Das Ophthalmoskop von Thorner
Serie zur Sammlung Roth (Folge 174) – Der Blick in das Innere eines lebenden Menschen war nicht möglich bis Helmholtz durch Erfindung seines Augenspiegels, man nannte es das Ophthalmoskop, die Netzhaut beurteilen konnte und damit die Augenheilkunde zum eigenen medizinischen Fachgebiet machte. Dem Okulisten oder Optiker verblieb die Brille. Von Dr. Hans-Walter Roth (Ulm)
So einfach der Augenspiegel zu handhaben war, es bedurfte schon der richtigen Ausleuchtung und einiger Übung mit seinem Umgang. Zahllose technische Verbesserungen erfolgten bereits in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts. Die Einstellscheibe von Rekoss ermöglichte die scharfe Abbildung des Fundusbildes, die Erfindung der elektrischen Glühbirne machte den Augenspiegel unabhängig von der Kerze oder dem Gaslicht als Lichtquelle. Noch bedurfte es aber eines vollständig abgedunkelten Raums, um die pathologischen Veränderungen der Netzhaut sicher beurteilen zu können. Die Abgrenzung eines Aderhautnävus vom Melanom erforderte höchste Präzision vom Gerät, wie auch von der Erfahrung des Untersuchers.

