Die Probierbrille

Serie zur Sammlung Roth (Folge 167) – Als es um das Jahr 1150 endlich gelang, aus einem kleinen Klumpen flüssigen Glases eine optisch brechende Linse zu formen, war der Weg in die angewandte Augenoptik offen. Die Erkenntnis, dass eine altersbedingte Weitsichtigkeit bei Blick durch eine konvex geformte Glasscheibe unterlaufen werden konnte, führte rasch zur Herstellung einer ersten Brille. Schwierigkeiten tauchten allerdings auf, als es darum ging die lichtbrechenden Eigenschaften rechnerisch zu erfassen, sie zu normen und so die Gläser in festgelegten Stärken auch zu reproduzieren. Immerhin dauerte es noch fünf Jahrhunderte, bis man die Brillenstärke beziehungsweise ihre Brechkraft exakt berechnen konnte und international als Dioptrie definierte.

Von Dr. Hans-Walter Roth (Ulm)

Allerdings war dann noch immer nicht bekannt, welche Gläserstärke dem jeweiligen Fehlsichtigen zuzuordnen war, denn dies konnte in Zeiten vor der Konstruktion des ersten Refraktometers letztlich nur durch Pröbeln ermittelt werden. Subjektive Fehlbestimmungen, oft nervig, waren angezeigt.

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL Ausgabe Januar 2026.

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