Autor: Ulrike Lüdkte

DOC gründet „Hall of Fame Ophthalmologie”

Anlässlich des 27. Internationalen Kongresses der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC 2014), der am 17. Mai in Nürnberg zu Ende ging, wurde eine Hall of Fame Ophthalmologie eingeführt: Eine virtuelle Ruhmeshalle für Persönlichkeiten, die sich durch ihr herausragendes Lebenswerk um die Augenheilkunde verdient gemacht haben. In kaum einem medizinischen Fachgebiet gibt es regelmäßig so viele diagnostische Innovationen und therapeutische Neuentwicklungen wie in der Ophthalmologie, begründet die DOC die Neuerung im Rahmen ihres Jahreskongresses.

Auftakt zum 27. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) in Nürnberg

Zum diesjährigen Jahreskongress der DOC werden vom 15. bis 17. Mai im Nürnberg Congress Center erneut rund 5.000 Teilnehmer zu Fortbildung, Diskussion und Erfahrungsaustausch zu allen Aspekten der erwartet. Wie DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer in seinem Grußwort erläutert, bilden auch in diesem Jahr die Hauptvorträge den Kern des wissenschaftlichen Programms. Hier werden der derzeitige Kenntnisstand, aktuelle Therapiemöglichkeiten und Innovationen in den unterschiedlichen Fachbereichen dargestellt und diskutiert. Die Video Live Surgery wird den wissenschaftlichen Schwerpunkt mit Aufnahmen innovativer OP-Techniken untermauern und praxisnahe Einblicke bieten.

Studie: Schlaganfall-Patienten können ihr Sehvermögen verbessern

Einen neuen Ansatz, mit dem Schlaganfall-Patienten ihr Sehvermögen trainieren und verbessern können, haben Wissenschaftler aus Großbritannien und Erlangen gemeinsam mit dem Neuropsychologen Prof. Dr. Georg Kerkhoff von der Saar-Uni untersucht. Die Patienten schulen dabei zu Hause – unter therapeutischer Aufsicht – mit einem speziellen Computerprogramm ihr Sehvermögen. Fazit: Die Sehkraft verbesserte sich deutlich. Auch Patienten in ländlichen Gebieten könnten künftig davon profitieren, teilt die Universität des Saarlandes mit.

Sehstörungen bei Parkinson: Geschädigte Nervenbahnen identifiziert

Neurowissenschaftlern des Centre Hospitalier de Luxembourg, der Universität Luxemburg und des Rush University Medical Center in Chicago/USA ist es erstmals gelungen, die geschädigten Nervenbahnen zu identifizieren, die den häufig vorkommenden Sehstörungen bei an Parkinson Erkrankten zugrundeliegen. Ihr neuartiges Konzept “Blind für blindes Sehen” wurde in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Brain veröffentlicht, wie die Universität Luxemburg mitteilt.

Herpes-Infektion: Korrekte Diagnose entscheidend

Beim ersten Mal kann es auf den ersten Blick ganz harmlos aussehen, wenn Herpes-simplex-Viren nicht nur an die Lippen, sondern auch ins Auge geraten: Die Bindehaut rötet sich; aber nach einigen Tagen scheint auch ohne Behandlung wieder alles in Ordnung. Doch gerade bei einer Erstinfektion mit Herpes-simplex-Viren ist es sehr wichtig, dass ein Augenarzt die korrekte Diagnose stellt und die richtige Behandlung einleitet, damit es nicht Jahre später zu einem – dann aber die Sehkraft bedrohenden – Wiederaufflammen kommt. Darauf weist der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) hin.

Bonn: Einzelne Lichtsinneszellen bei Testpersonen stimuliert

In einem menschlichen Auge gibt es rund 120 Millionen lichtempfindliche Sinneszellen. Forschern der Universität Bonn, der University of California und der University of Alabama ist es nun erstmals gelungen, bei lebenden Personen einzelne dieser Zellen gezielt zu beleuchten. Die bahnbrechende Methode verspreche neue Antworten auf die Frage, wie das Auge Lichtreize zu Bildern verarbeitet, teilt die Universität Bonn. Außerdem erwarten sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse dazu, was bei Krankheiten mit den Lichtsinneszellen passiert. Auch die Wirkung von Medikamenten lässt sich möglicherweise direkt sichtbar machen. Die Arbeit erscheint im „Journal of Neuroscience“

Fachtagung „Sehen im Alter: Neue Herausforderungen – gemeinsame Antworten“

Das Risiko einer Augenerkrankung steigt mit zunehmendem Alter rapide an. Die Zahl älterer Menschen mit Sehproblemen – ob allein lebend oder in Einrichtungen – wächst kontinuierlich. Doch die Versorgung dieser Betroffenengruppe lässt zu wünschen übrig. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) nimmt dieses Problem in den Fokus und lädt zur Pressekonferenz und zur Fachtagung „Sehen im Alter“ am 27. und 28. Juni 2014 in Bonn ein. An der Schnittstelle von Augenheilkunde, Pflege, Reha, Augenoptik und Selbsthilfe diskutieren Experten über Mängel in der Versorgung und die Verzahnung ihrer Angebote. Im Zentrum steht die Frage, was getan werden kann, damit Vorsorgeangebote, neue Therapien und individuell abgestimmte Hilfen zukünftig besser beim Patienten ankommen.

Weltgesundheitstag: CBM erinnert an Onchozerkose

Eine der häufigsten Ursachen für Blindheit weltweit kann besiegt werden. Darauf macht die Christoffel-Blindenmission (CBM) am heutigen Weltgesundheitstag aufmerksam: Mindestens 18 Millionen Menschen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit der Flussblindheit (Onchozerkose) infiziert. Unbehandelt erblinden immer noch viele Betroffene, ein Kampf, der gewonnen werden kann, so die CBM. CBM-Direktor Dr. Rainer Brockhaus: „In Kolumbien und Ecuador haben wir die Flussblindheit bereits erfolgreich eliminiert. Weitere Länder müssen jetzt folgen. Wir arbeiten intensiv mit Regierungen, Unternehmen und Partnern daran, dass es in zwei Jahrzehnten keine Neuinfektionen durch Flussblindheit mehr geben wird.“

RUB-Forscher koppeln Sehpigmente an Serotoninrezeptoren

Rezeptoren für den Botenstoff Serotonin lassen sich so modifizieren, dass man sie gezielt mit Licht aktivieren kann. Das berichten Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum (RUB) mit Kollegen in der Zeitschrift „Neuron“. Ein Ungleichgewicht im Serotoninhaushalt scheint unter anderem für Angstzustände und Depressionen verantwortlich zu sein. Nach Mitteilung der Ruhr-Universität Bochum stellen die Forscher ein neues Modell bereit, um die Grundlagen dieser Störungen in Zellkulturen und lebenden Organismen zu untersuchen.