Autor: Katica Djakovic

Freie Spalthauttransplantate in der periokulären Chirurgie

Der Arbeitsbereich okuloplastische Chirurgie an der Augenklinik der Universitätsmedizin Greifswald versorgt als interner Partner des Onkologischen Zentrums Vorpommern auch Tumorpatienten. Patienten mit verschiedenen Tumoren der periokulären Region (vorwiegend Basalzell-, Plattenepithelkarzinome, Keratoakanthome) werden in zweizeitiger Vorgehensweise operativ behandelt. Erst nach histologisch gesicherter R0-Resektion erfolgt die Defektdeckung mittels verschiedener plastisch-rekonstruktiver Operationsverfahren. Hierbei kann der Einsatz freier Spalthauttransplantate zur Defektdeckung sehr zweckmäßig sein, um ein sowohl funktionell als auch ästhetisch optimales Resultat zu erreichen. Prof. Dr. Frank Tost (Greifswald) erläutert die Anwendung und Nachsorge von freien Spalthauttransplantaten in der periokulären Chirurgie.

Fallbericht: Eine Linsenanomalie

Die Mikrosphärophakie ist eine seltene, kongenitale Linsenanomalie. Sie kann isoliert vorkommen oder im Rahmen genetischer Erkrankungen auftreten. Die Linse ist in ihrer Form runder und im Durchmesser kleiner als die gewöhnliche Linse. Häufig bestehen Assoziationen zu anderen Linsenanomalien. Asma Noor-Ebad (Dortmund) berichtet über einen 18-jährigen Patienten, der sich nach einer Routinekontrolle beim niedergelassenen Augenarzt in der Vorderabschnittsambulanz der Augenklinik am St.-Johannes-Hospital in Dortmund mit einer Überweisung vorstellte, die als Befund „Linsensubluxation L>R“ vorgab.

Serie Auge und Sehen: Gläserkasten zur Brillenbestimmung

Serie zur Sammlung Roth
In den ersten Jahrzehnten der Brille war die Frage des Brechwerts ihrer Gläser kaum relevant. Zwar waren die entscheidenden optischen Gesetze durch die Arbeiten arabischer Mathematiker im ausgehenden Mittelalter schon bekannt, beim Lesestein, hergestellt im Tropfgussverfahren, überließ man aber das Brechverhalten mehr oder weniger dem Zufall. Auch bei den frühen Brillengläsern, mit der Gusszange aus flüssigem Glas gepresst, war die Refraktion kaum definiert, sie lag irgendwo bei zwei bis drei Dioptrien. Erst die neuzeitlichen Schleif- und Polierverfahren erlaubten eine höhere Genauigkeit bei der Gläserproduktion. Die Entwicklung der Augenheilkunde, noch mehr aber die der Augenoptik, machte es notwendig, die Stärken optischer Gläser einerseits zu definieren, anderseits aber auch prüfbar zu machen. Das galt vor allem für Versorgung einer Fehlsichtigkeit.

Interview mit Dr. Armin Scharrer zum DOC-Kongress 2014

Vom 15. bis 17. Mai tagt in Nürnberg der 27. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC). DER AUGENSPIEGEL sprach anlässlich der Jahrestagung mit Dr. Armin Scharrer (Fürth), DOC-Präsident und 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Ophthalmochirurgen (BDOC), über berufspolitische Aspekte der Ophthalmochirurgie sowie diesjährige Schwerpunkte im wissenschaftlichen Programm.

15. Tagung der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD)

„Prinzip Hoffnung“
Über 5.000 AAD-Anmeldungen – und damit insgesamt mehr Teilnehmer als je zuvor – so die offizielle und stolze Bilanz bereits zum Auftakt der 15. gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung von BVA und DOG, die vom 18. bis 22. März im Congress Center Düsseldorf (CCD) tagte. Doch nicht nur die gestiegenen Anmeldezahlen zur AAD 2014 machten frohe Mienen, auch die kurzfristige Zusage des neu amtierenden KBV-Chefs Dr. Andreas Gassen, sich der berufspolitischen Diskussion zu stellen, sorgte für gespannte Vorfreude. Die neugierige und wohlwollende Aufnahme des Köhler Nachfolgers zur sonst so leidenschaftlich ausgetragenen Begegnung mit der KBV lässt ahnen: Hier wurde offenbar ein Hoffnungsträger willkommen geheißen. Von Ulrike Lüdtke.

Begehungen augenärztlicher Praxen

Optimale Vorbereitung auf eine mögliche Inspektion durch Behörden
Die Anforderungen an die Qualität in der ambulanten Medizin haben sich in den letzten Jahren zunehmend gewandelt: War früher die Qualität medizinischer Leistungen nur bei Schadens- und Komplikationsfällen rechtlich relevant, bestehen heute Qualitätsanforderungen, die normativ geregelt und nachzuweisen sind. Arztpraxen werden in diesem Zusammenhang immer häufiger mit Überwachungen und Inspektionen durch staatliche Behörden konfrontiert, deren Rechte und Pflichten auf unterschiedlichen Gesetzen und Verordnungen beruhen, beispielsweise dem Infektionsschutzgesetz, dem Medizinproduktegesetz und dem Arbeitsschutzgesetz. Hinzu kommen länderspezifische Gesetze, berufsgenossenschaftliche Vorschriften und auch Bestimmungen zur Qualitätssicherung entsprechend SGB V-Verträgen. Inspektionen von Arztpraxen werden mit oder auch ohne Ankündigung durchgeführt und können sowohl wirtschaftliche Konsequenzen haben als auch haftungsrechtliche Risiken bergen. Dr. Peter Heinz (Schlüsselfeld) erläutert das erforderliche Praxismanagement als optimale Vorbereitung für eine mögliche Inspektion.

IOL-Berechnung bei extremer Achsenmyopie

Berechnungsmethoden und mögliche Fehlerquellen
Die präoperative Auswahl einer geeigneten Intraokularlinse (IOL) ist für die Ergebnisse der Refraktiven und Kataraktchirurgie von großer Bedeutung. In der Regel sind die meisten Patientenaugen in optischer Biometrie und IOL-Berechnung mit den gegenwärtig verfügbaren Messtechniken und Rechenverfahren gut zu behandeln und gewährleisten überzeugende postoperative Ergebnisse. Manche Augen weichen jedoch erheblich in Form oder Dimension vom Standard ab und stellen damit eine besondere Herausforderung dar. Hierzu gehören auch Augen mit extremen Achsenlängen. Alexandra Kotouza, Dr. Peter Hoffmann und Dipl. Ing. Melanie Abraham (Castrop-Rauxel) erläutern anhand eigener Daten Fehlerquellen bei der IOL-Berechnung hochmyoper Augen.

Neues künstliches Akkommodationssystem entwickelt

Mechatronisches System zur Wiederherstellung der Akkommodationsfähigkeit
Die nachlassende Akkommodationsfähigkeit des menschlichen Auges stellt nach wie vor eine der großen Herausforderungen in der Augenheilkunde dar. Es gibt einige Ansätze, die Kompromisslösungen darstellen, aber bislang gibt es noch keine befriedigende akkommodationsfähige Kunstlinse. Seit 2004 wird am Institut für Angewandte Informatik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in enger Zusammenarbeit mit der Augenklinik der Universität Rostock und mit Unterstützung des BMBF ein neues System entwickelt. Erste Dummy-Implantate wurden von der Universitäts-Augenklinik Rostock im Tierversuch erfolgreich getestet und ihre Lage im Kapselsack postoperativ mit Erfolg verifiziert.- Ein faltbares künstliches Akkommodationssystem soll in den nächsten fünf Jahren entwickelt werden. Prof. Dr. Georg Bretthauer, Dr. Ulrich Gengenbach, Dr. Jörg Nagel, Prof. Dr. Oliver Stachs und Prof. Dr. Rudolf F. Guthoff erläutern das Funktionsprinzip. 

Der operationsunwillige Glaukompatient

Mit einer konsequenten Therapie und regelmäßigen Kontrollen lässt sich der Krankheitsverlauf beim Glaukom verzögern oder sogar zum Stillstand bringen. Je nach Form und Stadium der Erkrankung wird das Glaukom zunächst mit Augentropfen behandelt, in bestimmten Fällen kann eine Laserbehandlung oder ein operativer Eingriff notwendig werden. Wichtig für den Therapieerfolg ist die Compliance des Patienten, für die eine sorgfältige und umfassende Patientenaufklärung wesentlich ist. Prof. Dr. Christoph Faschinger (Graz) erläutert mögliche Gründe für eine zurückhaltende oder ablehnende Haltung von Glaukompatienten hinsichtlich eines operativen Eingriffs.

86. Versammlung der Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte in Gießen

Fortbildungstagung und Jubiläumsfeier Rhein-Mainischer Augenärzte
1913 wurde in der alten Universitätsstadt Gießen, in der Provinz Oberhessen des damaligen Großherzogtums Hessen und bei Rhein, die Vereinigung Hessischer und Hessisch-Nassauer Augenärzte gegründet. Einige Jahre später schlossen sich auch Rheinland-Pfalz und das Saarland an, Rhein-Mainische Augenärzte wurde als neuer Name gewählt. Deren 86. Versammlung, die im November 2013 zum Thema „Ein Jahrhundert Fortschritte in der Ophthalmologie“ in Gießen tagte, erinnerte zugleich an das hundertjährige Bestehen dieser ophthalmologischen Fachgesellschaft. Dr. Udo Hennighausen berichtet über die Jubiläumstagung.