie Deutschlands (AAD) sehr zufrieden und meldeten zum Abschluss der viertägigen Fortbildungsveranstaltung von BVA und DOG insgesamt 4.373 Teilnehmer, davon jeweils täglich etwa 3.500 auf der Kongressplattform eingeloggt. Die Tagungsthemen wurden in 225 fachwissenschaftlichen Sessions referiert, aktuelle Informationen aus der Industrie boten 47 Aussteller und 24 Firmensymposien. Aber ungeachtet der positiven, fast schon erleichtert wirkenden Bilanz wurde auch die deutliche Hoffnung erkennbar, dass zur AAD 2022 der Zusatz „online“ entfällt und eine Rückkehr zum früheren Tagungsformat möglich ist. Ulrike Lüdtke M.A. berichtet über die diesjährige Fortbildungstagung.

Autoantikörper als neues Ziel der Glaukomtherapie

Neue Erkenntnisse zur Pathogenese und Pathophysiologie des Glaukoms weisen auf eine Beteiligung des Immunsystems und Entzündungsprozesse als kausaler Faktoren hin. In klinischen Studien wurden Veränderungen verschiedener Autoantikörper bei Glaukompatienten nachgewiesen. Dr. Bettina Hohberger (Erlangen) zeigt das Potential der Autoantikörper als neues Ziel der Glaukomtherapie auf.

Trabekelmaschenwerk-Proteine als Ziele serologischer Antikörper

Immunologische Aspekte der Glaukomerkrankung
Trotz des ungeklärten Ursprungs und der ungelösten Wirkung von glaukomspezifischen Autoantikörpern könnten sie als wertvolle Krankheitsbiomarker dienen und die Glaukomdiagnostik unterstützen. In jüngsten Studien konnten POWG-Patienten von nicht glaukomatösen Probanden bereits mit guter Präzision anhand veränderter Autoantikörper-Level klassifiziert werden. Dr. Vanessa M. Beutgen (Mainz) berichtet über die Forschungsansätze zu Veränderungen im serologischen IgG-Antikörper-Repertoire gegen Trabekelmaschenwerk-Proteine als potenzielle Biomarker beim Glaukom.

Synthetische Antikörper-Peptide bei Glaukom

Forschung zu neuroprotektiven Therapiestrategien
Zukünftige Behandlungsoptionen des Glaukoms zielen darauf ab, nicht mehr nur den Augeninnendruck zu senken, sondern in die pathophysiologischen molekularen Mechanismen beim Glaukom einzugreifen. In einer Mainzer Forschungsarbeit konnte das neuroprotektive Potenzial der synthetischen glaukomassoziierten komplementaritätsbestimmenden Regionen (CDR) auf retinale Ganglienzellen in einem Ex-vivo-Modell bereits gezeigt werden. Eine spezifische Peptid-Protein-Interaktion führte zu signifikant geringeren zellulären Stressreaktionen und zu einer erhöhten Aktivierung der antiapoptotischen und antioxidativen Signalwege in den CDR- behandelten Netzhautexplantaten. Dies belegt, dass mit spezifischen synthetischen Peptiden auf molekularer Ebene eine erhöhte Überlebensrate von retinalen Ganglienzellen möglich ist. Dr. rer. nat. Carsten Schmelter (Mainz) stellt den Forschungsansatz zur Verwendung synthetischer Antikörper-Peptide als innovative Therapieform bei der Glaukomerkrankung dar.

Lasertherapie oder IVOM beim Neovaskularisationsglaukom?

Das Neovaskularisationsglaukom (NVG) ist unter den therapierefraktären Glaukomformen häufig anzutreffen. Kausal beteiligt an seiner Entstehung sind Prozesse, die mit einer retinalen Ischämie und mit einer Ausschüttung von Wachstumsfaktoren (VEGF) einhergehen. Vor allem der ischämische Zentralvenenverschluss als auch die proliferative diabetische Retinopathie führen oftmals zu einem NVG. Die mit der Laserkoagulation und der Anti-VEGF-Injektion zur Verfügung stehenden therapeutischen Optionen in ihren Vor- und Nachteilen beim Neovaskularisationsglaukom erläutern Prof. Matthias Lüke und Prof. Julia Lüke (Köln).

Neue Entwicklungen bei viskoelastischen Substanzen

Der Einsatz von Vitalfarbstoffen in der Augenheilkunde als effektives und nützliches Hilfsmittel setzt voraus, dass der Farbstoff keine toxischen Auswirkungen auf die Zellstrukturen des Auges hat. Dabei spielt neben der Konzentration auch die Expositionszeit des Farbstoffes eine Rolle. In einer Laborstudie wurde mittels Raman-Spektroskopie die Rückstandsmenge des Farbstoffes Trypanblau ermittelt, die bei der routinemäßigen Anwendung zweier kommerzieller Produkte auf einem Objektträger verbleibt, von denen eines Mischung von Viskoelastikum und Farbstoff kombiniert. Prof. Achim Langenbucher und Dr. Andreas F. Borkenstein berichten über die Ergebnisse.

Die Taschenapotheke

Serie zur Sammlung Roth (Folge 117)
Arzt und Apotheker ergänzten sich stets ideal auf dem Gebiet der Heilkunde. Während die Aufgabe des Mediziners darin bestand, eine Erkrankung anhand der Anamnese, an ihren Symptomen und des Untersuchungsbefundes zu diagnostizieren, war es die Aufgabe des Apothekers, hierzu eine adäquate Medikation zu liefern. Beide Berufsgruppen haben letztlich die Aufgabe übernommen, in enger Zusammenarbeit den Patienten zu heilen. Dabei ist es wichtig, dass bei Bedarf die notwendige
Medikation für den Kranken auch möglichst kurzfristig zur Verfügung steht.