Autor: Katica Djakovic

3D-Druck der Hornhaut

Die menschliche Hornhaut ist ein ideales Organ für das Tissue Engineering, da sie avaskulär und immunprivilegiert ist. Bislang imitieren viele Tissue-Engineering-Ansätze jedoch nur unzureichend die mechanischen Eigenschaften, die Oberflächenkrümmung und die stromale Zytoarchitektur der Hornhaut. Automatisierte Biofabrikationsstrategien, wie der 3D-Druck, könnten zukünftig zusätzliche räumliche Kontrolle während der Herstellung von zellbeladenen 3D-Konstrukten mit Epithel, Stroma und Endothelschicht bieten. Priv.-Doz. Dr. Matthias Fuest (Aachen) erläutert die aktuellen Forschungsansätze aus verschiedenen Arbeitsgruppen zum 3D-Druck der Hornhaut.

Calprotectin als neuer Biomarker

Obwohl genomweite Assoziationsstudien, Tiermodelle und Zellkultursysteme wichtige Erkenntnisse über die Pathogenese der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) geliefert haben, bleiben die zugrunde liegenden molekularen Wege unzureichend definiert. Eine Studie an der Universitäts-Augenklinik Freiburg zielte darauf ab, das Transkriptom menschlicher CNV-Membranen durch vergleichende RNASequenzierung zu untersuchen. Dr. Stefaniya Boneva und die Arbeitsgruppe um Prof. Clemens Lange (Freiburg) erörtern Calprotectin als neuen Biomarker für Patienten mit nAMD.

Femto-LASIK für Hyperopie

Die Kommission für Refraktive Chirurgie empfiehlt, keine hyperopen Laserablationen jenseits von +4 dpt und keine astigmatischen jenseits von 6 dpt vorzunehmen. Dieser Bereich gilt seit Jahren unverändert, obwohl die Excimerlaser bedeutende Fortschritte gemacht haben und Femtosekundenlaser heute State-of-the-Art zur Flappräparation geworden sind. Priv.-Doz. Dr. Suphi Taneri, FEBOS-CR (Münster) stellt anhand von Daten einer retrospektiven Studie die Femto-LASIK zur Korrektur von Hyperopie und hyperopem Astigmatismus auf den Prüfstand.

Fallbericht: Explantation des Cypass-Mikrostents bei Patienten mit Hornhautdekompensation

Der Cypass-Mikrostent wurde im Rahmen der minimalinvasiven Glaukomchirurgie in den suprachoroidalen Raum ab interno implantiert und diente der Erhöhung des uveoskleralen Abflusses des Kammerwassers. Obwohl das Implantat ein großes Potenzial aufwies, wurde der Mikrostent im August 2018 weltweit vom Markt genommen. Diese Entscheidung basierte auf einer Analyse von fünfjährigen postoperativen Daten, die einen signifikanten Endothelzellenverlust belegten. Dr. Sofia Fili, FEBO, Dr. Sabine Seddig, Dr. Iraklis Vastardis und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) berichten über eine Fallserie mit Patienten, bei denen eine Explantation als erforderliche operative Maßnahme indiziert wurde.

Die Transplantation der Kornea

Serie zur Sammlung Roth (Folge 109)
Seit Menschengedenken versuchte man erfolglos, fehlende oder abgetrennte Körperteile zu ersetzen. Sei es der Verlust von Gliedmaßen, sei es Auge oder Ohr – meist waren es Kriegsereignisse oder Unfälle, die den Menschen zum Versehrten machten. Auch der Verlust von Blut ließ sich durch eine Transfusion nicht ersetzen, alle Versuche, zum Beispiel mit Schafsblut ein Menschenleben zu retten, endeten für den Empfänger tödlich. Erst die Kenntnisse über die verschiedenen Blutgruppen, über die Antigen- und Antikörperreaktionen öffneten den Weg zur modernen Transplantationsmedizin.

Kongress DOG 2020 online

Interview mit DOG-Präsident Prof. Hans Hoerauf zum 118. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft
Gleich zwei besondere Ereignisse prägen in diesem Jahr die Aktivitäten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG): 2020 jährt sich der 150. Todestag von Albrecht von Graefe. Anlass, um in vielfältiger Weise an den Arzt und Wissenschaftler zu erinnern, der in der Geschichte der modernen Augenheilkunde eine herausragende Bedeutung einnimmt und seinerzeit die traditionsreiche Fachgesellschaft ins Leben rief. „Eifrige Jünger der Ophthalmologie“ sollten sich alljährlich zu Austausch und Muße treffen, hatte von Graefe einst angeregt und damit auch den Grundstein für den jährlichen Kongress der DOG gelegt. In diesem Jahr jedoch, das die Fachgesellschaft als von-Graefe-Jahr ausgerufen hat, wird der Kongress erstmals nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden, sondern wurde kurzfristig zu einer virtuellen Veranstaltung umgeplant. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Hans Hoerauf, Direktor der Universitäts-Augenklinik Göttingen und amtierender DOG-Präsident, über die besonderen Umstände und Herausforderungen der Jahrestagung, die als „DOG 2020 online“ vom 9. bis 11. Oktober ausgerichtet wird.

DMEK als Behandlungsoption einer bullösen Keratopathie nach multiplen Augenoperationen

Die Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) hat sich in den letzten Jahren als operatives Verfahren auch zur Behandlung von komplizierten Fällen einer Hornhautdekompensation mit bullöser Keratopathie etabliert. Im Rahmen einer Fallserie an der Klinik für Augenheilkunde am St.-Johannes-Hospital Dortmund wurden acht Patienten mit fortgeschrittener Hornhautdekompensation bei Zustand nach multiplen intraokularen Eingriffen mit einer DMEK behandelt. Dr. Sofia Fili, FEBO, Dr. Georgios Perdikakis, Dr. Iraklis Vastardis und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) stellen die Ergebnisse dar.

Evaluation eines Onlinekalkulators zur Nachrotation torischer IOL

Ein postoperativer Restastigmatismus nach torischer IOL-Implantation kann durch eine Nachrotation der Linse behoben werden. Im Rahmen einer Studie an der Universitäts-Augenklinik Frankfurt wurde ein Onlinekalkulator geprüft, der die Bewertung einer potentiellen Achsenrotation ermöglichen soll. Eingesetzt wurde der Kalkulator bei Patienten mit einem Restastigmatismus von >5 dpt und einer Achsenversetzung von >5 Grad. Dr. Kleopatra Varna-Tigka, FEBO, Natallia Brui und Prof. Thomas Kohnen, FEBO (Frankfurt/Main) fassen die Ergebnisse zusammen.

Schwarze IOL zur Behandlung von Diplopie

Nach einer Durchblutungsstörung vor drei Jahren im dorsalen Mittelhirn lag bei einem 49-jährigen Patienten ein Parinaud-Syndrom vor, das zu persistierenden vertikalen und horizontalen Doppelbildern führte. Trotz einer 2018 durchgeführten Schieloperation war der Patient nur durch komplette Unterdrückung des linksseitigen Seheindruckes durch Tragen einer Okklusionsklappe beschwerdefrei. Um diese unschöne Lösung zu ersetzen, wurde am linken Auge nach Phakoemulsifikation die Implantation einer dreistöckigen hydrophoben IOL in den Kapselsack sowie einer speziellen schwarzen Add-on-IOL in den Sulkus durchgeführt. Dr. Volker Besgen (Marburg) erläutert das Therapieverfahren.

Minimalinvasive Verfahren bei Tränenwegstenosen

Durch Fortschritte im Bereich der Endoskopie ist es heute möglich, nicht nur eine diagnostische Inspektion der Tränenwege mittels endoskopischer Verfahren durchzuführen, sondern sogar therapeutisch zu intervenieren. Prof. Ludwig M. Heindl (Köln) stellt die minimalinvasiven Verfahren zur Behandlung von Tränenwegstenosen vor, mit besonderem Augenmerk auf neue bypasschirurgische Ansätze.