Autor: Katica Djakovic

Gehirn und Auge

Entwicklung der kortikalen Informationsverarbeitung in der Netzhaut (Teil 1)
Das Gehirn entwickelt pränatal neben der Struktur des Auges drei zelluläre Körnerschichten zwischen den ­Grenzmembranen der Retina. Diese können diffraktiv-optisch mit den drei, den Fotorezeptoren lichtwärts ­vorgelagerten zellulären Phasengittern Funktionalitäten der kortikalen Informationsverarbeitung übernehmen. Dr. Norbert Lauinger, Institut für Optosensorik, Wetzlar, erläutert in Teil 1 seines Beitrages, wie die ­Raumgitteroptik die Fotochemie der Rezeptorenpigmente beziehungsweise die Lage der Gipfel der ­spektralen Hellempfindlichkeitskurven der vier Fotorezeptoren im Spektrum bestimmt sowie Grundlagen der ­Ortsfrequenzfilterung in der Netzhaut, die zu den Visusdaten führt.­

Hypothermiebehandlung: Protektiver Effekt auf retinale Ganglienzellen

Studie am Organkulturmodell der Schweineretina
Die als therapeutische Hypothermie bezeichnete gezielte Absenkung der Körpertemperatur wird bereits seit geraumer Zeit bei herzchirurgischen Eingriffen und bei Schlaganfällen routinemäßig zur Reduktion degenerativer Prozesse eingesetzt. Außerdem konnte an kultivierten ischämischen Rinderaugen ein protektiver Effekt der ­Hypothermie nachgewiesen werden. Basierend auf diesen Tatsachen wurde im Rahmen einer Studie der ­protektive Einfluss der Hypothermie auf die retinalen Ganglienzellen in einem neu etablierten Degenerations­modell der Schweineretina untersucht. Priv.-Doz. Dr. Stephanie C. Joachim, Ana M. Maliha (M. Sc.), Hannah Döpper (M. Sc.) und Dr. Sven Schnichels stellen die Daten vor.

Zur Geschichte der Sympathischen Ophthalmie

Die seltene Sympathische Ophthalmie (SO) ist eine beidseitige granulomatöse Uveitis, die nach durchbohrender Augenverletzung oder operativem Eingriff bereits nach fünf Tagen bis 50 Jahre später auftreten kann. 1583 wurden durch Bartisch erstmals Symptome geschildert, die vermutlich erste erfolgreiche Behandlung wird Eisenbarth 1716 zugeordnet. Genaue Beschreibungen mit Prognose der SO stammen von Mackenzie 1840 in London und von Ammon 1843 in Dresden. Fuchs gelang 1905 der exakte histologische Nachweis. Priv.-Doz. Dr. Manfred Jähne, FEBO (Schneeberg) berichtet auch über drei bekannte Persönlichkeiten (Johann der Blinde, Louis Braille, König Georg V. von Hannover), die an der SO erblindeten sowie abschließend über die Einmischung der Staatssicherheit der DDR wegen eines an SO erkrankten Kindes.

Das Fernglas

Serie zur Sammlung Roth (Folge 83)
Die ersten optisch brechenden Linsen aus Glas oder Bergkristall dienten als Lesesteine, Lupen oder in ein Brillengestell gefasst erst einmal als Sehhilfen im Nahbereich. Besonders die hochtransparenten, klar durchscheinenden Gläser aus Murano waren zum Ausgleich der Altersweitsichtigkeit sehr begehrt. Ihr Schliff wurde mit der Zeit immer präziser, ihre Abbildungsqualität besser. Auch entdeckte man jetzt die optischen Gesetze solcher Linsen. Irgendwann einmal muss ein Okulist oder Alchemist, wie man damals den Wissenschaftler nannte, erkannt haben, dass die Kombination zweier Konvexgläser, in ihrer optischen Achse hintereinander gehalten, ferne Dinge näher und größer erscheinen ließ. Der deutsch-holländische Brillenmacher Jan Lippershey soll der Erste gewesen sein, manche schreiben die Erfindung des so genannten 
Teleskops oder Fernrohr wiederum anderen zu.

Keratoplastik bei mykotischer Keratitis – wann und wie?

Die Prognose der mykotischen visusbedrohenden Keratitis, die oft zu spät diagnostiziert wird und zu einem protrahierten klinischen Verlauf führen kann, hängt sowohl vom Zeitpunkt der Diagnosestellung als auch von der Einleitung einer adäquaten konservativen und chirurgischen Therapie ab. Loay Daas, Prof. Arne Viestenz, Dr. Shady Suffo, Dr. Corina Spira-Eppig, Dr. Elias Flockerzi und Prof. Berthold Seitz zeigen anhand von ­Beispielen den Diagnosezeitpunkt und die Krankheitsdauer als prognostisch wichtige Faktoren auf und stellen die frühzeitige Durchführung sowie die Wahl eines ausreichend großen Transplantatdurchmessers bei einer ­Keratoplastik à chaud als eine effektive Behandlung der mykotischen Keratitis dar.

Gründungsjubiläum: 125 Jahre Universitäts-Augenklinik Rostock

Anlässlich des Gründungsjubiläums hatte Prof. Anselm Jünemann als Direktor der Augenklinik zu dem Symposium „Augenheilkunde im Wandel der Zeit – 125 Jahre Augenklinik der Universität Rostock“ Anfang Dezember in die Hansestadt mit der ältesten Universität im Ostseeraum eingeladen. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) berichtet über die Jubiläumsveranstaltung.

Kontaktlinsenanpassung bei Kindern

Bis vor einigen Jahren war die Kontaktlinsenanpassung bei Kindern auf medizinische Indikationen beschränkt. Doch auch junge und jugendliche Brillenträger wünschen zunehmend optisch korrigierende Kontaktlinsen oder versorgen sich selbst mit Billiglinsen. Um Komplikationen zu vermeiden, sollte daher eine Kontaktlinsenanpassung möglichst frühzeitig, gut kontrolliert und mit höchster Qualität des Materials stattfinden. Das ideale Alter hierfür liegt bei Kindern zwischen dem sechsten und dem elften Lebensjahr, für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Dr. Dorothea Kuhn (Riedlingen), stellvertretende Vorsitzende des Ressort Kontaktlinsen des BVA, erläutert, worauf bei der Kontaktlinsenanpassung bei Kindern zu achten ist.

Fallbericht: Caspofungin zur intravitrealen Therapie bei mykotischer Endophthalmitis

Mykotische Endophthalmitiden sind selten, sie machen nur acht bis 18 Prozent aller Endophthalmitiden aus. ­Dennoch sind sie wegen ihrer schweren Verläufe sehr gefürchtet, denn nicht selten enden Pilz-Endophthalmitiden mit dem Verlust des Auges. Dr. Burkhard von Jagow, FEBO, (Berlin) berichtet über zwei Patienten mit Pilz-­Endophthalmitis, die nach Keimnachweis durch eine Pars-plana-Vitrektomie mit intravitrealen Gaben von ­Caspofungin, einem neueren synthetischen Mykostatikum, behandelt wurden.

Anpasssatz für Kontaktlinsen

Serie zur Sammlung Roth (Folge 82)
Die ersten Versuche, Brechungsfehler wie Myopie, Hyperopie oder Astigmatismus mit ­Gläsern, die dem Auge direkt aufsitzen, auszugleichen, scheiterten nahezu alle. ­Die mühsam aus einer Glaskugel herausgearbeiteten Sklerallinsen, ursprünglich als Kontaktbrillen ­bezeichnet, konnten nur für wenige Stunden am Auge getragen werden. Die Linsen saugten sich fest, Bindehautreizung und Hornhautödem führten zum Abbruch der Behandlung. Dennoch war gerade beim Hornhautstaphylom, wie man einst den Kerato­konus nannte, die Kontaktschale oder -linse oft die einzige Möglichkeit, den Patienten vor der Erblindung zu bewahren. Erst die Erkenntnis, dass die Hornhauttopographie bei jedem Menschen individuell geformt ist und daher bei jeder Anpassung eine andere Innen­krümmung der Kontaktlinse erforderlich war, brachte den Durchbruch.

Interview zur AAD 2018

Interview mit BVA-Vorsitzendem Prof. Bernd Bertram
Vom 13. bis 17. März lädt die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) wieder ins CCD nach Düsseldorf zur gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem BVA-Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram (Aachen) über die diesjährige Jahrestagung, einige Neuerungen in Ablauf und Programm sowie aktuelle berufs- und gesundheitspolitische Entwicklungen.