Kurznachrichten

UKL setzt erstmals Netzhautprothese ein

An der Universitäts-Augenklinik Leipzig wurde erstmals ein retinales Implantat eingesetzt. „Es wird wieder hell“, beschreibt der 62-jährige Patient Bernd Burkhardt, der an Retinitis pigmentosa (RP) erkrankt ist, seine neue Wahrnehmung. “Ich sehe jetzt unstrukturierte Lichtflecke, die ich lernen muss zu interpretieren“, so Burkhardt nach Einschalten des Netzhautchips. Burkhardt ist seit seiner Jugend stark sehgeschwächt, seit 15 Jahren völlig blind.

Choroideremie: Erste Gentherapie startet in Deutschland

An der Augenklinik der Universität Tübingen erhalten voraussichtlich noch in diesem Jahr Patienten mit der seltenen Augenerkrankung Choroideremie eine Gentherapie. Für die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) markiert der Versuch den Beginn einer neuen Ära. Die Fachgesellschaft der deutschen Augenärzte erwartet die Entwicklung weiterer Gentherapien, die deshalb auch ein Schwerpunkt des diesjährigen DOG-Kongresses sind. Die Tagung findet vom 1. bis 4. Oktober 2015 in Berlin statt.

Alternativen zu Tierversuchen in der Augenheilkunde

Ein Forschungsprojekt an der Universität Leipzig beschäftigt sich in den kommenden drei Jahren mit der Entwicklung und Etablierung von Langzeit-Kulturmethoden von adultem Augengewebe. „Die verwendeten Augengewebe werden nicht von Labortieren gewonnen, wie es bisher üblich war, sondern von Schlachthöfen geliefert, wo sie als Abfall anfallen“, erklärt die Physikerin und Projektkoordinatorin Dr. Mareike Zink. In Kooperation mit dem Physiker Prof. Dr. Stefan Mayr und dem Biologen Dr. Mike Francke wird ein neuartiger Ansatz verfolgt, der es ermöglichen soll, Augengewebe außerhalb des Körpers über längere Zeit in seiner organotypischen Struktur zu kultivieren.

Gemeinsamkeiten im Sehsystem von Insekten und Säugetieren

Auf den ersten Blick haben die Augen von Säugetieren und Insekten nicht allzu viel gemein. Ein Vergleich der neuronalen Schaltpläne zum Erkennen von Bewegungen zeigt jedoch erstaunliche Parallelen zwischen Fliegen und Mäusen. Eine aktuelle Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience beschreibt die Gemeinsamkeiten im Vergleich der Sehsysteme, teilt das Max-Planck-Institut für Neurobiologie mit.

Protein kontrolliert retinales Gefäßwachstum

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben ein Molekül gefunden, dass das krankhafte Wachstum von Blutgefäßen im Auge möglicherweise stoppt: Das Protein Semaphorin 3C (Sema3C) hemmt im Tiermodell effektiv das unkontrollierte retinale Gefäßwachstum, teilt das Deutsche Krebsfoschungszentrum mit. Sema3C wird vom Körper selbst produziert und hat die Aufgabe, das Wachstum von Nervenzellen zu kontrollieren.

Unbewusste Kontrolle visueller Eindrücke im Gehirn

Ohne dass wir uns ihrer bewusst sind, führt unser Auge ständig winzige Korrekturen der Blickrichtung aus, deren Zweck bisher nur unvollständig verstanden wird. Eine Gruppe von Forschern der Universität Tübingen am Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) und am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) ging dieser Frage jetzt auf den Grund. Wie die Universität mitteilt, entdeckten sie einen engen Zusammenhang zwischen winzigen Augenbewegungen und der Konzentration von Aufmerksamkeit.

Stiftung Auge fördert ophthalmologische Versorgungsforschung

Deutschland fehlen systematische, aussagekräftige Studien, die den Versorgungsbedarf, Qualität und Risiken in der Augenheilkunde erfassen. Die Häufigkeit von Augenleiden und deren Versorgungsbedarf ist deshalb hierzulande noch zu wenig erforscht, meinen Experten der Stiftung Auge der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die Stiftung Auge nimmt sich nun verstärkt diesem Problem an: Gemeinsam mit dem Berufsverband der Augenärzte (BVA) schreibt sie eine Stiftungsprofessur für ophthalmologische Versorgungsforschung aus. Die Stiftung stellt Mittel für bis zu fünf Jahre bereit.

ROB: Telemedizinische Projekte für Frühgeborene

In Deutschland werden jährlich etwa 4 000 Kinder mit weniger als 1 500 Gramm Geburtsgewicht geboren, noch vor der 32. Schwangerschaftswoche. Je früher sie zur Welt kommen, umso größer ist ihr Risiko, eine schwere Augenerkrankung zu entwickeln. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) rät deshalb zu regelmäßigen augenärztlichen Kontrollen bei „Frühchen“, um Sehschäden oder Erblindung zu verhindern. In ländlichen Regionen ohne spezialisierte Behandlungszentren können dabei telemedizinische Projekte helfen

Stiftung Auge fördert ophthalmologische Versorgungsforschung

In Deutschland fehlen systematische, aussagekräftige Studien, die den Versorgungsbedarf, Qualität und Risiken in der Augenheilkunde erfassen. Die Häufigkeit von Augenleiden und deren Versorgungsbedarf ist deshalb hierzulande noch zu wenig erforscht, meinen Experten der Stiftung Auge der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die Stiftung Auge nimmt sich nun verstärkt diesem Problem an: Gemeinsam mit dem Berufsverband der Augenärzte (BVA) schreibt sie eine Stiftungsprofessur für ophthalmologische Versorgungsforschung aus. Die Stiftung stellt Mittel für bis zu fünf Jahre bereit.

Ausschreibung des „Eva Luise Köhler Forschungspreises für Seltene Erkrankungen“

Zum neunten Mal schreibt die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit Seltenen Erkrankungen in Zusammenarbeit mit der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e.V. den mit 50.000 Euro dotierten „Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen“ aus. Durch Mangel an Forschung fehlen den Betroffenen einer Seltenen Erkrankung oft Medikamente und Therapien. Der Preis soll ein Forschungsprojekt auszeichnen, das sich einer Seltenen Erkrankung widmet.