Autor: Ulrike Lüdkte

Bonn: Implantation von RPE bei AMD

Die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Erblindungsursache. Wissenschaftler der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn und vom Neural Stem Cell Institute in New York (USA) haben nun eine Methode entwickelt, wie sich die durch AMD zerstörten Zellen im Auge mithilfe von Stammzellen ersetzen lassen, teilt die Universität Bonn mit. Die Implantate überlebten in den Augen von Kaninchen mehrere Wochen. Für eine klinische Anwendung ist noch weitere Forschung erforderlich. Die Ergebnisse werden nun im Fachjournal „Stem Cell Reports“ vorgestellt.

VSDAR: Dr. Stefanie Schmickler übernimmt Vorsitz

Frau Dr. Stefanie Schmickler hat zu Jahresbeginn ihre Tätigkeit als Präsidentin des Verbandes der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie g.e.V. (VSDAR) aufgenommen. Die Augenärztin aus Ahaus folgt auf Professor Dr. Detlef Uthoff und übernimmt das Amt bis 2015.
Im Mittelpunkt der Bemühungen ihrer zweijährigen Amtszeit stehen sowohl die Qualitätssicherung als auch die Aufklärung im refraktiv-chirurgischen Bereich, um die bestmögliche Betreuung der Patienten zu gewährleisten. „Ich freue mich auf diese neue Aufgabe und werde die gute Arbeit meiner Vorgänger im Interesse der Patienten und unserer Mitgliedsinstitute gezielt fortführen“, so Schmickler. „Der VSDAR hat in der Vergangenheit diesbezüglich Beträchtliches geleistet. Insbesondere der von uns initiierte LASIK-TÜV liefert dem Patienten eine wichtige Orientierungshilfe bei der Wahl des geeigneten Behandlungszentrums.“

Hoher Kroatischer Orden für DOG-Ehrenmitglied

Kroatien würdigt DOG-Ehrenmitglied Dr. Rolf Grewe aus Münster für seinen langjährigen Einsatz für die universitäre Ophthalmologie und die Augenheilkunde im Lande mit dem „Order of Croatian Daystar“ in der Kategorie Wissenschaften. Zum ersten Mal wird diese bedeutende Auszeichnung einem Mediziner aus Deutschland zuteil. Der Staatspräsident der Republik Kroatien, Professor Dr. Ivo Josipović, überreichte den Orden am 6. Dezember 2013 in seinem Dienstsitz in Zagreb. Der Zeremonie wohnten Vertreter der deutschen Botschaft bei sowie die Spitze der Zagreber Universität und des Vorstands der Kroatischen Ophthalmologischen Gesellschaft.

Freiburg: DFG-Förderung für interdisziplinäres Projekt zur Glaukom-OP

Die Erfolgsraten von Glaukomoperationen soll ein gemeinsames Forschungsprojekt der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg und des Instituts für Mikrosystemtechnik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (IMTEK) verbessern. Um störende Vernarbungen zu verhindern, experimentieren die Wissenschaftler um Priv.-Doz. Dr. Jens Jordan, Schwerpunktleiter Glaukom in der Klinik für Augenheilkunde, und Prof. Dr. Jürgen Rühe, Professor für Chemie und Physik von Grenzflächen am IMTEK, mit Hydrogelen, die die Anlagerung von wuchernden Bindegewebszellen nach Trabekulektomie an der Operationswunde verhindern sollen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt das Projekt mit 590.000 Euro.

ASiS-Aktion „Gutes Sehen in Schule und Schulsport“

Kinder, die eine Sehhilfe benötigen, müssen beim Schulsport eine schulsporttaugliche Brille oder Kontaktlinsen verwenden, es sei denn, ein Augenarzt entbindet sie ausdrücklich davon. Das fordert der Expertenkreis „Sehen im Sport“ der Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport (ASiS). Die Experten plädieren für eine bundesweit einheitliche Richtlinie und Vorgaben, an denen sich die Hersteller von Kinderbrillen orientieren sollen. Für den Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) stellt Dr. Dieter Schnell, Mitglied des Expertenkreises, klar: „Gutes Sehen ist wesentlich für die sichere, erfolgreiche und freudvolle Teilnahme am Sportunterricht.“ Dr. Thomas Katlun, ebenfalls in der Arbeitsgruppe tätig, ergänzt: „Sportarten mit hohem Augenverletzungsrisiko erfordern über die Korrektur hinaus einen Augenschutz.“

Schlaganfall: Neue Therapie verbessert das räumliche Sehen

Psychologen der Universität des Saarlandes haben eine neuartige Therapie für Menschen entwickelt, die beispielsweise in Folge eines Schlaganfalls Probleme mit dem räumlichen Sehen haben. Betroffene können dabei ihre Umwelt bereits nach kurzer Zeit oft nur noch verschwommen oder mit Doppelbildern wahrnehmen. Eine effiziente Behandlungsform fehlte bislang. In zwei aktuellen Studien haben die Saarbrücker Forscher um Anna Katharina Schaadt und Professor Georg Kerkhoff nun gezeigt, dass ihr Ansatz langfristig erfolgreich ist und Patienten damit ihr Sehvermögen deutlich verbessern können.

LIONS Hornhautbank Baden-Württemberg: bundesweit erstes Spenderegister für Augenhornhäute

Das erste Spenderegister für Augenhornhäute wird im Rahmen der Feier zum zehnjährigen Bestehen der LIONS Hornhautbank Baden-Württemberg am Universitätsklinikum Freiburg eingeweiht:

Samstag, dem 7. Dezember 2013, um 9 Uhr im Kollegiengebäude I, Platz der Universität 3, Freiburg

Die Einladung und das Programm zum Hornhauttag am 7. Dezember anlässlich des zehnjährigen Bestehen der Lions Hornhautbank Baden-Württemberg sind abrufbar auf der Internetseite der Universitäts-Augenklinik Freiburg: http://www.uniklinik-freiburg.de/augenklinik/live/veranst.html

Retina-Langzeitkulturen als Tierersatzversuch

Über 250.000 Tiere werden jedes Jahr weltweit für die Forschung in der Augenheilkunde benötigt. Mit der Weiterentwicklung einer neuen Ersatzmethode wollen Dr. Kai Januschowski und Dr. Sven Schnichels aus der Arbeitsgruppe um Prof. Martin Spitzer an der Tübinger Universitäts-Augenklinik diese Zahl drastisch reduzieren. Dazu wollen sie ex-vivo Langzeitretinakulturen am Rindermodell und am Schweinemodell anlegen. „Tierersatzversuche sind im Sinne des Tierschutzes generell sehr wichtig, aber für uns als Ophthalmologen besonders interessant, weil es häufig wichtig ist, das Auge gesondert zu betrachten“ erklärt Prof. Spitzer, Leiter der Forschungsgruppe an der Tübinger Augenklinik. „Wir glauben, dass ein Tierersatzversuch bei gewissen ophthalmologischen Fragestellungen sogar wissenschaftlich bessere und genauere Antworten hervorbringen kann als ein herkömmlicher Tierversuch“ fügt Dr. Januschowski an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung fördert das Projekt mit 145.000 Euro.

Computermodell simuliert „optogenetisches Sehen“

Die Optogenetik gilt seit einigen Jahren als vielversprechender Therapieansatz bei fortschreitender Erblindung, wie sie beispielsweise durch eine Degeneration der Netzhaut ausgelöst wird. Um diesen Therapieansatz weiterentwickeln zu können, haben Marion Mutter und Dr. Thomas Münch vom Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) und vom Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience (BCCN) an der Universität Tübingen nun ein Computermodell entwickelt, mit dem sich das „optogenetische Sehen“ simulieren lässt. Die Studie wurde aktuell im Fachmagazin PLOS ONE veröffentlicht.