Autor: Ulrike Lüdkte

Neuer Vertrag zur augenärztlichen Vorsorgeuntersuchung bei Kleinkindern

Die medizinische Versorgung von Kleinkindern wird mit einer augenärztlichen Untersuchung zur Früherkennung von Sehschwächen verbessert, teilen die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein und die Techniker Krankenkasse (TK) mit. Das neue Angebot umfasst unter anderem eine Sehschärfenmessung und eine Refraktionsbestimmung. Nutzen können den Augen-Check alle bei der TK versicherten Kinder vom 31. bis zum 42. Lebensmonat sowie Kinder von sechs bis zwölf Monaten, die zu einer Risikogruppe gehören, weil beispielsweise Eltern oder Geschwister schielen. Da es einen vergleichbaren Vertrag in Westfalen-Lippe bereits seit vergangenem Jahr gibt, profitieren jetzt Kinder in ganz Nordrhein-Westfalen von der Früherkennung etwaiger Schäden bei der Entwicklung ihrer Sehfähigkeit, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von KV Nordrhein und TK.

Lucentis-Auseinzelung: Vorerst kein Urteil

In der Auseinandersetzung zwischen dem Pharmaunternehmen Novartis und der Herstellerfirma Apozyt (einer Tochter der Aposan Dr. Künzer GmbH, Köln) vor dem Landgericht Hamburg um die Auseinzelung von Lucentis hat es erneut kein Urteil gegeben. Der Antrag von Novartis wurde zurückgewiesen und das Unternehmen aufgefordert, seinen Antrag zu präzisieren, da die Vorabentscheidung des europäischen Gerichtshofes (EuGH) nicht berücksichtigt worden sei.

DOG: Augenärzte diskutieren Nachwuchsförderung

Um die besten Köpfe für die Augenheilkunde zu gewinnen, will die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) neue Wege in der Nachwuchsförderung gehen. DOG-Präsident Professor Dr. med. Berthold Seitz plädiert für eine zeitgemäße Führungskultur, die stärker auf Partizipation, Verlässlichkeit und Familienfreundlichkeit setzt. Nachwuchsförderung wird ein Schwerpunkt auf dem 111. DOG-Kongress, der vom 19. bis 22. September 2013 unter dem Motto „Exzellent sehen – Exzellenz fördern“ in Berlin stattfindet. Eine Reihe von Veranstaltungen widmet sich dem Thema, darunter Kurse zu Management und Mitarbeiterführung sowie ein Symposium, das Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie, Klinik und Forschung auslotet.

Vollständige Rekonstruktion eines Stücks der Retina einer Maus gelungen

Wissenschaftlern der Max-Planck-Institute (MPI) für medizinische Forschung in Heidelberg und für Neurobiologie in Martinsried bei München und des Massachusetts Institute of Technology ist es nach vier Jahren Datenanalyse und mithilfe von etwa 200 Studenten gelungen, ein exaktes Diagramm zu erstellt, das alle Nervenzellen und ihre Verbindungen in einem Stück der Netzhaut einer Maus zeigt. Bereits dieser vergleichsweise kleine Einblick ins Gehirn brachte sowohl einen neuen Zelltyp ans Licht, als auch Verschaltungen, die bestimmte Reaktionen einzelner Netzhautzellen erklären könnten, berichtet das MPI.

Unbewusste Pupillenveränderungen als Kommunikationsmöglichkeit

Patienten, die anderweitig nicht in der Lage sind, Kontakt mit ihrer Umwelt aufzunehmen, können Ja-Nein-Fragen mit Hilfe einer einfachen Vorrichtung bestehend aus einem Laptop und einer Kamera beantworten, indem lediglich ihre Pupillengröße gemessen wird. Die Methode, die in der Fachzeitschrift Current Biology beschrieben wird, stützt sich auf die Veränderungen der Pupillengröße beim Menschen, die natürlicherweise durch geistige Anstrengung hervorgerufen wird. Sie erfordert keine Spezialausrüstung oder aufwendiges Training, berichtet die Philipps-Universität Marburg.

Schulbeginn: Augenärztliche Untersuchung schafft Klarheit

In diesen Wochen gehen in ganz Deutschland mehr als 600.000 Kinder zum ersten Mal in die Schule. Zu einem reibungslosen Start in die Schullaufbahn trägt ein optimales Sehvermögen bei. Eine augenärztliche Untersuchung schafft Klarheit darüber, ob mit den Augen der Erstklässler alles in Ordnung ist. Darauf weist der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) hin.

TÜV SÜD liefert Orientierungshilfe für Augenlasern

In Deutschland führen bereits ca. 300 LASIK-Anwender Augenlaser-Behandlungen durch. Auf Initiative vom gemeinnützigen Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie e.V. (VSDAR) und in Zusammenarbeit mit der Kommission Refraktive Chirurgie und dem Bundesverband Deutscher Ophthalmochirurgen e.V. (BDOC) hat der TÜV SÜD einen Kriterienkatalog erstellt, auf Basis dessen sich LASIK-Kliniken überprüfen lassen können. Damit gibt das Prüfzeichen eine Orientierungshilfe, denn eine Augenlaser-OP sei vor allem Vertrauenssache. Darauf weist der TÜV Süd hin.

 

Neue Forschungsprojekte zu kortikalen Sehprothesen

Neurowissenschaftler und Elektrotechniker der Universität Bremen starten jetzt mit Mitteln aus der Exzellenzinitiative und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zwei Projekte, die Blinden helfen sollen, visuelle Eindrücke zu bekommen. Die Forschungsansätze „I-See – das künstliche Auge“ und „InAuKa“ untersuchen, wie elektrische Signale direkt ins Gehirn eingespeist und dort verarbeitet werden. Um eines Tages eine Sehprothese zu entwickeln, müssen das Gehirn und dessen Informationsverarbeitung besser verstanden werden. Neue Technologien für medizinische Anwendungen lassen sich nur auf Basis von in Tierversuchen gewonnenen Erkenntnissen entwickeln. „Im Rahmen der Projekte beginnen wir jetzt, an konkreten Systemen für Patienten zu arbeiten – auch wenn das beim künstlichen Auge sicher noch mindestens zehn Jahre dauern wird“, sagt Professor Andreas Kreiter, Wissenschaftler am Zentrum für Kognitionswissenschaften (ZKW) der Universität Bremen zur zeitlichen Perspektive der Forschungsarbeiten. Insgesamt stehen für die beiden interdisziplinären Vorhaben 1,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen ausgeschrieben

Die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit Seltenen Erkrankungen vergibt 2014 in enger Kooperation mit der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE e.V.) zum siebten Mal einen Preis für ein Forschungsprojekt, das sich dem Thema Seltenen Erkrankungen widmet. Der mit 50.000 Euro dotierte Forschungspreis ist nach der Schirmherrin der ACHSE, Eva Luise Köhler, benannt. Bewerbungsschluss für den Forschungspreis ist der 6. Oktober 2013. Die feierliche Vergabe an den oder die Preisträger erfolgt voraussichtlich am 28. Februar 2014 in Berlin.
Interessierte Wissenschaftler erhalten detaillierte Informationen zur Bewerbung und die Bewerbungsunterlagen unter http://www.achse-online.de.

Mangelnde KL-Hygiene kann Infektionen verursachen

Weltweit tragen rund 140 Millionen Menschen Kontaktlinsen. Etwa drei Viertel der Kontaktlinsenträger vernachlässigen Hygiene und Pflege ihrer Sehhilfen. Die Folge können Infekte im Auge sein, etwa eine Bindehaut- oder eine mehr oder weniger schwere Hornhautentzündung. Mit dem passenden Pflegemittel und einfach zu handhabender Hygiene lässt sich dieses Risiko minimieren. Besonders wichtig sei die Desinfektion der Kontaktlinsen, betonen Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). In keinem Fall sollten Kontaktlinsenträger die Linsen mit Leitungswasser reinigen.