Autor: Ulrike Lüdkte

Zehn Jahre Hornhautbank Baden-Württemberg

Das zehnjährige Bestehen der Lions Hornhautbank Baden-Württemberg feiert die Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg mit einer Fachtagung. Die Fachvorträge widmen sich den Themenfeldern Trockenes Auge und Augenoberfläche, Infektionen und Hornhautdystrophien.Der “Freiburger Hornhauttag” findet am Samstag, den 7. Dezember, von 9 bis 15 Uhr im Kollegiengebäude I, Platz der Universität 3, Freiburg, statt. In der Lions Hornhautbank Baden-Württemberg werden seit 2003 Spender-Hornhäute qualitätsgesichert entnommen, begutachtet und konserviert. Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum erhielt die Hornhautbank nach Mitteilung der Universität zwei wichtige Genehmigungen für ihr weiteres Wirken: Das Regierungspräsidium Baden-Württemberg genehmigte die Gewinnung und Herstellung von Hornhauttransplantaten nach § 20b und 20c des Arzneimittelgesetzes.

EFAB-Studie zu volkswirtschaftlichen Kosten von Blindheit

Das European Forum Against Blindness (EFAB) stellte kürzlich die Ergebnisse einer neuen gesundheitsökonomischen Studie vor. Analysiert wurden die wirtschaftlichen Auswirkungen von Blindheit und der vier häufigsten Augenerkrankungen auf das deutsche Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft. Die Studie, durchgeführt von der unabhängigen gesundheitsökonomischen Unternehmensgruppe Deloitte Access Economics, zeigt: Die volkswirtschaftlichen Kosten für Blindheit betragen in Deutschland jährlich über 2,5 Milliarden Euro. Etwa 44% dieser Kosten fallen für die informelle tägliche Pflege der blinden Menschen durch pflegende Angehörige an.

Auszeichnung für Tübinger Nachwuchswissenschaftlerin

Für wissenschaftliche Untersuchungen an menschlicher Netzhaut ist die Nachwuchswissenschaftlerin Katja Reinhard, Werner-Reichardt-Centrum für integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen, mit dem „Lush Prize 2013“ ausgezeichnet worden. Das internationale Unternehmen fördert damit in verschiedenen Kategorien wissenschaftliche Untersuchungen mit alternativen Methoden zu Tierversuchen, zum Beispiel in Zellkulturen oder an menschlichem Gewebe. Die Doktorandin Reinhard wurde in der Kategorie „Junge Forscher“ im rahmen einer feierlichen Veranstaltung in London ausgezeichnet, teilt die Universität Tübingen mit. Das Preisgeld von 12.500 Pfund werde sie für die Verbesserung und Weiterentwicklung ihrer Studie verwenden, heißt es weiter.

BVA kritisiert Einsatz von Prismenbrillen

Mit dem Begriff der so genannten Winkelfehlsichtigkeit gehe “ein Phantom um in Kindergärten und Schulen”, kritisiert der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). Nach Ansicht des BVA wird der Begriff von einigen Optikern und Ergotherapeuten eingesetzt, um Sehprobleme von Kindern zu beschreiben und sie dann mit Prismenbrillen zu versorgen. Dies sei aus medizinischer Sicht nicht nur unsinnig, sondern mitunter sogar schädlich, erläutert Priv.-Doz. Dr. Dietlind Friedrich, Leiterin des Ressorts Strabologie/Neuroophthalmologie im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA).

Erstmals positiver Therapieeffekt bei fortgeschrittener trockener AMD

Die so genannte geographische Atrophie als fortgeschrittenes Stadium der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) ist eine häufige Ursache für schweren Sehverlust im Alter. Bislang gab es noch keine wirksame Therapie. Prof. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, stellte im Rahmen des EURETINA-Kongresses in Hamburg die Ergebnisse der Phase-II-Studie mit dem Antifaktor D-Präparat Lampalizumab vor, mit dem erstmals das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden konnte. Bei der monatlichen intravitrealen Injektion von Lampalizumab wurde ein Effekt bereits nach 6 Monaten gefunden, der über den Studienzeitraum von 18 Monaten anhielt.

Studie zur Verbesserung der visuellen Verarbeitung im Gehirn

Neurowissenschaftler Suresh Krishna aus der Abteilung Kognitive Neurowissenschaften des Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen hat in Zusammenarbeit mit Annegret Falkner und Michael Goldberg von der Columbia University, New York nachgewiesen, in welchem Maße einzelne Neurone in einer wichtigen Hirnregion des Rhesusaffen weniger variabel reagieren, wenn sie wichtige visuelle Informationen verarbeiten, während die Tiere Augenbewegungen ausführen. Diese Rauschreduktion kann die Wahrnehmungsstärke von beobachteten oder wichtigen Aspekten unserer visuellen Umwelt verbessern und fällt noch stärker aus, je motivierter die Tiere sind, die Aufgabe auszuführen, beschreibt der Bericht der DPZ die gemeinschaftliche Studie.

111. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin

„Normalität auf hohem Niveau“
Nachwuchswettbewerb, Führungskompetenz, Mitarbeitermotivation und intensive Ausbildungsunterstützung – waren die wesentlichen Aspekte, mit denen der DOG-Präsident Prof. Dr. Berthold Seitz das wissenschaftliche Programm der diesjährigen Tagung akzentuierte. Großen Zuspruch fand das neu eingeführte Sitzungsformat „DOG-Update – State of the Art 2013“, eine interaktive Fortbildung, die auf der Basis internationaler Publikationen des letzten Jahres die wichtigsten Erkenntnisse aus den unterschiedlichen Teilbereichen des Faches komprimiert und praxisnah vermittelte. Ein Kurs, der sich insbesondere auch an niedergelassene Augenärzte richtete und damit die im letzten Jahr bereits eingeschlagene neue Ausrichtung der DOG hin zu einer gemeinsamen Gesellschaft für -Kliniker und Niedergelassene erneut bekräftigte. Von Ulrike Lüdtke.

OCT-Forschung bei MS und Optikusneuritis

In den vergangenen Jahren hat die Untersuchung der Retina mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) auch in die Neurologie Eingang gefunden und wird nun bei einer zunehmenden Zahl neurologischer Erkrankungen angewendet. Prof. Dr. Friedemann Paul, Neurologe an der Charité Berlin, stellt die relevanten Erkenntnisse der OCT-Forschung bei Multipler Sklerose und Optikusneuritis in Verbindung mit klinischen Befunden zusammen und gibt einen Ausblick auf weitere mögliche Forschungsfragestellungen und klinische Anwendungen.

Zerebrale Veränderungen bei Glaukomen

Studie zur Visualisierung der Sehbahn mit magnetresonanzbasiertem DTI
Die Glaukomerkrankung führt zu einer Schädigung spezieller anatomischer Strukturen im Auge sowie im Gehirn mit konsekutiver visueller Funktionsminderung. Das Funktionsdefizit beruht somit nicht nur auf Schäden der retinalen Ganglienzellen, sondern wahrscheinlich auf Schäden der gesamten Sehbahn. Yasemin Akbaba, Simone Wärntges, Johannes Schoemann, Prof. Dr. Tobias Engelhorn, Prof. Dr.-Ing. Ahmed El-Rafei, Prof. Dr.-Ing. Joachim Hornegger Prof. Dr. Arnd Dörfler und Prof. Dr. Georg Michelson stellen die Ergebnisse einer prospektiven klinischen Studie vor, deren Ziel die Beurteilung der Radiatio optica mittels magnetresonanzbasiertem Diffusion Tensor Imaging (DTI) war.

Autofluoreszenz zur Diagnose hereditärer Netzhautdystrophien

Photorezeptoren (Zapfen und Stäbchen) und das retinale Pigmentepithel (RPE) bilden eine funktionelle Einheit, daher kommt es im Verlauf von retinalen Erkrankungen – unabhängig davon, welches die erstbetroffene Struktur ist – immer zu einer Mitbeteiligung des RPE. Diese Mitbeteiligung zeigt sich in der Fundusautofluoreszenz entweder als teilweise charakteristisches hyperfluoreszentes Muster oder als RPE-Atrophie. Dr. Tobias Hager und Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar) erörtern im Folgenden die Autofluoreszenz zur Diagnose von hereditären Fundusdystrophien.