Autor: Ulrike Lüdkte

Neue Studie belegt: Sturzgefahr durch schlechtes Sehen im Alter

Eine glatte Stufe, ein loser Teppich, ein herumliegendes Kabel und schon passiert´s: Ältere Menschen stolpern leicht und stürzen schnell. Rund fünf Millionen Stürze zählt die Statistik jedes Jahr allein unter deutschen Senioren. Je älter der Patient, desto größer das Sturzrisiko. „Schlechtes Sehen gehört dabei mit zu den häufigsten Sturzursachen“, sagt Augenarzt und Kongresspräsident Dr. Armin Scharrer (Fürth) auf dem 25. Internationalen Kongress der Deutschen Augenchirurgen (DOC 2012), der vom 14. bis 16. Juni in Nürnberg stattfand. „Bei Menschen, die schlecht sehen, ist das Sturzrisiko fast doppelt so hoch. Doch leider wird dieses Risiko immer noch viel zu wenig beachtet.“

Augenklinik Tübingen: Sprechstunde für erbliche Netzhautdegenerationen ausgezeichnet

Prof. Dr. Eberhard Zrenner und Dr. Antje Bernd, beide Universitätsklinikum Tübingen, sind Preisträger des ACHSE – Central Versorgungspreises für chronische seltene Erkrankungen 2012. Ihr Projekt, die Sprechstunde für erbliche Netzhautdegeneration an der Tübinger Universitäts-Augenklinik gilt als bundesweit größte Sprechstunde für diese seltenen Erkrankungen und bietet seit 1989 eine patientenfreundliche und interdisziplinäre ambulante Versorgung der Betroffenen. Mit ihrem Konzept haben sie die Versorgung von Menschen mit erblichen Netzhautdegenerationen erheblich verbessert, wie es in der Begründung der Auszeichnung heißt.

Europäischer Sehforschungspreis 2012 für Prof. Frank Schaeffel

Der Europäische Sehforschungspreis 2012 für besonders herausragende Beiträge im Bereich der Sehforschung, der in diesem Jahr zum sechsten Mal vergeben wird, geht an Prof. Dr. rer. nat. Frank Schaeffel. Der renommierte Sehforschungspreis wird am 11. Oktober 2012 im Rahmen der EVER-Konferenz in Nizza überreicht werden. Schaeffel ist stellvertretender Leiter des Forschungsinstituts für Augenheilkunde der Eberhard Karls Universität Tübingen sowie Leiter der am Forschungsinstitut für Augenheilkunde ansässigen Sektion für Neurobiologie des Auges und erhält den Europäischen Sehforschungspreis für langjährige herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Kurzsichtigkeitsforschung, teilt das Universitätsklinikum Tübingen mit.

6. Juni Sehbehindertentag – Bundesweite Aufklärungskampagne startet

Diabetes zählt in Deutschland zu den Volkskrankheiten wie etwa Rheuma oder Asthma. Eine mögliche Auswirkung, die vielen Diabetikern früher oder später zu schaffen macht, sind Diabetische Netzhauterkrankungen – in Deutschland die häufigste Ursache für eine Sehbehinderung bei Menschen im erwerbsfähigen Alter. Am 6. Juni 2012, dem Sehbehindertentag (http://www.sehbehindertentag.de), werden an vielen Orten in Deutschland Aktionen und Veranstaltungen zum Thema Diabetische Netzhauterkrankungen stattfinden. Darauf weist der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hin.

Bundeskartellamt stellt Verfahren gegen mehrere Verbände von Augenärzten ein

Das Bundeskartellamt hat ein Kartellverwaltungsverfahren gegen mehrere Verbände von Augenärzten eingestellt. Das Verfahren betraf wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen im Rahmen einer Ausschreibung der AOK Bayern für eine besondere ambulante augenchirurgische Versorgung bei Altersbedingter Makuladegeneration (AMD) nach §73c SGB V im Jahr 2011. Begründet wurde die Einstellung mit der Beteiligung der KV Bayerns: Da der Gesetzgeber eine Teilnahme der KVen an Ausschreibungsverträgen explizit vorgesehe, sei eine Sanktionierung nicht angezeigt, teilt das Bundeskartellamt mit.

100 Jahre DBSV: Louis Braille Festival der Begegnung

Das Jahr 2012 steht ganz im Zeichen des hundertjährigen Jubiläums der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV), für das Bundespräsident Joachim Gauck die Schirmherrschaft übernommen hat. Neben vielfältigen Jubiläumsfeierlichkeiten wird vom 1. – 3. Juni das zweite Louis Braille Festival der Begegnung im Tempodrom und auf dem angrenzenden Festivalgelände stattfinden, teilt der Verband mit. Es werde mit ca. 3.500 Teilnehmern das größte Fest für blinde und sehbehinderte Menschen sein, das es jemals in Europa gegeben habe. Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist frei.

Pauschalpreisangebote für Augenlaserbehandlungen sind wettbewerbswidrig

Das Anbieten von Augenlaserbehandlungen zum Pauschalpreis ist wettbewerbswidrig. Dies hat das Landgericht Köln durch Urteil vom 08.05.2012 (Az. 33 O 535/11) entschieden. Anlass war der Versuch eines niedergelassenen Kölner Augenarztes über das Internetportal Groupon Augenlaserbehandlungen für „999 Euro statt 3.500 Euro“ anzubieten. Hiergegen klagte die Frankfurter Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V., die darin eine Verletzung wettbewerbsrechtlicher Vorschriften sah, teilt derVerband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und refraktive Chirurgie (VSDAR) mit.

BDOC: Weitere IVOM-Verträge mit regionalen und bundesweiten Krankenkassen

Nachdem der Bundesverband Deutscher Ophthalmochirurgen (BDOC) bereits vor gut vier Jahren mit verschiedenen Krankenkassen Verträge zur Behandlung der feuchten AMD abgeschlossen hat, wurden diese Vereinbarungen in den vergangenen Monaten sukzessive auf die Anforderungen des Bundesversicherungsamtes nach einem einheitlichen ärztlichen Honorar umgestellt und zeitgleich um die weiteren Indikationen Diabetisches Makulaödem und Retinaler Venenverschluss ergänzt. In den Verträgen können alle zur IVOM-Therapie zur Verfügung stehenden Medikamente verwendet werden, teilt der BDOC mit.

DOG: Sehstörungen durch Medikamente gegen Infektionen

Medikamente gegen Infektionen können Sehstörungen auslösen. Um dauerhafte Schäden an den Augen zu vermeiden, sollten Patienten Sehstörungen beachten und sich rechtzeitig vom Augenarzt untersuchen lassen. Darauf verweist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) anlässlich eines Artikels in der Fachzeitschrift DMW „Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2012).