Autor: Ulrike Lüdkte

AAD 2013: “Viele Augenkrankheiten sind Volkskrankheiten”

Welche Volkskrankheiten bedrohen das Augenlicht der Menschen in Deutschland und wie können Augenärzte diese Krankheiten erkennen und sie behandeln? Die Herausforderung der Zukunft wird sein: dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden. Mit diesem umfangreichen Thema befassen sich bis zum kommenden Samstag die etwa 5.000 Teilnehmer der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD) 2013, die im Congress Center Düsseldorf stattfindet.

14. Augenärztliche Akademie (AAD) tagt in Düsseldorf

Wie Augenärzte die das Sehen beeinträchtigenden oder gar bedrohenden Volkskrankheiten schon in sehr frühen Stadien sicher diagnostizieren und mit welchen Behandlungsstrategien sie ihren Patienten helfen können, darüber werden sie sich vom 26. Februar bis zum 2. März im Congress Center Düsseldorf (CCD) bei der 14. Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD) austauschen. Rund 5.000 Tagungsteilnehmer werden erwartet. Die AAD, gemeinsam organisiert von DOG und BVA, ist die größte augenärztliche Fortbildungstagung im deutschsprachigen Raum und bringt niedergelassene und klinisch tätige Augenärzte seit dem Jahr 2000 regelmäßig auf den neuesten Stand des Wissens.

Zum Kongressauftakt finden am 26. Februar zwei Veranstaltungen für Patienten statt: Die PRO RETINA Deutschland e.V. befasst sich mit dem Thema „Netzhautdegenerationen – Einblicke und Ausblicke: Wo stehen wir heute? Was bringt die Zukunft?“. Parallel dazu findet eine Patientenveranstaltung mit dem Initiativkreis zur Glaukomfrüherkennung statt.

Augenhornhautspende widersetzt sich negativem Trend in der Organspende

Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) hat im vergangenen Jahr 3.754 Gewebetransplantate an Patienten vermittelt. Insgesamt haben 1.794 Menschen im gemeinnützigen Netzwerk der DGFG Gewebe gespendet. Die Zahl derjenigen, die nach ihrem Tod anderen Menschen mit einer Gewebespende geholfen haben, ist damit um rund 13 Prozent gestiegen, teilt die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) mit.

Studienergebnisse zum Sehchip Alpha IMS-Implantat veröffentlicht

Teilergebnisse der multizentrischen Studie zum Alpha IMS-Implantat, einem Funk-Mikrochips zur Wiederherstellung der Sehfunktion bei Patienten mit Retinitis pigmentosa (RP), wurden in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht. Darauf weist die Retina Implant AG hin. Während des drei- bis neunmonatigen Beobachtungszeitraums der Untersuchung wurde festgestellt, dass die Mehrzahl der insgesamt neun deutschen Patienten, denen im Zuge der ersten Stufe der zweiten klinischen Studie am Menschen des Unternehmens ein subretinaler Mikrochip implantiert wurde, ihre Sehfunktion wiedererlangt hat, heißt es in der Mitteilung. Ferner habe die Sehschärfe von zwei der neun Patienten die Sehschärfe der Patienten aus der ersten klinischen Studie übertroffen, die das Unternehmen am Menschen durchgeführt hat.

“Ein erster Schritt zur Wiederherstellung des Sehvermögens”

Einem Forscherteam um Daniel Aberdam der Inserm-Einheit 976 “Immunologie, Dermatologie, Onkologie” ist es in vitro gelungen, die Funktion von Hornhautzellen mit Zellen eines an ektodermaler Dysplasie leidenden Patienten wiederherzustellen. Diese Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift PNAS [1] veröffentlicht wurden, sind ein erster Schritt zur Wiederherstellung des Sehvermögens von erblindeten Patienten, heißt es in der Pressemitteilung. Ektodermale Dysplasien sind erbliche Defekte, die Fehlbildungen (Dysplasien) an jenen Strukturen hervorrufen, die aus dem äußeren Keimblatt (Ektoderm) hervorgehen, also beispielsweise Haare, Nägel, Zähne und Haut einschließlich der Schweißdrüsen. Einige Formen der Krankheit gehen mit Mutationen des p63-Gens einher, was zu einem Verlust des Sehvermögens bei diesen Patienten führen kann.

Augenklinik Aachen: Augenverätzung des Bolschoi-Ballettchef erfolgreich operiert

Der bei einem Anschlag an Augen und Gesicht schwerverletzte Direktor des Bolschoi-Balletts, Sergei Filin, befindet sich nach der Behandlung in der Uniklinik Aachen auf dem Weg der Besserung. Den Ärzten um den Direktor der Augenklinik, Prof. Dr. med. Peter Walter, ist es gelungen, auf einem Auge wieder ein nutzbares Sehvermögen herzustellen, teilte die Universitätsklinik Aachen mit.

Universität Tübingen: Abläufe des Rot-Grün-Sehens in der Netzhaut entschlüsselt

Wissenschaftler im Labor von Thomas Euler, Professor am Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften und dem Forschungsinstitut für Augenheilkunde an der Universität Tübingen beschäftigen sich seit Jahren mit Fragen der Verarbeitung von Farb-Information in der Retina und zeigen nun in ihrer Veröffentlichung im Wissenschaftsjournal „Neuron“, dass es auch von der Farb-Präferenz der lichtempfindlichen Photorezeptoren in der Umgebung einer Ganglienzelle abhängt, ob diese farbantagonistisch reagiert oder nicht. Nach Mitteilung der Universität Tübingen untersuchten sie dazu Mäuse, die eine ungewöhnliche Photorezeptor-Verteilung in ihrer Retina aufweisen: grün-empfindliche findet man vorwiegend in der oberen Hälfte der Retina, während blau-empfindliche die untere Retinahälfte dominieren. Das ist für Säugetiere höchst ungewöhnlich. Anders als erwartet, hat sich dabei gezeigt, dass Mäuse trotzdem ein ausgezeichnetes Modellsystem für die Untersuchung wichtiger Aspekte des Farbsehens darstellen.

Universität Würzburg: Lions-Hornhautbank neu eröffnet

Die neustrukturierte Lions-Hornhautbank an der Augenklinik des Universitätsklinikums Würzburg wurde am 9. Februar offiziell neu eröffnet. Die moderne Einrichtung ermögliche eine bessere Versorgung mit Hornhauttransplantaten, die bei vielen Krankheiten eine Erblindung verhindern können, heißt es in der Mitteilung der Universität. Die Hornhautbank ist Teil des Gewebenetzwerks der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation und wurde großenteils vom Lions Club Würzburg-West finanziert.

AAD 2013: “Volkskrankheiten in der Augenheilkunde”

So klein das Auge auch ist: Wird es krank, dann sind wir in unserem täglichen Leben stark eingeschränkt. Augenkrankheiten sind häufig und nahezu jeder Mensch bekommt früher oder später damit zu tun. Welche Volkskrankheiten in der Augenheilkunde im Vordergrund stehen und was Augenärzte tun können, um das Sehen zu erhalten, damit befasst sich die Augenärztliche Akademie Deutschland vom 26. Februar bis zum 2. März in Düsseldorf.

Sterbehilfe für erblindendes taubes Zwillingspaar in Belgien

Ein taubes Zwillingspaar hat in Belgien laut einem Pressebericht gemeinsam ärztliche Sterbehilfe in Anspruch genommen, nachdem die Geschwister allmählich zu erblinden begannen, meldet die Nachrichtenagentur AFP. Die beiden 45 Jahre alten Männer aus dem Raum Antwerpen hätten neben ihrer Taubheit seit einigen Jahren auch an Sehproblemen gelitten, so der Bericht der Zeitung „Het Laatste Nieuws“ am vergangenen Samstag. Am 14. Dezember hätten Ärzte schließlich auf Wunsch der beiden Sterbehilfe geleistet, obwohl sie nicht an einer tödlichen Krankheit gelitten hätten. Sterbehilfe wurde in Belgien im Jahr 2002 legalisiert.