Kurznachrichten

Mainz: Neue Stiftungsprofessur für ophthalmologische Versorgungsforschung

Augenleiden sind Volkskrankheiten. Rund 18 Millionen Deutsche sind betroffen. Davon leiden etwa 3,8 Millionen unter AMD; an Grauem Star – einer Trübung der Augenlinse – sind vermutlich 10 Millionen erkrankt. Bei diesen Zahlen handelt sich jedoch lediglich um Schätzungen. Um die Verbreitung von Augenerkrankungen sowie den augenärztlichen Bedarf systematisch zu erheben, hat die Stiftung Auge der DOG (Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft) gemeinsam mit dem Berufsverband der Augenärzte (BVA) eine W2-Professur zur ophthalmologischen Versorgungsforschung eingerichtet. Dr. med. Alexander Schuster ist ab 1. Dezember diesen Jahres Inhaber der neuen Stiftungsprofessur, die an der Universitäts-Augenklinik Mainz angesiedelt ist.

Sehen, hören und fühlen in der Nanowelt

Mit einem Rasterkraftmikroskop können die Form einer Oberfläche und ihre lokalen mechanischen Eigenschaften sehr detailliert auf der Nanometerskala erfasst werden. Das Verständnis dieser sehr umfangreichen, mehrdimensionalen Daten steckt jedoch in den Kinderschuhen. In einem Projekt der Technischen Universität Chemnitz sollen verschiedene Arten der Kraftdarstellung erprobt und das Zusammenwirken der menschlichen Sinne bei der multisensorischen Erfassung nanomechanischer Eigenschaften biologischer Gewebe erforscht werden.

Bochum: Forschungsprojekt zu Glaukom-Biomarkern erhält Förderung der RUB

Die „Analyse möglicher Biomarker in einem Glaukom-Modell mit chronisch erhöhten Augeninnendruck“ steht im Mittelpunkt der Arbeit von Dr. rer. nat. Sabrina Reinehr vom Forschungslabor der Augenklinik am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum, die jetzt für ihre weitere Forschung die „FoRUM“-Förderung erhalten hat. Dabei handelt es sich um ein Programm zur Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, das klinische Forschung, Grundlagenforschung, technologische Anwendungsforschung und Nachwuchsförderung unterstützt.

Thalamus zeigt aktive Rolle bei der Sehverarbeitung

Vorgeschaltete Hirnregionen wie der Thalamus leiten Informationen von den Sinnesorganen an die Großhirnrinde weiter und filtern die Signale gegebenenfalls. Nun konnten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie im Mausgehirn zeigen, dass der Thalamus eine deutlich aktivere Rolle bei Lernvorgängen im Bereich der Sehverarbeitung zu spielen scheint als bisher angenommen wurde.

Smartphones im Kampf gegen die Blindheit

In Südindien ist rund jeder zehnte Mensch zuckerkrank. Davon leidet etwa jeder Dritte an einer so genannten diabetischen Retinopathie – einer Erkrankung der Netzhaut und unbehandelt eine häufige Ursache für Sehbehinderung und Blindheit. Umso wichtiger ist also die Früherkennung. Doch Diabetiker, die in Indien auf dem Land oder in den Slums der Städte leben, sind medizinisch unterversorgt. Daher hat die Augenklinik am Universitätsklinikum Bonn in Kooperation mit dem Sankara Eye Center in Bangalore eine Pilotstudie für ein leicht zugängliches und sehr kostengünstiges Screening-Verfahren gestartet. Der Schlüssel dazu ist ein Smartphone mit modifizierter Kamera.

Sicca-Förderpreis 2017 verliehen

Auf dem diesjährigen DOG-Kongress in Berlin wurde zum 17ten Mal der Sicca-Förderpreis für Forschungsvorhaben auf dem Gebiet des Trockenen Auges verliehen. Insgesamt 16 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten sich mit ihren Projekten beworben. Der jährlich ausgeschriebene Preis des BVA-Ressorts „Trockenes Auge und Oberflächenstörungen“ in einer Gesamthöhe von 20.000 Euro, gestiftet von Bausch + Lomb / Dr. Mann Pharma in Berlin, dient der Unterstützung, Motivation und interdisziplinären Zusammenarbeit junger Forscherinnen und Forscher im deutschsprachigen Raum auf diesem Sektor.