Kurznachrichten

BVA-Stellungnahme: „Augenheilkunde in schwierigen Zeiten“

Zum Auftakt der diesjährigen AAD 2021 online, der gemeinsamen Fortbildungstagung vom Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) und Deutscher Ophthalmologischer Gesellschaft (DOG), bezog der 1. Vorsitzende des BVA, Dr. Peter Heinz, schriftlich Stellung zur augenärztlichen Versorgung unter den aktuellen Bedingungen und wies darauf hin, dass langfristige Auswirkungen der Pandemie für den Fachbereich nicht absehbar sind. Der Vorsitzende fordert in seiner schriftlichen Erklärung einen rascheren Impfschutz für die niedergelassenen Augenärzte und ihre Praxismitarbeiter sowie eine angemessene Honorierung der Leistungen, insbesondere unter den gegenwärtigen Herausforderungen.

12. März: Weltglaukomtag

Der grüne Star ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung in der westlichen Welt, in Deutschland sind etwa eine Million Menschen betroffen. Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) am heutigen Weltglaukomtag hin. Um das Fortschreiten des Augenleidens aufzuhalten, werden meistens Augentropfen eingesetzt. Neue Studien belegen, dass eine Laserbehandlung ähnlich wirkungsvoll sein kann wie eine medikamentöse Behandlung. Anlässlich des Weltglaukomtages empfehlen Experten der DOG daher, Lasern als Alternative zu Augentropfen bei einigen Formen des grünen Stares anzubieten, die noch nicht sehr stark fortgeschritten sind. Lasern ist eine Kassenleistung.

Europäisches Doktorandenprogramm „OptiVisT“ in Magdeburg

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) mit der Universitätsmedizin Magdeburg (UMMD) ist einer von 26 Projektpartnern in dem interdisziplinären Forschungsverbund OptiVisT – einem europaweiten Zusammenschluss von über 30 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus den Bereichen Sehwissenschaften, Technologien und Gesundheit. Das Konsortium hat sich zum Ziel gesetzt, das alltägliche Sehen dieser Menschen durch innovative und umfassende Versorgung zu verbessern. Unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Hoffmann wird dazu an der Universitätsaugenklinik Magdeburg geforscht und in den kommenden vier Jahren zwei von insgesamt 15 Nachwuchswissenschaftler in dem Doktorandenprogramm auf dem Gebiet der Sehforschung und der Augenheilkunde ausgebildet. Das Projekt ist am 1. März gestartet.

Köln: Interdisziplinäres Zentrum für Uveitis gegründet

An der Uniklinik Köln ist ein Interdisziplinäres Zentrum für Uveitis und entzündliche Augenerkrankungen gegründet worden. Da viele Patienten mit Uveitis auch extraokuläre Symptome und Mitbeteiligungen haben, ist zur kompetenten Betreuung dieser Patienten eine feinabgestimmte interdisziplinäre Betreuung nötig. Dies soll sichergestellt und die Versorgung dieser Patienten verbessert werden, so die Uniklinik Köln.

Aniridie: Kooperation rettet Augenlicht

Die Zusammenarbeit von Augenärzten und Selbsthilfegruppen kann Kindern mit seltenen Erkrankungen wie der angeborenen Erkrankung Aniridie das Augenlicht, aber auch das Leben retten. Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) aus Anlass des internationalen Tages der Seltenen Erkrankungen hin, der am 28. Februar 2021 stattfindet. In Deutschland sind etwa 900 Patienten von Aniridie betroffen. Wird die Augenfehlbildung nicht rechtzeitig erkannt, drohen Erblindung und bei entsprechender Veranlagung sogar ein bösartiger Nierentumor.

BVA-Tipps zum Gerstenkorn

Plötzlich ist sie da: Ein kleine, unangenehm schmerzende Schwellung am Lid irritiert einen andauernd, man möchte ständig daran reiben und weiß doch: Das sollte man nicht tun. Das Gerstenkorn mag lästig sein, doch es ist in der Regel eine harmlose Entzündung am Augenlid, die mit Therapie meist schnell abheilt und bei einem Teil der Patienten auch nach einigen Tagen bis Wochen von alleine verschwindet. Dr. Andrea Lietz-Partzsch und Christian Theinert vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands geben Hinweise, was zu tun ist.

Optimierte AAV-Vektoren für intravitreale Gentherapie

Allein fünf Millionen Menschen weltweit leiden an angeborenen Netzhautdystrophien, die schon in frühen Jahren zur Erblindung führen können. Um die dafür ursächlichen Gendefekte zu kompensieren, sind zunehmend gentherapeutische Ansätze in der Entwicklung. Ein internationales Wissenschaftlerteam konnte nun AAV-Vektoren gentechnisch so optimieren, dass sich die Therapeutika risikoärmer als bislang in die defekten Zellen schleusen lassen: die neuen Vektoren erreichen die Fotorezeptoren, nachdem sie in den Glaskörper appliziert wurden, teilt das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) mit.