Erkenntnisse aus einem neuen, multifaktoriellen Glaukommodell

In den letzten Jahren wurden zahlreiche neue Glaukommodelle entwickelt oder beschrieben. Jedes dieser Modelle hat gewisse Vor- und Nachteile, berücksichtig allerdings immer nur Teilaspekte des glaukomatösen Schadens. In einem Kooperationsprojekt der Arbeitsgruppe von Dr. Reinehr und Prof. Joachim von der Bochumer Augenklinik mit der Arbeitsgruppe von Prof. Fuchshofer vom Regensburger Institut für Humananatomie und Embryologie wurden nun zwei pathogenetische Faktoren in einem Glaukommodell implementiert. Hierzu wurde das βB1-CTGF-Hochdruckmodell mit dem autoimmunen Normaldruckmodell kombiniert. Dr. Sabrina Reinehr1Dr. Teresa Tsai1Prof. Dr. Rudolf Fuchshofer2 und Prof. Dr. Stephanie C. Joachim1 fassen die Erkenntnisse aus dem neuen, multifaktoriellen Glaukommodell zusammen.

1Experimental Eye Research Institute, Universitäts-Augenklinik Bochum, Ruhr-Universität Bochum; 2Institut für Humananatomie und Embryologie, Universität Regensburg.


Das Glaukom ist eine weltweit verbreitete, neurodegenerative Erkrankung, bei der es zum progressiven Verlust retinaler Ganglienzellen und zur Sehnervendegeneration kommt. Dies macht sich in Gesichtsfelddefekten und Visusminderung bemerkbar und kann letztendlich zur Erblindung der Betroffenen führen (European Glaucoma Society 2021). Dies zieht eine deutliche Reduktion der Lebensqualität der Betroffenen nach sich. Die Erkrankung selbst ist komplex und multifaktoriell und die genauen Entstehungsmechanismen sind noch nicht verstanden. Bisher gibt es keine zugelassenen neuroprotektiven Therapien für das Glaukom. Zur Entwicklung möglicher Behandlungsansätze ist es im ersten Schritt notwendig, die Pathogenese genauer zu verstehen. Zur Untersuchung dieser Mechanismen können verschiede experimentelle Modelle eingesetzt werden. Häufig werden Zellkulturmodelle von primären Zellen oder auch Zelllinien in der Forschung verwendet. Aber auch Organkulturen oder Tiermodelle werden genutzt. 

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL Mai 2023.

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