Autor: Ulrike Lüdkte

Menschen mit Glaukom oft nicht fahrtüchtig

Ein durch Glaukom eingeschränktes Gesichtsfeld hindert die Betroffenen, sicher am Straßenverkehr teilzunehmen: Jüngste Studien am Fahrsimulator weisen auf ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko hin. Die Deutsche Gesellschaft für Ophthalmologie (DOG) rät deshalb älteren Erwachsenen zu regelmäßigen augenärztlichen Untersuchungen. Denn in vielen Fällen bleibe die Gesichtsfeldeinschränkung zunächst unbemerkt. Eine frühzeitige Behandlung des Glaukoms könne die Sehfähigkeit erhalten und auch den Verlust der Fahrtüchtigkeit vermeiden.

KBV-Kampagne: „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ startet

Heute startet die KBV-Kampagne „Wir arbeiten für Ihr Leben gern,die bis 2017 den Berufsstand des niedergelassenen Arztes und Psychotherapeuten authentisch abbilden und dem Ärztemangel entgegenwirken soll. „Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland leisten einen unersetzbar wertvollen Beitrag für die gesamte Gesellschaft. Sie engagieren sich tagtäglich im hohen Maße für ihre Patienten. Dabei werden die Rahmenbedingungen immer schwieriger“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Köhler, heute in Berlin beim offiziellen Start der Kampagne unter dem Motto „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“. Die auf mehrere Jahre angelegte Kampagne soll ein realistisches Bild vom Berufsstand zeigen. Sie soll den besonderen Wert ärztlicher Arbeit deutlich machen und damit auch einen Beitrag gegen den drohenden Ärztemangel leisten.

Funktionale Rolle von Mikrosakkaden

Ein Wissenschaftler des Werner Reichardt Centrums für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen hat die funktionale Rolle von Mikrosakkaden hinterfragt, die auftreten, wenn wir unseren Blick auf ein bestimmtes Objekt richten. Ziad Hafed, Leiter der CIN-Nachwuchsgruppe „Physiology of Active Vision“, untersuchte in seiner Arbeit, ob nicht bereits die unbewusste Vorbereitung zur Generierung einer dieser winzig kleinen Augenbewegungen die visuelle Wahrnehmung verändern und somit ein „Sehen” aus dem Augenwinkel heraus ermöglichen könnte. Wie die Universität Tübingen berichtet, fand er heraus, dass das Gehirn im Vorlauf einer Mikrosakkade die visuelle Verarbeitung in einer Art und Weise reorganisiert, die eine Veränderung perzeptiver Vorgänge zur Folge hat.

Tübingen: Seniorprofessur für Professor Eberhart Zrenner

Professor Eberhart Zrenner ist am 1. April 2013 zum Seniorprofessor der Universität Tübingen ernannt worden. Die Urkunde dafür wird ihm im Rahmen seiner Antrittsvorlesung „Die Zukunft hat begonnen: Neue Therapieverfahren bei Netzhauterkrankungen“ am 19. April überreicht. Zrenner ist Gründungsdirektor des Forschungsinstituts für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Tübingen und Inhaber der Professur für die Pathophysiologie des Sehens an der Universität Tübingen. Er gilt als weltweit anerkannter Experte für degenerative Erkrankungen der Netzhaut, teilt die Universität mit und verweist auf seine besonderen Verdienste bei der Entwicklung von Netzhautimplantaten.

Deutscher Hörfilmpreis vergeben

Bei der Gala zum 11. Deutschen Hörfilmpreis in Berlin hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband gleich vier der begehrten Auszeichnungen vergeben. In der Kategorie TV konnte sich die WDR-Produktion „Der letzte schöne Tag“ durchsetzen. Das Filmbeschreiberteam wurde von Martin Burike, Nicole Engeln und Stefan Zeh vertreten. Sie nahmen den Preis gemeinsam mit Schauspielerin Natascha Paulick, Produzent Eric Moss sowie Marianne Wegmann und Stefan Moll, beide WDR, aus den Händen von Laudatorin Eva Habermann entgegen. Der Kinohit „Ziemlich beste Freunde“, eingereicht von Senator Home Entertainment, erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Kino. Die Laudatio hielt Schauspieler Roman Knižka, der den Preis an die Filmbeschreiberinnen Susanne Linzer-Elsässer, Evelyn Sallam und Uta-Maria Torp überreichte sowie an die Synchronsprecher der beiden Hauptfiguren Frank Röth und Sascha Rothermund. Röth verlas ein bewegendes Grußwort von Philippe Pozzo di Borgo, dessen Lebensgeschichte im Film erzählt wird.

Universitäts-Augenklinik Bonn: DFG fördert Projekt zur geographischen Atrophie bei AMD

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein Projekt zur geographischen Atrophie bei altersabhängiger Makuladegeneration an der Universitäts-Augenklinik Bonn: Das mit 229.800 Euro von der DFG-geförderte Projekt von Frau Priv.-Doz. Dr. med. Monika Fleckenstein mit einer Laufzeit von drei Jahren befasst sich mit der Progression der trockenen Spätform der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD), der „geographischen Atrophie”. Diese Manifestationsform ist eine der häufigsten Ursachen für Altersblindheit. Im Gegensatz zur neovaskulären Form der Erkrankung, die mittlerweile behandelt werden kann, existiert für die geographische Atrophie bisher noch keine wirksame Therapie.

Gen-Schalter reguliert retinales Gefäßwachstum

Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von Professor Alfred Nordheim am Interfakultären Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen hat bei Experimenten mit Mäusen entdeckt, dass über den Transkriptionsfaktor SRF (Serum Response Factor) die Gene für das Wachstum der Blutgefäße in der Netzhaut des Auges eingeschaltet werden. Die Wissenschaftler haben durch Ausschalten dieses Faktors einerseits bei neugeborenen, andererseits bei erwachsenen Mäusen bestimmte Krankheitsbilder der Augen künstlich erzeugt. Ihre Erkenntnisse, die aktuell in The Journal of Clinical Investigation veröffentlicht werden, liefern nach Mitteilung der Universität Tübingen direkte Hinweise auf Augenkrankheiten des Menschen und ergeben konkrete Ansatzpunkte für die Entwicklung von Therapien bei Fehlfunktionen der Netzhaut und des Glaskörpers

Nanoteilchen als Arznei-Transporter bei Netzhauterkrankungen

Forscher der Universität Regensburg haben Nanoteilchen entwickelt, die künftig in der Augenheilkunde eingesetzt werden könnten: Die nur etwa 50 Nanometer großen Teilchen setzen sich – nach der Injektion in den Blutkreislauf – an der Wand der Blutgefäße fest, die die Netzhaut versorgen. Wie die Universität Regensburg mitteilt, sei damit ein erster großer Schritt hin zur Produktion von „Nano-Transportern“ gelungen, die in Zukunft Arzneistoffe über die Blutbahn ins Auge transportieren. Krankheiten wie die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) oder die diabetische Retinopathie könnten so therapiert werden. Die Forscher haben ihre Nanoteilchen in der renommierten Fachzeitschrift „PNAS“ (DOI: 10.1073/pnas.1220281110) vorgestellt.

Leipzig: UKL-Augenärzte informieren über neues Netzhautprothesen-System

Wird die Netzhaut durch Erkrankung oder Verletzung zerstört, verlieren die Betroffenen die Sehkraft. Denn nur die Netzhaut kann Licht in Nervenimpulse umwandeln, die zum Gehirn geleitet werden. Besonders bei Retinitis pigmentosa, einer angeborenen Netzhautveränderung, gab es bisher keine Behandlungsmöglichkeiten. Ein bionisches Auge bietet jetzt erstmals Hoffnung: Mit Hilfe einer videogestützten Netzhautprothese können Betroffene teilweise wieder sehen. darauf macht die Universitäts-Augenklinik Leipzig aufmerksam. Um Patienten, Angehörige und Augenärzte über das neue Prothesensystem zu informieren, laden die UKL-Augenärzte am 27. März zu einer Informationsveranstaltung im Universitätsklinikum Leipzig ein. Die Vorstellung des Netzhaut-Implantatsystems Argus II beginnt 16. 00 Uhr im Hörsaal der Kopfklinik in der Liebigstraße und ist für alle Interessierten offen.

Blinde und sehbehinderte Menschen fordern Zugang zu elektronischem Behördenverkehr

Die Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen werden in Deutschland vielfach verletzt. Dies belegt nach Mitteilung des DBSV ein 80-seitiger Bericht mit dem Titel „Für Selbstbestimmung, gleiche Rechte, Barrierefreiheit, Inklusion!“. Der von der BRK-Allianz, einem Zusammenschluss von 78 Organisationen der Zivilgesellschaft, erstellte Bericht, wurde heute – und damit vier Jahre nach In-Kraft-Treten der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) in Deutschland – dem Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestages, Tom Koenigs, überreicht, morgen wird er an Bundessozialministerin Ursula von der Leyen übergeben.