Autor: Ulrike Lüdkte

Das europäische Facharztexamen

Um europaweit die ophthalmologischen Ausbildungsprogramme zu standardisieren und jungen Ophthalmologen eine kontinuierliche medizinisch hochwertige Ausbildung zu ermöglichen, wurde 1995 das vom European Board of Ophthalmology (EBO) getragene europäische Facharztexamen etabliert. Daniel M. Handzel, FEBO (Fulda), erläutert die Anforderungen an die EBO-Absolventen sowie die Akzeptanz der Prüfung auf nationaler Ebene.

Hausberufung in Heidelberg

Interview mit Prof. Dr. Gerd U. Auffarth zu seiner Hausberufung in Heidelberg
Seit dem 1. April leitet Prof. Dr. Gerd U. Auffarth (46) als Ärztlicher Direktor die Universitäts-Augenklinik Heidelberg, an der er bereits seit 15 Jahren mit Schwerpunkt intraokulare Linsen und Kataraktchirurgie tätig ist, habilitierte, und der er zuletzt zwei Jahre kommissarisch als ärztlicher Direktor vorgestanden hatte. Diese in Deutschland seltene Hausberufung erfolgte nach einer externen Ausschreibung und einem externen akademischen Auswahlverfahren der Universität Heidelberg. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Dr. Gerd U. Auffarth über den im hiesigen Wissenschaftsbetrieb akademischen Ausnahmefall.

18. Berliner Immunologie Seminar (BIS) 2011

Komplikationen entzündlicher Augenerkrankungen
Infektionen und Entzündungen des Auges können zu Komplikationen führen, die rasche Entscheidungen erfordern. Oft stellen sie Notfallsituationen dar, deren Verlauf und Ausgang entscheidend von Sofortmaßnahmen abhängt. Im Mittelpunkt des diesjährigen Berliner Immunologie Seminars (BIS) zum Thema „Komplikationen entzündlicher Augen-erkrankungen“ standen daher die Vermittlung von Grundlagen und konkreten Handlungshinweisen zur Prävention und Behandlung von Komplikationen. Priv.–Doz. Dr. Dieter E. Moeller (Berlin) fasst die Inhalte zusammen.

Kommunikationstraining in der Hornhautspendenakquise

Bedarfsanalyse und Entwicklung eines speziellen Trainings für Augenärzte
Gespräche mit der Bitte um das stellvertretende Einverständnis von Angehörigen in eine Hornhautspende scheinen eine große Belastung – nicht nur für Angehörige, sondern auch für das Fachpersonal. In einer Fragebogenerhebung bei Augenärzten, die in der Spendenakquise tätig sind, wurde eine Bedarfsanalyse für ein Kommunikationstraining erhoben und anschließend ein darauf basierendes Training entwickelt. Das Training wurde inzwischen erfolgreich implementiert, mit zahlreichen Mitarbeitern aus unterschiedlichen Hornhautbanken in Deutschland durchgeführt und aktuell mittels Begleitforschung auf Wirksamkeit überprüft. Ein Beitrag von Dr. Stephanie Stiel, Sabine Salla, Dr. André Steinfeld, Prof. Dr. Lukas Radbruch, Prof. Dr. Peter Walter und Dr. Martin Hermel.

Nichtentzündliche Hornhauterkrankungen

Differenzialdiagnostische Entscheidungswege und therapeutische Möglichkeiten
Bei jeder Hornhautpathologie muss zunächst entschieden werden, ob ein entzündliches (insbesondere infektiöses) oder nichtentzündliches Geschehen vorliegt. Definitionsgemäß gehen nichtentzündliche Keratopathien primär mit einem „weißen Auge“ ohne konjunktivale Injektion und ohne Vorderkammerreizzustand einher und es finden sich primär keine kornealen Neovaskularisationen. Prof. Dr. Berthold Seitz, FEBO, (Homburg/Saar) zeigt im Folgenden differenzialdiagnostische Entscheidungswege bei nichtentzündlichen Hornhauterkrankungen sowie therapeutische Möglichkeiten auf.

Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft in Aachen

Austausch zwischen experimentellen und klinischen Retinologen
Am 17. und 18. Juni fand im Technologiezentrum am Europaplatz in Aachen die 24. Jahrestagung der Retinologi-schen Gesellschaft statt, zu der Grundlagenforscher und Retinologen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden sowie weiteren europäischen Ländern anreisten. Insgesamt 62 Vorträge bunt durch die Retinologie verteilt, mit einem hohen Anteil grundlagenorientierter Forschungsbeiträge, luden ein zu einer konstruktiven Kommunikation zwischen Klinikern und Wissenschaftlern über ein weites Spektrum der experimentellen sowie klinischen Retinologie. Im Tagungsprogramm wurden weiterhin die aktuellen Aspekte der intraokularen Pharmakotherapie im Rahmen eines IVOM-Zertifizierungskurses aufgearbeitet. Ein Beitrag von Dr. Antonis Koutsonas (Aachen).

Ergebnisse der Umfrage 2010 von BDOC, BVA, DGII und DOG

Aktuelle Trends in der ambulanten Intraokularchirurgie
Jedes Jahr werden von der DGII in Zusammenarbeit mit dem BVA und BDOC, diesmal auch von der DOG mitgetragen, Fragebögen an alle deutschsprachigen Ophthalmochirurgen zum Operationsverhalten versandt. Ausgewertet wurde der Rücklauf in diesem Jahr von Prof. Dr. Martin Wenzel (Trier), Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg), Prof. Dr. Thomas Kohnen (Frankfurt), Dr. Armin Scharrer (Fürth), Dr. Kaweh Schayan-Araghi (Dillenburg) und Dr. Johannes Klasen (Dillenburg). Einige Ergebnisse werden in dieser Ausgabe vorgestellt.

Methoden zur Quantifizierung von Nachstar

Klinisch werden zwei unterschiedliche Arten von Nachstar differenziert: Zum einen der fibrotische und zum anderen der häufiger auftretende, regeneratorische Nachstar, der die Hauptursache für einen Visusverlust nach der Implantation einer Kunstlinse darstellt. Dr. Nino Hirnschall und Prof. Dr. Oliver Findl erläutern die Entstehung des regeneratorischen Nachstars und stellen zwei Messmethoden zur Quantifizierung vor.

Meibomdrüsendysfunktion

Lipidmangel und Trockenes Auge – Neue Optionen für Diagnostik und Therapie
Das Trockene Auge ist eines der häufigsten Krankheitsbilder in der ophthalmologischen Praxis und bietet diagnostische und therapeutische Herausforderungen. Nach neueren Erkenntnissen beruht es überwiegend auf einem Mangel der Lipidphase des Tränenfilms durch eine Verstopfung der Öl produzierenden Meibomdrüsen im Augenlid. Diese Meibomdrüsendysfunktion ist chronisch-diffus und primär nichtentzündlich, führt aber, neben der Symptomatik eines evaporativen Trockenen Auges, zu einer verborgen fortschreitenden Drüsenzerstörung mit Funktionsverlust. Prof. Dr. Erich Knop und Dr. Nadja Knop (Berlin) erläutern die Bedeutung einer rechtzeitigen Diagnose und effizienten Therapie.

Hornhauttransplantation: Augenärzte kritisieren EU-Regelung

Vielen Patienten mit getrübter Hornhaut des Auges hilft nur noch eine Hornhautspende. Ärzte könnten bis zu 72 Stunden nach dem Tod eines Organspenders die Hornhaut entnehmen. Doch eine Regelung der Europäischen Union verschärft die Knappheit von Transplantaten: Demnach muss das Blut des Spenders binnen 24 Stunden nach dem Tod entnommen werden, um es auf Krankheiten zu untersuchen. Erfolgt die Blutentnahme später, dürfen Ärzte das Körpergewebe nicht mehr verwenden. Diese Vorgabe erhöht die Sicherheit der Hornhautempfänger kaum, bedingt aber, dass Deutschland weiterhin Hornhauttransplantate vor allem aus den USA einführen muss. Daher fordert die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Hornhautgewebe von der Regelung auszunehmen. Das Thema ist ein Schwerpunkt des DOG-Kongresses Ende September in Berlin.