Autor: Ulrike Lüdkte

NPC-Screening bei vertikaler Blicklähmung, frühem kognitiven Abbau und Ataxie

Morbus Niemann-Pick Typ C (NPC) ist eine häufig tödlich verlaufende, seltene hereditäre Lipidspeicherkrankheit mit schwerem neurodegenerativen Abbau. Die Diagnose erfolgt aufgrund der variablen neurologischen, psychiatrischen und organischen Krankheitszeichen oftmals erst spät. Charakteristische Symptom-Kombinationen, die eine frühzeitige Diagnosestellung mit hoher Sicherheit erlauben, waren bislang noch kaum bekannt. Leiden Jugendliche und Erwachsene mit einer Ataxie auch an einer Lähmung der vertikalen Augenbewegung und frühem kognitivem Abbau, dann ist NPC eine wahrscheinliche Diagnose. Das belegt eine aktuelle Studie von Tübinger Hirnforschern, die im internationalen Fachjournal Neurology erscheint. 24 Studienteilnehmer wurden untersucht, 13 von ihnen mit dieser Symptom-Trias. Bei vier von ihnen war Niemann-Pick Typ C der Auslöser dieser Krankheitszeichen. Die Autoren der Studie empfehlen deshalb eine vorrangige Untersuchung auf NPC bei dieser Symptom-Kombination, teilt das Universitätsklinikum Tübingen mit.

SightCity Forum: Vorträge und Workshops für Patienten und Fachbesucher

Vom 24. bis 26. April 2013 öffnet in Frankfurt zum elften Mal die SightCity, Europas größte Fachmesse für Sehbehinderten- und Blindenhilfsmittel, ihre Türen. Neben einer großen Ausstellung mit innovativen Neuheiten und bewährten Hilfsmitteln steht besonders der Austausch zwischen Medizinern, Hilfsanbietern und Betroffenen im Zentrum der Messe. Das SightCity Forum bietet hierzu an den drei Messetagen ein umfangreiches Vortrags- und Diskussionsprogramm. Veranstltzet wird die Fachmess von LowVision-Stiftung gGmbH und dem Aachener Centrum für Technologietransfer in der Ophthalmologie e. V. (ACTO) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) und PRO RETINA Deutschland e. V. sowie den Berufsbildungswerken und Berufsförderungswerken.

Modellprojekt „Sehen im Alter“

Mit dem deutschlandweit bislang einmaligen Modellprojekt „Sehen im Alter“ untersuchen die Blindeninstitutsstiftung und die LowVision-Stiftung das Sehvermögen von rund 500 Bewohnerinnen und Bewohnern von Senioreneinrichtungen des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg e.V. Ziel der wissenschaftlichen Studie ist herauszufinden, wie gut die augenärztliche, optische und rehabilitative Versorgung der Menschen in Senioreneinrichtungen derzeit ist und wie diese verbessert werden kann. Darauf macht die Blindeninstitutsstiftung aufmerksam.

Vision und Diabetes – Leopoldina Symposium in Rostock

nter dem Motto Vision and Diabetes (Sehen und Zuckerkrankheit) hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina zu einem Symposium vom 15.-16. März 2013 in das Rostocker Max-Planck-Institut für Demographische Forschung eingeladen. “Ziel ist es, neue Entwicklungen in der Diabetes-Forschung und deren Auswirkungen auf das Sehorgan zu diskutieren und nach optimalen Behandlungsstrategien zu suchen”, sagt Lepoldina-Mitglied Prof. Dr. Rudolf F. Guthoff, Direktor der Universitätsaugenklinik Rostock, der das Symposium gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Wiedemann (Universitätsaugenklinik Leipzig) organisiert.

Weltglaukomwoche vom 10. bis 16. März

Knapp eine Million Menschen leiden in Deutschland am Glaukom (Grüne Star), damit ist es die zweithäufigste Krankheit, die das Sehvermögen bedroht. Bei etwa 1,3 Millionen Menschen liegen wichtige Risikofaktoren wie ein erhöhter Augeninnendruck vor. „Das Tückische am Glaukom ist, dass es in den allermeisten Fällen keine Schmerzen verursacht und dass die Patienten oft über Jahre hinweg keine Symptome bemerken, bis schon ein großer Teil des Sehnervs abgestorben ist“, betont Prof. Dr. med. Norbert Pfeiffer vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). „Während der Weltglaukomwoche vom 10. bis 16. März informieren Augenärzte weltweit über das Glaukom, eine Volkskrankheit, die rund 3,1 Millionen Menschen das Augenlicht gekostet hat, so der BVA.

Tübingen: 97. Jahrestagung der Württembergischen Augenärztlichen Vereinigung

Am 15. und 16. März 2013 ist das Universitätsklinikum Tübingen Veranstaltungsort für die Jahrestagung der Württembergischen Augenärztlichen Vereinigung (WAV), die dieses Jahr zum 97. Mal stattfindet. Parallel treffen sich das Pflegepersonal und Medizinische Fachangestellte aus augenärztlichen Kliniken und Praxen am 16. März zur 20. Pflege-Fachtagung für Augenheilkunde. Veranstaltungsort für beide Tagungen ist das Hörsaalgebäude Kupferbau, Hölderlinstr. 5 in Tübingen.

Dieses Jahr steht die Ärztetagung unter dem Motto „Komplikationen -Vermeiden und Behandeln“. Referenten aus ganz Baden-Württemberg werden am Freitag den Tagungsteilnehmern Ergebnisse aus der Forschung präsentieren. Am Samstag steht die Behandlung und Vermeidung von Komplikationen, damit gesammelte Erfahrungen und erworbene Erkenntnisse im Mittelpunkt der traditionsreichen ärztlichen Fortbildung.
Eine Diskussion zum Thema „Wie sind Glaukom-Patienten derzeit versorgt und wie wird sich die Versorgung angesichts der Demographie entwickeln?“

Greifswald: Neuentwickelte Drainage-Systeme für Glaukompatienten

Greifswalder Augenärzte haben ein neues Drainage-System für Glaukompatienten entwickelt und bereits bei 15 Patienten implantiert. Wie die Universität Greifswald mitteilt, besteht das Drainageprinzip in einer Ableitung hinter der Aderhaut. Bei Betroffenen läuft das Augenkammerwasser nicht ordnungsgemäß ab, damit sind vielfältige Komplikationen verbunden sind. „Die ersten Erfahrungen mit dem neuen Implantat sind sehr vielversprechend und sollen jetzt wissenschaftlich ausgewertet werden“, kündigte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Prof. Dr. Stefan Clemens, an, der die Innovation eingeführt hat.

Optische Schalter – Erhellende Impulse im Nervensystem

Einem deutsch-amerikanischen Team ist es gelungen, Rezeptoren von Nervenzellen für Lichtreize empfänglich zu machen. Dies ermöglicht ganz neue Einblicke in die Funktionsweise von Gedächtnis und Lernen, aber auch in die Entstehung von Krankheiten, teilt die Universität München mit. Wenn Nervenzellen miteinander kommunizieren, sind s genannte Neurorezeptoren entscheidend an der Signalübertragung beteiligt. Sie sind als Transmembranproteine in die Wand der Nervenzellen eingebaut und reichen durch sie hindurch. Die häufigsten Rezeptoren sind die G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCRs), zu denen auch bestimmte Glutamatrezeptoren gehören.

Umfrage: Ärzte fühlen sich unter Druck gesetzt

Die Wirtschaftlichkeit der eigenen Praxis ist eines der vordergründigen Probleme, mit denen sich die Ärzte befassen müssen. Immerhin sind es 60 Prozent von befragten 1.309 Ärzten aller Fachrichtungen. 14 Prozent sind der Auffassung, dass das Praxismanagement Probleme bereitet. Das enge Zeitbudget empfinden 49 Prozent der Ärzte als negativ. 41 Prozent beklagen die Ansprüche der Patienten. Immerhin sind 78 Prozent mit den regulatorischen Rahmenbedingungen keinesfalls zufrieden, so das Ergebnis einer Umfrage des Internetportals für Ärzte coliquio.