Das maligne Melanom der Bindehaut

Es gibt drei verschiedene Manifestationsbereiche von okulären Melanomen: Melanome der Lidhaut, der Bindehaut sowie intraokuläre Melanome. Das maligne Melanom der Bindehaut gehört zu den seltenen ophthalmologischen Tumoren, die meistens im Rahmen einer so genannten primär erworbenen Melanose der Bindehaut und seltener aus Naevi der Bindehaut entstehen. Ihre Therapie hängt von der Ausdehnung des Tumors ab. Dr. Lothar Krause erläutert die Besonderheiten der Therapie.

Das Bindehautmelanom ist ein seltener Tumor, der durch seine hohen Rezidivraten und die hohe Mortalität eine besondere Rolle spielt. Das maligne Melanom der Bindehaut macht etwa zwei Prozent aller malignen okulären Tumoren aus und ist daher eine seltene Erkrankung. Nach einer schwedischen Studie (1992) treten etwa zwei Neuerkrankungen/Jahr in einer Population von 8,4 Mio. Einwohnern auf. Ätiologisch sind drei Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Erstens kann es aus einer primär erworbenen Melanose (PAM, primary acquired melanosis), zweitens aus einem vorbestehenden konjunktivalen Nävus oder drittens „de novo“ entstehen.

Das Bindehautmelanom setzt sich aus unterschiedlich pigmentierten malignen Melanozyten zusammen. Der klinische Befund ist sehr variabel und kann stark differieren. Häufig zeigt sich ein bräunlich bis rötlicher pigmentierter Bindehauttumor. Typisch sind zu dem Tumor ziehende stärkere Gefäße, die den Tumor versorgen. Die Lokalisation umfasst den Limbus corneae, die Conjunctiva bulbi, die Conjunctiva tarsi, die Caruncula und die Plica semilunaris, wobei letztere drei als untypisch einzustufen sind.

Das Bindehautmelanom hat unterschiedliche Möglichkeiten zur Metastasierung und hat daher eine ausgesprochene Neigung zur Metastasierung. Die Metastasierungsraten liegen bei etwa 25 Prozent über zehn Jahre. Es werden vor allem die regionalen präaurikularen und submandibularen Lymphknoten befallen. Abklatschmetastasen oder eine Ausbreitung entlang der Tränenwege sind ebenfalls möglich (Shields 2000). Tumorzellen können mit der Tränenflüssigkeit in die ableitenden Tränenwege gespült werden und können dort proliferieren. Daher sollte immer eine zusätzliche HNO-ärztliche Untersuchung erfolgen, um die Lymphknoten im Kopf-Hals-Bereich und den Nasopharynx zu beurteilen. Wichtig ist eine sorgfältige Untersuchung der regionalen Lymphknoten inklusive Sonographie und Computertomographie. Die Zehnjahresmortalität wird mit 13 Prozent angegeben (Shields 2000).

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL 04/2009.

 

Ähnliche Beiträge