Kurznachrichten

DOG: “Augenkliniken sind unverzichtbar in der Aus- und Weiterbildung”

Die Augenkliniken in Deutschland behandeln ihre Patientinnen und Patienten ambulant, stationär und intersektoral – von der Volkskrankheit bis hin zur seltenen Erkrankung. Aus Sicht der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e.V. (DOG) spielen die Augenkliniken deshalb eine zentrale Rolle für die Aus- und Weiterbildung des augenärztlichen Nachwuchses. Dort können angehende Augenärztinnen und -Ärzte entsprechend der neuen Weiterbildungsordnung alle notwendigen Kompetenzen erwerben, auch und gerade in allen Subspezialitäten, betont die DOG und widerspricht damit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die in einem Konzeptpapier das Gegenteil behauptet hatte.

Der Quantensinn in der Netzhaut

Während Menschen die Welt mit fünf Sinnen – Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Tasten – wahrnehmen, orientieren sich viele Tiere auch am Erdmagnetfeld. Schon seit längerem hat ein interdisziplinäres Team der Universitäten Oldenburg und Oxford (Großbritannien) Hinweise dafür gesammelt, dass der Magnetsinn von Zugvögeln wie beispielsweise Rotkehlchen auf einem bestimmten lichtempfindlichen Eiweiß im Auge beruht. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature zeigen die Forschenden, dass das Eiweiß Cryptochrom 4, das sich in der Netzhaut von Vögeln befindet, empfindlich auf Magnetfelder reagiert und somit höchstwahrscheinlich der gesuchte Magnetsensor ist.

Reizweiterleitung im visuellen Thalamus

Der visuelle Thalamus ist klassischerweise dafür bekannt, die von der Netzhaut kommenden visuellen Reize an die Großhirnrinde weiterzuleiten. Ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie zeigt nun, dass Nervenzellen im visuellen Maus-Thalamus zwar in Kontakt mit beiden Augen stehen, starke funktionale Verknüpfungen aber nur mit einer Netzhaut aufbauen. Damit vereinen die Wissenschaftler nach Angaben des MPI teils widersprüchliche Ergebnisse früherer Studien und verdeutlichen, wie wichtig es sein könne, strukturelle Daten mit funktionellen Untersuchungen zu ergänzen, so das MPI.

Gentherapie mit Nanopartikeln schützt vor retinalem Zelltod

Ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern um Prof. Dr. Bernhard Sabel, Direktor am Institut für Medizinische Psychologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, ist es nun erstmals gelungen, mit Nanopartikeln eine nicht-virale Methode zu entwickeln, mit der erfolgreich Gene in Zellen der Netzhaut des Auges eingeschleust und damit eine weitere Schädigung des Sehnervs gestoppt werden konnte. Auch inaktive Zellen konnten nach Mitteilung der Universität damit wieder aktiviert werden. Mit dieser Anwendung einer nicht-viralen Gentherapie seien die Magdeburger Forscher weltweit die ersten und liefern wichtige Erkenntnisse im Bereich der Grundlagenforschung, heißt es weiter. Die Ergebnisse wurden in dem Forschungsjournal „Neural Regeneration Research“ veröffentlicht.

Hilfsmittel bei Sehverlust im Alter: Auf den richtigen Mix kommt es an

Augenerkrankungen können das Sehvermögen auf vielfältige Weise einschränken, beispielsweise durch Ausfälle im zentralen Gesichtsfeld, einen „Tunnelblick“ oder ein vermindertes Kontrastsehen. Eine breite Palette von Hilfsmitteln kann Menschen mit Sehbeeinträchtigungen helfen, das Leben und den Alltag weiterhin so selbstständig wie möglich zu gestalten. So können Kantenfilter-Brillen das Kontrastsehen verbessern, Bildschirmlesegeräte das Lesen erleichtern und Geräte mit Tonausgabe oder eine optimierte Beleuchtung im Haushalt unterstützen. Doch nicht jedes Hilfsmittel ist für jeden Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung gleichermaßen geeignet. Was bei der Hilfsmittelauswahl zu beachten ist und welche weiteren Faktoren neben der Sehbeeinträchtigung eine Rolle spielen, diskutieren Expertinnen und Experten auf einer Online-Pressekonferenz im Vorfeld der 3. Fachtagung „Sehen im Alter“ am 24. Juni 2021 um 11 Uhr.

DOC 2021 digital: 17.-19. Juni

Heute beginnt der 33. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) und wird erstmals online ausgerichtet. Updates und Wissen sowie neue Entwicklungen in vielen Bereichen der Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie zählen zu den Schwerpunktthemen. Zielvorgabe sei es nach Angaben der Ausrichter gewesen, den Charakter des DOC zu erhalten, die ophthalmochirurgische Community mit Wissen auf höchstem Niveau zu versorgen, aber auch der Industrie eine Umgebung mit optimaler Sichtbarkeit zu bieten.

Aktion zum Tag der Sehbehinderten macht Gefahren sichtbar

Mit einem auffälligen Zeichen macht Pro Retina Deutschland e. V. bundesweit auf eine fast unsichtbare Gefahr in Fußgängerzonen und auf Gehwegen aufmerksam: Poller. Diese dienen zwar der Verkehrssicherheit, für Menschen mit Sehbehinderung jedoch sind sie ein gefährliches Hindernis. Um diese Gefahr anschaulich zu machen, setzen die Regionalgruppen von Pro Retina den Pollern anlässlich des Tags der Sehbehinderten am 6. Juni gelb-schwarz Mützen auf.

Tag der Organspende: Augenärzte rufen zu Hornhautspenden auf

In Deutschland verpflanzen Augenchirurgen jährlich mehr als 9.000 Hornhäute des Auges. Dank der rasanten Fortschritte bei der Transplantationstechnik verhilft heute fast jeder Spender zwei Menschen zu neuer Sehfähigkeit. Gleichzeitig arbeiten Forscher mit Erfolg daran, durch eine Vorbehandlung des Empfängers unerwünschte Abstoßungsreaktionen noch weiter zu verringern. Angesichts des bestehenden Transplantatmangels ruft die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) zum Tag der Organspende am 5. Juni 2021 zu größerer Spendenbereitschaft auf. Eine Hornhautspende kann trotz vieler vorbestehender Augenerkrankungen bis zu 72 Stunden nach dem Tod erfolgen und entstellt den Leichnam nicht, wie die Experten betonen.

Protein Tenascin-C wichtig bei Durchblutungsstörungen der Netzhaut

Welche Rolle das Protein Tenascin-C, ein Bestandteil der extrazellulären Matrix, bei der Minderdurchblutung der Netzhaut spielt, untersuchten Forscherinnen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) an Mäusen. Sie zeigten, dass Tenascin-C eine entscheidende Rolle bei der Schädigung von Sehsinneszellen nach Ischämien spielt. Die Ergebnisse veröffentlichte das Team online in der Zeitschrift Frontiers in Neuroscience.