Autor: Ulrike Lüdkte

Negative Dysphotopsie nach Kataraktoperation

Ein relativ häufiges Problem nach komplikationsloser Kataraktoperation ist das Auftreten einer so genannten negativen Dysphotopsie. Hierbei handelt es sich um scharf umgrenzte Schattenbildungen im temporalen Gesichtsfeld, die lange bestehen können, manchmal spontan verschwinden und die manche Patienten als so störend erleben, dass sie die Explantation der IOL verlangen. In der Literatur werden negative Dysphotopsien intensiv diskutiert, ohne dass bisher eine allgemein akzeptierte Erklärung zu finden war. Prof. Martin Wenzel (Trier) und Prof. Achim Langenbucher (Homburg/Saar) stellen eine neue Deutung des Phänomens vor.

Cerebral bedingte Sehbeeinträchtigungen im Kindesalter

Projekt „ProVisioN“ zur funktionalen Überprüfung des Sehens
Da Funktionsbeeinträchtigungen des Sehens und der visuellen Wahrnehmung im Kindesalter große Auswirkungen auf die allgemeine Entwicklung und das Lernen haben, sind eine umfassende und interdisziplinäre Diagnostik und die Entwicklung von Unterstützungsmaßnahmen unverzichtbar. Das Projekt „ProVisioN“ an der Fakultät Rehabilitationswissenschaften der TU Dortmund soll das Spektrum cerebral bedingter Sehbeeinträchtigungen bei Kindern (0 bis 14 Jahre) durch eine ausführliche funktionale Überprüfung des Sehens ermitteln, Ideen zur konkreten Unterstützung für den Alltag entwickeln und deren Wirksamkeit überprüfen. Prof. Renate Walthes (Dortmund) erläutert cerebral bedingte Sehbeeinträchtigungen im Kindesalter und stellt das Projekt vor.

Frühe Intervention bei vitreomakulärer Traktion

Eigene Anwendungsergebnisse zur pharmakologischen Vitreolyse
Eine anormal verlaufende Glaskörperabhebung kann zu einer vitreomakulären Traktion (VMT) mit weitreichenden Folgen wie epiretinalen Membranen und Makulalöchern führen. War bisher nur ein Abwarten und Beobachten sowie meist im späteren Stadium eine Vitrektomie als Intervention möglich, so steht seit Mai 2013 mit Ocriplasmin ein Wirkstoff zur pharmakologischen Vitreolyse und Glaskörperabhebung zur Verfügung. Dr. Karsten Klabe und Dr. Hakan Kaymak (Düsseldorf) berichten im Folgenden über die ersten eigenen Erfahrungen mit Ocriplasmin und geben einen aktuellen Überblick zum Krankheitsbild der VMT, inklusive der neuesten Klassifikationsempfehlungen sowie zur Abgrenzung der nunmehr vorhandenen Therapieoptionen.

Serie Auge und Sehen: Der Sehtest

Serie zur Sammlung Roth
Schon früh erkannte der Mensch, dass Natur und Umwelt hohe Anforderungen an das Auge stellen. Eine sichere Orientierung in unbekanntem Gelände und das Aufspüren der Jagdbeute müssen für den Fehlsichtigen vor Erfindung der Brille schwierig gewesen sein. Das verzögerte Erkennen von Gefahren entschied über Leben und Tod. Kurzsichtige dürften ihre Fähigkeit beim Sammeln von Beeren und Früchten bemerkt, Weitsichtige ihre Zielsicherheit bei der nächtlichen Jagd erkannt haben. Die Evolution ließ bis zu einem gewissen Maße beide Formen der Fehlsichtigkeit zu. Nur im Stamm war das Überleben von kurzsichtigen und weitsichtigen Menschen garantiert. Ob oder wie man zu Urzeiten die Sehschärfe prüfte, bleibt uns allerdings unbekannt, Sehtests sind nicht überliefert, sie hätten aber durchaus ihren Sinn gehabt.

Gemeinsamkeiten im Sehsystem von Insekten und Säugetieren

Auf den ersten Blick haben die Augen von Säugetieren und Insekten nicht allzu viel gemein. Ein Vergleich der neuronalen Schaltpläne zum Erkennen von Bewegungen zeigt jedoch erstaunliche Parallelen zwischen Fliegen und Mäusen. Eine aktuelle Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience beschreibt die Gemeinsamkeiten im Vergleich der Sehsysteme, teilt das Max-Planck-Institut für Neurobiologie mit.

Protein kontrolliert retinales Gefäßwachstum

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben ein Molekül gefunden, dass das krankhafte Wachstum von Blutgefäßen im Auge möglicherweise stoppt: Das Protein Semaphorin 3C (Sema3C) hemmt im Tiermodell effektiv das unkontrollierte retinale Gefäßwachstum, teilt das Deutsche Krebsfoschungszentrum mit. Sema3C wird vom Körper selbst produziert und hat die Aufgabe, das Wachstum von Nervenzellen zu kontrollieren.

Stiftung Auge fördert ophthalmologische Versorgungsforschung

Deutschland fehlen systematische, aussagekräftige Studien, die den Versorgungsbedarf, Qualität und Risiken in der Augenheilkunde erfassen. Die Häufigkeit von Augenleiden und deren Versorgungsbedarf ist deshalb hierzulande noch zu wenig erforscht, meinen Experten der Stiftung Auge der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die Stiftung Auge nimmt sich nun verstärkt diesem Problem an: Gemeinsam mit dem Berufsverband der Augenärzte (BVA) schreibt sie eine Stiftungsprofessur für ophthalmologische Versorgungsforschung aus. Die Stiftung stellt Mittel für bis zu fünf Jahre bereit.

Unbewusste Kontrolle visueller Eindrücke im Gehirn

Ohne dass wir uns ihrer bewusst sind, führt unser Auge ständig winzige Korrekturen der Blickrichtung aus, deren Zweck bisher nur unvollständig verstanden wird. Eine Gruppe von Forschern der Universität Tübingen am Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) und am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) ging dieser Frage jetzt auf den Grund. Wie die Universität mitteilt, entdeckten sie einen engen Zusammenhang zwischen winzigen Augenbewegungen und der Konzentration von Aufmerksamkeit.

ROB: Telemedizinische Projekte für Frühgeborene

In Deutschland werden jährlich etwa 4 000 Kinder mit weniger als 1 500 Gramm Geburtsgewicht geboren, noch vor der 32. Schwangerschaftswoche. Je früher sie zur Welt kommen, umso größer ist ihr Risiko, eine schwere Augenerkrankung zu entwickeln. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) rät deshalb zu regelmäßigen augenärztlichen Kontrollen bei „Frühchen“, um Sehschäden oder Erblindung zu verhindern. In ländlichen Regionen ohne spezialisierte Behandlungszentren können dabei telemedizinische Projekte helfen

Stiftung Auge fördert ophthalmologische Versorgungsforschung

In Deutschland fehlen systematische, aussagekräftige Studien, die den Versorgungsbedarf, Qualität und Risiken in der Augenheilkunde erfassen. Die Häufigkeit von Augenleiden und deren Versorgungsbedarf ist deshalb hierzulande noch zu wenig erforscht, meinen Experten der Stiftung Auge der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die Stiftung Auge nimmt sich nun verstärkt diesem Problem an: Gemeinsam mit dem Berufsverband der Augenärzte (BVA) schreibt sie eine Stiftungsprofessur für ophthalmologische Versorgungsforschung aus. Die Stiftung stellt Mittel für bis zu fünf Jahre bereit.