ADHS: Hintergrundrauschen in retinalen Nervenzellen verstärkt
Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg haben möglicherweise einen wichtigen Mechanismus dafür gefunden, warum Kinder und Erwachsene an mangelnder Aufmerksamkeit, hoher Ablenkbarkeit und Hyperaktivität leiden. Für das so genannte Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) könnte es von Bedeutung sein, dass Nervenzellen verstärkt reizunabhängig aktiv sind. Eine solche Aktivität ohne äußere Reize wird als Hintergrundrauschen bezeichnet. Die Freiburger Wissenschaftler haben das Rauschen in den Nervenzellen der Netzhaut gemessen, die ein vorgelagerter Teil des Gehirns ist. Bei den erwachsenen Testpersonen mit ADHS war das Rauschen verstärkt. Damit steht eventuell erstmals ein Test zur Verfügung, mit dem ADHS im Gehirn diagnostiziert werden kann. Bislang wird die Erkrankung anhand der Krankengeschichte und psychologischer Tests festgestellt. Nach Mitteilung der Universität Freiburg wurde die Studie in der Fachzeitschrift PLoS ONE veröffentlicht.

