Autor: Ulrike Lüdkte

BVA-Kontaktlinsenkongress: KL im Alltag und Sport

Augenärzte legen bei der Kontaktlinsenanpassung Wert auf Qualität und wissenschaftlich fundierte Empfehlungen. Darauf weist das Ressort Kontaktlinsen des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) hin. Dr. med. Dieter Schnell, Kontaktlinsen anpassender Augenarzt und Leiter des BVA-Ressorts Sportophthalmologie, erläutert beim Kontaktlinsenkongress des BVA in Wiesbaden am 2. und 3. Juni, weshalb formstabile Kontaktlinsen besser für das Auge sind. „Aus mehreren Gründen ist die formstabile Kontaktlinse die weitaus bessere Wahl, sowohl im Alltag, als auch beim Sport“, erklärt Dr. Schnell: „Formstabile Kontaktlinsen haben eine 10- bis 20-fach größere Tränenaustauschrate als flexible Kontaktlinsen. Das führe zu einer besseren Versorgung der Hornhautschichten mit Sauerstoff sowie Nährstoffen und zu einem optimalen Abtransport von Stoffwechselprodukten wie beispielsweise CO2 und Milchsäure.“ Die formstabile Linse bedecke des Weiteren wegen ihres geringen Durchmessers die Hornhaut nur teilweise, so dass immer noch ein Teil frei bleibt, der atmosphärischen Sauerstoff aufnehmen kann. Der kleine Durchmesser trage auch dazu bei, dass es kaum zur Irritation der für die Regeneration der obersten Zellschicht so wichtigen „limbalen Stammzellen“ kommt.

Univ.-Augenklinik Bonn: Prof. Dr. Charbel Issa ist neuer Stiftungsprofessor

Prof. Dr. Peter Charbel Issa wurde an die Bonner Universitäts-Augenklinik auf die neue Stiftungsprofessur für Degenerative Netzhauterkrankungen berufen, die von der PRO RETINA-Stiftung gefördert wird. Die feierliche Amtseinführung findet am Dienstag, den 22. Mai im Hörsaal I des Biomedinischen Zentrums (BMZ) auf dem Venusbergstatt. Eva Luise Köhler, die Ehefrau des früheren Bundespräsidenten, spricht als Schirmherrin der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen e.V. Mit der Stiftungsprofessur soll die Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und angewandter klinischer Forschung gestärkt werden, um Patienten neue, innovative Möglichkeiten in der Diagnostik und Behandlung degenerativer Netzhauterkrankungen zu eröffnen, teilt die Universität Bonn mit.

DBSV organisiert Turnier im Sehbehindertenfußball

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) richtet vom 30. Mai bis 1. Juni in Berlin ein spezielles Kultur- und Sportprogramm für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche sowie ihre Freunde aus. Beim DBSV-Jugendclub-Fest werden unter anderem Workshops für Schülerbands angeboten, in denen die Teilnehmer mehr über Gesang, Gitarre und Songwriting erfahren. Eine Trainerin wird sich speziell der Frage widmen, wie man als Bühnenmusiker auch ohne Blickkontakt zum Publikum eine gelungene Show abliefert. In Theatergruppen können blinde, sehbehinderte, gehörlose und sogar taubblinde Kinder ihr Schauspieltalent verfeinern. Parallel findet erstmals in Deutschland ein Turnier im Sehbehindertenfußball nach den offiziellen internationalen Regeln statt. Der DBSV möchte diese junge und dynamische Sportart auch in Deutschland etablieren und den Anschluss an die internationale Szene herstellen, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.

Tandem-Sternfahrt für mehr Teilhabe behinderter Menschen

In ganz Deutschland sowie in sechs benachbarten Ländern machen sich in den nächsten Wochen blinde und sehbehinderte Radfahrer auf den Weg nach Berlin. Gemeinsam mit ihren sehenden „Piloten“ sind sie Teilnehmer einer Tandem-Sternfahrt, die vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und dem Verein Tandem-Hilfen veranstaltet wird, teilt der DBSV mit.

RUB: Neue Methode zur Behandlung von Gesichtsfeldausfällen

Patienten mit einem halbseitig blinden Sehfeld profitieren davon, Schallreize auf der beeinträchtigten Seite zu hören, berichten Wissenschaftler der RuhrUniversität Bochum (RUB). Nachdem die Patienten eine Stunde lang passiv Tönen gelauscht hatten, habe sich ihre Wahrnehmung von Lichtreizen in der blinden Sehfeldhälfte signifikant verbessert. Verantwortlich für diesen Effekt sind Nervenbahnen, die Informationen verschiedener Sinne gleichzeitig verarbeiten. „Wir haben damit einen völlig neuen Weg der Therapie beschritten“, sagt Priv.-Doz. Dr. Jörg Lewald aus der RUB-Arbeitseinheit Kognitionspsychologie.

DOG: Frühgeborenen-Retinopathie bestmöglich behandeln

Frühgeborenen-Retinopathie (ROP) ist in Industrieländern eine der häufigsten Ursachen für Erblindung im Kindesalter. Durch die Netzhauterkrankung erleiden bundesweit jährlich rund 500 Frühchen schwere Schäden am Auge. Um deren Sehkraft zu retten, nutzen Ärzte derzeit zwei Verfahren: Entweder behandeln sie die Netzhaut mittels Laser oder sie spritzen den Wirkstoff Bevacizumab, bekannt als Avastin, direkt ins Auge des Kindes. Wann es sinnvoll ist, das zurzeit nur im Off-Label-Use verfügbare Avastin einzusetzen, beschreiben die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), die Retinologische Gesellschaft und der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) jetzt in einer Stellungnahme. Demnach hängt die Wahl der Therapie sowohl vom Stadium der Retinopathie ab als auch von der betroffenen Zone im Auge.

BVA-Kontaktlinsenkongress am 2. und 3. Juni in Wiesbaden

Zum zwölften Mal richtet der Berufsverband der Augenärzte (BVA) einen Kontaktlinsenkongress aus und lädt am 2. und 3. Juni ins Kurhaus nach Wiesbaden ein. Neben dem Thema Kontaktlinsen sind Erkrankungen der Augenoberfläche ein weiterer Schwerpunkt der Tagung. Der BVA-Kongress der Ressorts Kontaktlinsen und Trockenes Auge findet alle drei Jahre in Wiesbaden statt. In diesem Jahr erwarten die Veranstalter mehr als 300 Teilnehmer. Geleitet wird der Kongress von Dr. Gerald Böhme (Backnang), BVA-Ressort Kontaktlinsen, und Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf), BVA-Ressort Trockenes Auge.

Massen-Screening zur Augengesundheit in China mit deutscher Unterstützung

Mit dem „Beijing Eye Public Health Care Project“ ist in China auf Basis der Telemedizin eine Infrastruktur für das Massen-Screening von älteren Menschen entwickelt und deren Effizienz gemessen worden. Mehr als 560.000 Bewohner der ländlichen Region um Peking (Greater Beijing) im Alter von 55 bis 85 Jahren – und damit mehr als 80 Prozent der Zielgruppe – folgten dem Aufruf des dortigen öffentlichen Gesundheitswesens und ließen ihren Augenstatus erfassen, berichtet die Universität Mannheim.