Autor: Katica Djakovic

Pupillometrie: Präzise Messung mit neuem Verfahren

Eine exakte Darstellung der Pupillenweite ist vor allem bei geringer Leuchtstärke des Umfelds schwierig, weil die zur Messung erforderliche Lichtmenge die Ergebnisse überlagert. Mittels einer hochauflösenden Spiegelreflexkamera und einer ausgeklügelten Beleuchtungseinrichtung zur Ausleuchtung der vorderen Augenabschnitte über einen dimmbaren Leuchtdiodenring lassen sich nicht nur die Pupillenweite, sondern auch das Pupillenspiel optisch erfassen und über eine entsprechende Software am Computer auswerten. Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Shakir Al-Dulaimi (Ulm) erläutern eine Möglichkeit der präzisen Messung mittels einer einfachen und praxistauglichen Technik

Albert Einstein und die Katarakt

Serie zur Sammlung Roth
Wer die Frage stellt, wo denn der Ursprung unserer Zivilisation liege, erhält von den Paläoanthropologen einhellig die Antwort: Dort, wo der Mensch es lernte, mit dem Feuer umzugehen. Feuer heißt Energie, es bedeutet Wärme und es erzeugt Licht. Dessen Strahlen werden vom Auge erfasst, von seinen brechenden Medien geordnet, gebündelt, in der Netzhaut zum elektrochemischen Impuls umgewandelt und über Sehnerv und Sehbahn ins Gehirn geleitet. Dort werden sie in der Sehrinde analysiert, zum Bild verarbeitet und gespeichert. Licht erzeugt ein Abbild unserer Umwelt, es zeigt die Umgebung, lässt Gefahren erkennen, hilft bei der Nahrungssuche. Licht ermöglicht die Orientierung im Raum.

Saugglocke nach Herzau

Serie zur Sammlung Roth
Die sachgerechte Behandlung von Erkrankungen oder Verletzungen des Auges spielte schon immer eine besondere Rolle für den Menschen, führte doch das Versagen einer Therapie oft zum Verlust der Sehfunktion. Dabei ging es sicherlich nicht nur um die fachgerechte Entfernung eines Splitters aus dem Auge, sondern auch um schicksalhafte Erkrankungen wie den grauen oder grünen Star. Das hierzu benötigte Instrumentarium wurde über die Jahrhunderte hin immer feiner und vielfältiger, dem Erfindungsreichtum des Okulisten waren keine Grenzen gesetzt. Zu allen Zeiten gab es Tüftler unter den Augenärzten, die neue Instrumente oder Geräte für die Diagnose und Therapie am Auge konstruierten.

DOG 2017

Interview mit DOG-Präsident Prof. Thomas Kohnen
Vom 28. September bis 1. Oktober lädt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) unter dem Motto „Deutsche Augenheilkunde international“ zu ihrer Jahrestagung nach Berlin ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem DOG-Präsidenten Prof. Thomas Kohnen (Frankfurt) über Aspekte der Tagung, den Stellenwert eines internationalen Austausches und die Internationalität des Faches.

12. Internationales Pro Retina-Forschungskolloquium

Innovative Neuerungen aus der translationalen Forschung
Anfang April fand zum 12. Mal das internationale Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam statt. Am Templiner See stand auch in diesem Jahr für die rund 140 anwesenden Wissenschaftler, Mediziner und Patienten aus Europa und den USA der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagenwissenschaftlern und klinischen Forschern im Mittelpunkt. Über das diesjährige Treffen berichten Dr. Johanna Meyer, Sarah Schmidt und Prof. Tim Krohne (Bonn).

Unterversorgung mit Sehhilfen und soziodemografischer Status

Ergebnisse einer vergleichenden Querschnittstudie
Kostenpflichtige Vorsorgeuntersuchungen werden in sozial schlechter gestellten Schichten zunehmend hinausgezögert. Jedoch gibt es derzeit für das deutsche Gesundheitssystem kaum bis keine belastbaren Daten zur klinisch manifestierten Konsequenz solcher ökonomischer Limitationen. Eine vergleichende Querschnittstudie sollte eine mögliche Unterversorgung mit Sehhilfen bei Besuchern der Mülheimer „Tafel“ im Vergleich zu Angehörigen der Verwaltungsebene eines Krankenhauses als Kohorten-Modelle für im gesundheitlichen Versorgungsnetz unterschiedlich gut eingebundene Schichten quantifizieren. Prof. Frank Krummenauer, Dr. Birgit-Bettina Bestges und Dr. Cay-Christian Lösche stellen die „Tafel-Studie“ vor und erörtern die Ergebnisse.

Spenderalter bei der DMEK

Die Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) ist mittlerweile bei Hornhautendothelerkrankungen in Deutschland flächendeckend der Eingriff der Wahl beim Hornhautersatz. Seit der Einführung im Zentrum für Augenheilkunde der Universität zu Köln konnten über 2.000 Hornhauttransplantationen als DMEK erfolgen. Welche Spenderkriterien dabei von Einfluss sind und welche Rolle insbesondere dem Spenderalter zukommt, diskutieren Dr. Friederike Schaub, Prof. Claus Cursiefen und Prof. Björn Bachmann (Köln) anhand einer retrospektiven Auswertung aller konsekutiven DMEK-Operationen aus eigener Klinik

Advanced Triple Procedure: DMEK bei komplexen Vorderabschnittspathologien

Bisher galten Aphakie, Zustand nach Vitrektomie oder ein instabiles Iris-Linsendiaphragma als Kontraindikationen für eine erfolgreiche DMEK, da von dem Risiko einer Dislokation des Transplantates auszugehen ist. Daten zur Notwendigkeit eines stabilen Iris-Linsendiaphragmas sind bislang nicht verfügbar. In einer prospektiven Fallserie an der Universitäts-Augenklinik (LMU) München wurde die Durchführbarkeit einer zeitgleichen DMEK mit Wiederherstellung des Iris-Linsendiaphragmas bei komplexen Vorderabschnittspathologien evaluiert. Jakob Siedlecki, Dr. Nikolaus Luft und Priv.-Doz. Dr. Martin Dirisamer, FEBO (München) stellen die Ergebnisse vor

Modifizierte Form der ultradünnen DSAEK

Mikrokeratom- und Excimerlasergestützte Endotheliale Keratoplastik (MELEK)
Die Mikrokeratom- und Excimerlasergestützte Endotheliale Keratoplastik (MELEK) stellt eine modifizierte Form der ultradünnen DSAEK (UT-DSAEK) dar. Bei dieser neuen Technik wird nach einmaligem Schnitt mit einem Mikrokeratom wie bei der konventionellen DSAEK das Transplantat mittels eines ablativen Excimerlasers ausgedünnt und zusätzlich geglättet. Dr. Carsten Thannhäuser, FEBO, und Katarzyna Palka, FEBO, (Berlin) stellen eine prospektive Studie vor, deren Ziel die Überprüfung des Lasereffektes auf das Gewebe, die Evaluierung unterschiedlicher Laserprofile und die Bestimmung möglicher Grenzen des Verfahrens war. Die Arbeit war die Grundlage für die Etablierung der Methodik im klinischen Einsatz.

Lipofuszinabhängige Stimulation von Mikrogliazellen

Mikrogliazellen zeigen mit zunehmendem Lebensalter Veränderungen in ihrer Morphologie und Aktivität sowie eine Migration aus den inneren in die äußeren Netzhautschichten und in den subretinalen Raum. Ähnliche Veränderungen finden sich auch im Rahmen degenerativer Netzhauterkrankungen wie etwa der altersbezogenen Makuladegeneration. Martin Dominik Leclaire, Gerburg Nettels-Hackert, Jeannette König, Dr. rer. nat. Uwe Hansen, Prof. Constantin E. Uhlig, Prof. Tilman Grune, Dr. Annika Höhn, Prof. Nicole Eter und Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Peter Heiduschka gehen der Frage nach, ob die Phagozytose von Lipofuszin eine inflammatorische Reaktion der Mikroglia auslöst, die in vivo degenerative Prozesse beschleunigen könnte.