Kurznachrichten

DOG-Kongress: 9.-11. Oktober

Fehlentwicklungen in der Augenheilkunde durch die zunehmende Ökonomisierung in der Medizin sind ein Schwerpunktthema des 118. Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), der am Freitag, 9. Oktober, beginnt und erstmals online abgehalten wird. „Wir haben zu wenig Zeit für das Patientengespräch und die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses“, kritisiert Professor Dr. med. Hans Hoerauf, Präsident der DOG. Fehlanreize müssten korrigiert, überbordende Bürokratie- und Dokumentationsvorgaben endlich abgebaut werden. Neben den Auswirkungen der Ökonomisierung steht die Würdigung Albrecht von Graefes, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährte, im Fokus. Die DOG 2020 online findet bis 11. Oktober 2020 statt.

Leitlinie zur Glaukom-Früherkennung

Ob und wann eine Untersuchung zur Glaukom-Früherkennung erfolgen sollte, ist zwischen Experten und Krankenkassen umstritten. Jetzt haben die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) eine neue Leitlinie zur Glaukom-Früherkennung vorgelegt. Welche Empfehlungen die deutschen Augenärzte zur Vorsorge geben, erläutern Experten im Vorfeld des Kongresses.

Augenverletzungen: 90 Prozent aller Unfälle vermeidbar

Schätzungsweise 300.000 Augenverletzungen ereignen sich pro Jahr in Deutschland, die meisten bei Freizeitaktivitäten und mit teilweise schwerwiegenden Folgen. Was im Falle eines Unfalls zu tun ist und wie 90 Prozent der Verletzungen vermieden werden könnten, erläutern Experten anlässlich des Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Auch Fortschritte in der Rekonstruktion des Augeninnern werden Thema sein.

Myanmar besiegt Trachom

Es ist ein Erfolg bei der Bekämpfung vermeidbarer Blindheit, teilt die Christoffel-Blindenmission (CBM) mit: Myanmar hat das Trachom eliminiert. Das hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun bestätigt. Eine Augeninfektion durch den Erreger Chlamydia trachomatis gehört weltweit zu den führenden Ursachen vermeidbarer Erblindung.

Forschende züchten vollständige künstliche Retina

Schweizer Wissenschaftlern ist es gelungen, exakte Nachbildungen menschlicher Netzhaut zu züchten. Sie erhoffen sich, damit die Entwicklung individueller Therapien für Augenerkrankungen zu beschleunigen. Über die Ergebnisse berichten die Forschenden der Universität Basel, des Instituts für Molekulare und Klinische Ophthalmologie Basel und der Novartis Institutes for BioMedical Research im Fachblatt Cell.

Neue interdisziplinäre Leitlinie zu Großgefäßvaskulitiden

Sehstörungen, Erblindung, Schlaganfall – die Komplikationen einer Großgefäßvaskulitis können gravierend sein. Um Folgeschäden zu verhindern, muss die zum rheumatischen Formenkreis zählende Gefäßentzündung, bei der Sehstörungen zu den frühen Symptomen zählt, früh erkannt und konsequent behandelt werden. Im Idealfall geschieht dies durch ein interdisziplinäres Ärzteteam, an dem neben Rheumatologen auch Augenärzte, Gefäßmediziner, Radiologen und andere Fachärzte beteiligt sind. Eine neue interdisziplinäre Leitlinie zu Großgefäßvaskulitiden stellt die aktuellen diagnostischen Möglichkeiten und fachübergreifende Therapie dar.

Retina International startet Webportal „Know Your Code“

Retina International (Dublin) hat zum WORLD RETINA DAY, dem weltweiten Tag der Netzhauterkrankung am 26. September, das neue Webportals „Know Your Code“ gestartet. Die Online-Plattform (http://www.retina-kyc.org) soll Personen mit aktuellen Informationen und Zusammenhänge zu Gentests versorgen. So könnten Netzwerke geschaffen werden, um erschwingliche und für alle Patienten zugängliche Gentests zu erzielen. Die Plattform richte sich auch gleichermaßen an Kliniker, Forscher und Spezialisten der Gesundheitspolitik. Darauf weist die Pro Retina Deutschland e.V. hin.

Frühgeborenenretinopathie: Anti-VEGF-Therapie zugelassen

Netzhautschäden in Folge einer Frühgeburt sind in Deutschland die häufigste Erblindungsursache bei Kindern. Da immer mehr extrem früh geborene Babys überleben, steigt die Zahl der Betroffenen mit einer sogenannten Frühgeborenenretinopathie (ROP) an. Für die Behandlung steht nun seit kurzem neben dem herkömmlichen Laserverfahren eine Spritzentherapie mit dem VEGF-Inhibitor Ranibizumab zur Verfügung. Welche Vorteile die Anti-VEGF-Behandlung im Vergleich zum Laser hat, erläutern Experten anlässlich des Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Der DOG-Kongress findet in diesem Jahr online vom 9. bis 11. Oktober 2020 statt.